der den Ammontempel in Luxor errichtete . Dieses Bildnis , von dem sich während eines Erdbebens im Jahre 27 vor Christo Kopf und Oberteile loslösten , ist die berühmte Memnonssäule . Am Abend des 19. Januars ( der Abschied von Theben , um weiter flußaufwärts zu gehen , stand für den nächsten Tag bevor ) wurde durch Konsul Tudrus und seinen Sohn ein Feuerwerk abgebrannt . Aber dabei blieb es nicht . Noch eine andere Aufmerksamkeit stand bevor . Brugsch schreibt : » Eben war alles dunkel geworden , als ich bemerkte , daß vom Dorf her Männer herankamen und auf unser Boot zuschritten . Auf meinen Anruf › wer da ‹ erhielt ich Antwort › still ‹ . Es waren Tudrus und sein Sohn , samt einem Knecht , die , so schien es , eine tief in Leinen gehüllte vierte Person führten und mühsam mit aufs Schiff schleppten . Dann legten sie , nach vorgängiger Verständigung , diese vierte Person auf einen zur Seite stehenden Divan nieder . Als Tudrus , samt Sohn und Knecht wieder fort waren , trat ich an die vierte Person heran und entfernte beim matten Schein der Schiffslaterne die Nadeln , die die kleineren Hüllen um Kopf und Hals zusammenhielten . Ein kleines , rundes , liebliches Mädchengesicht von weißestem Teint und mit schwarzem Augenpaar , den Hals mit einem weißen Kollier geschmückt , lächelte mich spukhaft an . Ihr Alter zu bestimmen , war mir unmöglich . Annähernd schätzte ich es mit Kennerblick auf 2400 – 2700 Jahre . Es war eine thebanische Priesterin des Ammon aus vornehmem Geschlecht . Der wohl einbalsamierte Leib lag in einem buntbemalten Karton . Tudrus hatte das Mädchen von irgendeinem fellachischen Schatzgräber in der Nähe der Memnonien erstanden und sich die Freude vorbehalten , dem Prinzen in nächtlicher Stunde die junge Thebanerin als Geschenk zu übergeben . Von ihrem späteren Schicksal in Dreilinden berichte ich am Schluß . « 20. Januar . Von Theben nach Bellessieh . 21. Januar . Besonders stiller Tag . Als man an einsamster Stelle war , wurde man durch eine Bootsbegegnung überrascht . Flußabwärts schwamm eine Dahabieh heran , auf der sich zwei junge württembergische Offiziere befanden . Ein Zufall wollte es , daß der Prinz vier Wochen später , auf dem Wege von Jaffa nach Jerusalem , abermals eine Begegnung mit Württembergern hatte , und zwar mit » württembergischen Templern « . Wir kamen nachmittags bis Ombos , das schon im Altertum wegen seiner vieler Krokodile berühmt war . Aber kein Krokodil war auf den Sandbänken zu sehen . » Wo sind sie ? « fragte der Prinz . » Sie sind nur im Sommer da « , erwiderte ein Alter , » jetzt würden sie sich erkälten « . 22. Januar . Von Ombos nach dem Dorfe Edfu und von diesem aus , an der Insel Elephantine vorüber bis zur Stadt Assuan , im Altertum Syene ( daher Syenit ) . Hier beginnt die Granitregion Ägyptens ; der Nil bildet Fälle . Dicht hinter Assuan ist der erste Katarakt . 22. zum 23. Januar . In der Nacht vom 22. zum 23. Januar traf von Kairo telegraphisch die Meldung von dem am 21. Januar erfolgten Tode des alten Prinzen Karl ein . Prinz Friedrich Karl war sofort zur Rückkehr nach Berlin entschlossen , bis ein zweites Telegramm ihn bestimmte , davon Abstand zu nehmen und die Reise nach dem ursprünglichen Programm fortzusetzen . Dies zweite Telegramm rührte von Kaiser Wilhelm her und sprach aus , » daß er zur Beisetzung doch zu spät kommen würde . « 23. Januar . Der Prinz bleibt am 23. Januar noch in Assuan und Umgebung . Ein Ausflug nach der Katarakteninsel Philä wird unternommen . Besichtigung des Tempels . Nach der Rückkehr von diesem Ausflug erfolgt die Rückreise nach Kairo . 23 bis 30. Januar . Rückreise von Assuan und dem ersten Katarakt bis nach Bedresheïn , eine halbe Tagereise von Kairo . » Am 30. Januar abends wurde Bedresheïn erreicht ; die Schiffe legten vor Kleinmemphis an . Im Hintergrunde , nach Westen zu , leuchteten die Pyramiden von Sakkarah im Schein der untergehenden Sonne . « 31. Januar . Am 31. Januar früh brach der Prinz auf , um von Bedresheïn aus die Pyramiden von Sakkarah zu besuchen . Emil Brugsch hatte sich , von Bulak her , eingefunden , um auf diesem Terrain , das er vorzüglich kannte , die Führung zu übernehmen . Nach Norden hin , während man den Marsch antrat , wurden die Pyramiden von Gizeh ( bei Kairo ) sichtbar . Das Dorf Sakkarah liegt dicht am Fuße des langgestreckten Wüstenplateaus , auf welchem die Grabpyramiden der längst verschollenen Könige von Memphis , in gruppenweiser Anordnung , ihre Posten als Marksteine der Weltgeschichte einnehmen . Der Aufstieg führt an dem aus Nilziegeln aufgeführten Hause Mariettes vorüber , das derselbe während seines langjährigen Wüstenlebens bewohnte und von dem aus er seine Ausgrabungen leitete . Der Besuch der unterirdischen Apisgrüfte mit ihren ausgedehnten Bogengängen und Nischen erfüllt mit großem Staunen für das , was die Ägypter auch als Bergleute zu leisten imstande waren . In den vierundsechzig Gewölben zu beiden Seiten der Gänge ruhten einst die einbalsamierten und mit reichem Schmuck versehenen Leiber der Apisstiere in roten ( und dunklen ) Granitsärgen , deren Größe jeder Beschreibung spottet . Vierundzwanzig derselben stehen noch an der alten Stelle , und eine Holztreppe gewährt den Zugang in die Höhlung jedes einzelnen Steinsarges . Im Durchschnitt 12 Fuß lang , 7 Fuß breit und 10 Fuß hoch , beziffert sich das Gewicht jedes einzelnen auf 13000 Zentner . In welcher Weise und mit welchen Mitteln die Ägypter jene ungeheuersten aller Sarkophage vom Nil an bis zu den Grüften transportiert haben mögen , bleibt ein ungelöstes Rätsel . Die Besichtigung einer der neugeöffneten Pyramiden bildete den Abschluß der Wanderung auf der einsamen Nekrepolis von Sakkarah . » Mein Bruder ( so schreibt Brugsch ) hatte dazu die Pyramide des Königs Unas-Onnos ,