Jagdausflüge wiederholten sich auf der ganzen dreiwöchentlichen Nilfahrt und sei dabei gleich hier das Resultat derselben gegeben . Bis zum 30. Januar belief sich die gesamte Beute der ägyptischen Jagden des Prinzen auf 2 Wölfe , 8 Füchse , 32 Schakale , 4 Ichneumons und 4 Wildkatzen . Daß solch gutes Gesamtresultat zustande kam , verdankte der Prinz dem Umstande , daß fünf Teckel von der von Saurmaschen Teckelmeute die Reise nach Oberägypten mitmachten . ) 5. Januar . Basare . Spaziergang in der Stadt . 52 Am Nachmittag Empfang beim Khedive ; der Prinz in der Uniform des ersten Leibhusarenregiments ; seine Begleitung in der Uniform ihrer Regimenter . Eine halbe Stunde später erwiderte der Khedive den Besuch des Prinzen im Hotel . 6. Januar . Frühstück im Hotel . Professor Schweinfurth und Leutnant Wißmann ( welcher letztere sich in Kairo , nach seiner Durchquerung Afrikas , für den Norden erst wieder akklimatisierte ) nehmen als Gäste des Prinzen an diesem Frühstück teil . Wißmann erzählte dem Prinzen von seiner Reise » quer durch « . Besuch der Pyramiden von Gizeh und der Sphinx . » Aus dem lebendigen Felsen gemeißelt , streckt sich der Löwenleib 180 Fuß lang über den Wüstensand dahin und das menschenähnliche Haupt erhebt sich 60 Fuß über dem Boden . Eine Nase von 5 Fuß und eine Mundspalte von 6 1 / 2 Fuß Länge können für die Verhältnisse der übrigen Körperteile dienen . Leider ist die Nase verstümmelt und im Sturm der Zeiten zu einer Negerplattnase geworden . « 7. Januar . Besuch des Museums von Bulak . » Wie das A auf B , so folgt regelrecht das Museum von Bulak auf die Pyramiden und die › Häuser der Ewigkeit ‹ 53 in der Wüste . Was den Wohnungen der Toten fehlt und nur die Phantasie zu ergänzen vermag , das enthüllen die Schätze des Museums in ungeahnter Auswahl und Verständlichkeit . Bulak , eine halbe Fahrstunde vom Hotel , ist eine ebenso schmutzige wie unansehnliche Vorstadt Kairos . Aus einem alten Kohlenschuppen erwuchs unter der Regierung Said-Paschas fast stückweise der heutige Bau des Museums . Der französische Archäolog , August Mariette , der bekannte Entdecker des Serapeums und der Apisgräber in der Wüste von Sakkarah , deren reiche Schätze sämtlich nach dem Louvre gewandert sind , ist der Begründer dieser weltberühmt gewordenen Sammlung ägyptischer Altertümer . 1881 starb Mariette ; Maspero , ebenfalls ausgezeichneter Ägyptolog , folgte . ( Seit Jahren gehört auch Emil Brugsch , jüngerer Bruder von Brugsch-Pascha , als Konservator dem Museum in Bulak an . ) Maspero bereicherte das Museum durch die Königsmumien und Königssärge von Dêr-el-bahari ( Theben , Oberägypten ) , Bereicherungen , die das Resultat aller bisherigen Ausgrabungen in den Schatten stellten . Diese Funde von Dêr-el-bahari bildeten , bei dem Besuche des Prinzen , den Schluß . Da standen vor unseren Füßen an vierzig Särge königlicher Personen . Auf den einbalsamierten Leichen lagen verwelkte Kränze , die während drei Jahrtausenden ihre Gestalt und ihre Farbe kaum verändert hatten . Der Begriff der Zeit verschwindet , und die Worte des alten ägyptischen Totenbuches gewinnen Macht über uns : › Die endlose Zeit ist ein Tag und die Ewigkeit eine Nacht . ‹ Der Sturm der Weltgeschichte hat in den zwischenliegenden Jahrtausenden die gewaltigsten Reiche zerstört , aber die Kränze auf diesen Königen haben den Sturm der Vernichtung überdauert . Schweigend war der Prinz vor der Mumie seines Lieblingshelden in der Geschichte der Ägypter , des Königs Sesostris , stehengeblieben , den die Denkmäler unter dem Namen Ramses II. kennen und preisen . Er ist der Zeitgenosse Moses , denn seine Tochter war es , die das Moseskind aus dem Schilfdickicht aufnahm . Einst durchhallte sein Ruhm die ganze Welt . Seine Taten verherrlichen die Wände der Tempel an den Ufern des Nils . Und nun ruht hier sein sterblicher Leib vor unsern Augen und wir lesen seinen wohlbekannten Namen in hieroglyphischen Schriftzügen auf dem Deckel seines Sargkastens . Neben ihm liegt sein großer Vorfahre Thutmes III. Mumie reiht sich an Mumie , bis die des Königs Pinotems II. aufs neue unsere Aufmerksamkeit fesselt . « Pinotem II. war der Schwiegervater des weisen Salomo . » Nur die Erinnerung ist das wahre Leben . « III. Nilfahrt von Kairo bis zum 1. Katarakt und wieder zurück 8. Januar . Am 8. mittags bestieg der Prinz seine » Dahabieh « , ein großes Nilboot , das von einem vizeköniglichen Schleppdampfschiff stroman geführt wurde . Man ging im Flußhafen von Memphis vor Anker . 9. Januar . Bis zum Orte Eschment . 10. Januar . Bis zum Dorfe El Fent . 11. Januar . Bis Minieh . ( Schon Oberägypten . ) 12. Januar . Bis Beni Hassan . 13. Januar . In neunzehnstündiger Fahrt ( von fünf Uhr früh bis zwölf Uhr nachts ) nach Siût . 14. Januar . Bis Mittag in Siût . Dann von Siût bis Nechêla . 15. Januar . In langer Fahrt ( bis elf Uhr abends ) bis Sohag . » An diesem Orte mühte sich der junge Kopte Bedir , ein Sohn des unsichtbar bleibenden greisen Konsularagenten , dem Prinzen die Huldigungen einer der ärmlichsten und erbärmlichsten Städte Oberägyptens in angemessener Weise darzubringen . Es gab warmen Champagner und drei Tänzerinnen , in Begleitung ihrer musikalischen Helfershelfer , erschienen und setzten ihre Füße auf den Teppich . Kaum aber hatte der Tanz begonnen , als plötzlich eine unglaublich vornehme Erscheinung den Vorhang lüftete und langsamen Schrittes in den Saal eintrat . Eine hohe geisterhafte Frauengestalt mit den edlen Zügen einer Tochter Ramses II. , in eng anliegendem schwarzen Samtkleide , dessen Ränder mit schmalen goldenen Borden besetzt waren , die Brust mit breitem Halsbande aus goldenen Münzen bedeckt , auf dem Kopf eine Haube mit dicht aneinander gereihten Goldstücken , so trat das olivenblasse Weib mit ihrem würdevollen Gange und den sittig niedergeschlagenen Augen , wie ein zum Leben erwecktes Bild aus dem Rahmen einer bunten Grabeswand . Der