schnitt die überflüssigen Stiele und Blätter ab , und gab ihn mir . Das alles war schweigend geschehen . » Es ist heut so schönes Wetter , « sagte ich - » find ich Euch morgen im Garten - wenn ich früh komme ? « - » Oh , das werden Sie wohl verschlafen , weil Sie die Nacht durch tanzen . « » O nein , um halber zwölf fahr ich schon wieder zurück , und Ihr könnt mich heimfahren hören , an Eurer Wohnung vorbei - ich fahr im Kabriolett , nur mit einem Pferd hier vorbei , da könnt Ihr hören , ob ich Euch nicht Wort halt , da ! Ich geb Euch meine Hand drauf . « - Er ward rot , der Gärtner , als ich ihm die Hand reichte und ' s Schnupftuch fallen ließ , das er mit der andern Hand auffing und mir reichte , ich sah es an , nahm ' s ihm aber nicht ab . - Ich sagte : » Der Kranz ist unbezahlbar , Ihr habt ihn aus der Mitte von jedem Busch geschnitten - wie werd ich ' s Euch lohnen , ich werd ihn Euch wiedergeben müssen ! « - » Ja , « sagt er plötzlich , - » der Kranz gehört mein . « » Nun , « sagt ich , » verlaßt Euch drauf , ich bring ihn wieder . « Gestern , um halb acht Uhr fuhr ich mit der Tonie auf den Ball , auf dem Weg nach dem Forsthaus waren die Leute vom Moritz mit Fackeln zu Pferd und begleiteten die Wagen , von weitem war ' s ergötzlich , all die Fackeln galoppierend durch den hochstämmigen Weg im Wald . Das Wäldchen war mit bunten Lampen erleuchtet . Ach , wie schön war ' s ! - Und dazu lächelten die unendlichen Sterne ! - Der Moritz empfing uns , - ich sagte : » Ach , wie schön ist ' s hier ! « - » Ja ? - gefällt dir ' s ? - Du bist auch schön ! « - und so ging er wieder . - Ach ich war so vergnügt - ich mußte lächeln mit mir , - es weckte mich aus dem Traum , als ich tanzen mußte , und der Traum war so schmeichelig selbstvergessen - mitten im Getümmel ein Wonnegrab , da kamen die Grabesschauer mir nachgeflogen und weckten Gedankenseelen in der Brust begraben , die gaukelten über mir im Blauen , und der Tag heut spiegelt die Nacht und die Nacht wieder den Tag , die ist so helleglänzend , daß die Sterne erblassen und der Tag so schattig kühl , daß die Sonne nichts vermag . - Beim Nachtessen kam der Moritz , wir saßen an kleinen Tischen , ich am allerletzten mit der Pauline Chameau und Willig . Der Moritz setzte sich neben mich , er fragte : » Wer hat heut Ihre Toilette besorgt , so einfach , so originell ! - Die blaue Schärpe ! - Was bedeuten die blauen Bänder ? - und der graue Kranz ! - Wer hat den aschgrauen Kranz besorgt ? « - Ich sagte : » Der Widerhall . « - » Gris de cendre , joyeux et tendre , so muß denn der Widerhall freudiger Zärtlichkeit an Ihr Ohr geschlagen haben ? « - Er ging . - So ein Liebesgespräch , mitten an offner Tafel , von keinem verstanden , nur von mir , so leicht - so luftig - wie nimmst Du ' s ? - Ist ' s nicht Blütenstaub , vom lauen Westwind Dir ins Gesicht geweht ? - Ja , alles müssen wir der Natur vergleichen , was voll heiteren Entzückens uns durchdringt , nichts anders kann ' s aussprechen noch wiedergeben im Bild . Will ich mir von jenen Worten die Regung im Herzen lebhaft wieder in die Sinne rufen , so muß ich doch an Blütenbäume denken , die ihre Geschenke dem Morgenwind auf die Flügel laden für mich , und dann schauert ' s mich so frühlingsmäßig , wenn ich das denke . - Als wir alle wegfuhren , die Schwägerinnen im Stadtwagen zuerst , und ich ins hohe luftige Gig vom George , da ließ der Moritz seinen Mantel holen , mir auf die Füße zu werfen , weil ' s kühl sei , er fragte , ob ich froh gewesen sei ? - » Ja ! « sagte ich , » alles war schön und stimmte ineinander , der Rasenteppich und die bunten Lichter und die Sterne am Himmel , rauschende Bäume und die Musik der Geigen und Flöten , und auch die der süßen Reden . « - Er drückte mich an sich und sagte : » Du warst die Königin vom Fest , Dir hab ich die Lichter angezündet und die Flöten rufen lassen , es schmeichelt mir unendlich , daß du Gefallen hattest dran , und schenk mir was zum Lohn und zur Erinnerung der schönen Nacht . « - » Ich hab nichts , was soll ich Ihnen geben ? « - » Der Kranz steht Dir zu gut , den will ich nicht , gib mir die blaue Schärpe , ich will sie heut nacht um den Hals schlingen . « Ich gab sie ihm , - er hob mich ins Gig , warf mir seinen Mantel über , vier Reiter jagten mit Fackeln voran durch den Wald . Wie war ' s mir doch ? ein Zauber - so schnell die Schatten der Bäume - im Flammenschein verschwindend - und wieder da gleich , im stillen Nachthimmel ; ich freute mich - es dauerte so eine Weile , daß die Sterne mit den Fackeln um die Wette mich auffingen , und als wir vor den Wald kamen , da war der Mond aufgegangen , da waren die Reiter ebenso schnell wieder in den Wald zurück und jagten wie die Pfeile , ich