und sehr originell Moden zeichnen , aber - « forschend wandte sie sich dem Bruder zu , - » du erzählst mir diese Geldgeschichten , die zwar wichtig für Edda sind , - indessen « - - » Ich kann mir wohl denken , was du sonst noch erfahren willst ; ... was ich da zu berichten habe , - ist so schwer zu fassen , daß ich kaum weiß , wie ich es schildern soll . « Eine Weile blieben sie stumm , dann fragte Olga mit leiser Stimme : » Was sagt man über Gustavs Tod ? « » Das Motiv ist ja allbekannt , - - - aber - du willst wissen , - wie nun die Wissenschaft Stellung nimmt zu - zu seiner Krankheit ? « Sie nickte stumm . » Man hat ihn seziert « , berichtete Stanislaus ; seine Stimme wurde plötzlich flüsternd und hob doch jedes Wort scharf heraus . » Natürlich , « sagte sie , - » und man hat gefunden , daß er recht hatte ? Man hat das Karzinom untersucht , - vielleicht sogar den Parasiten gefunden ? « Eine lange Pause folgte diesen Fragen ... » Man hat - sein Gehirn - - untersucht , « - Stanilaus stockte . » Nun - und ? « » Und hat gefunden , - daß es ein Irrtum war . « » Ein Irrtum - seine Theorie ? Nun , darüber werden seine Kollegen wohl noch lange weiter streiten , das dachte ich mir . Also an seinem eigenen Karzinom war auch nicht mehr zu erkennen , als an anderen Krebsgeschwülsten ? « » Es ist noch anders , als du glaubst , - aber - « er sah sie fest an - » das ist ein Geheimnis , hörst Du ? « » Was für ein Geheimnis , was meinst du ? « fragte sie . Stanislaus schwieg , als sammle er sich für das , was er zu berichten hatte ; ... endlich sagte er : » Sein Famulus - wie heißt er doch ? « » Du meinst den Pankratius - Pankratius Kaff ? « » Ja den ... also der hat mit einem anderen Arzt , - einem Freund und Kollegen von Gustav , einem Professor , der in dem ganzen Kampf auf Gustavs Seite war , - die Sektion vorgenommen , und sie haben gefunden , « - seine Stimme formte die Worte mit spitzer Eindringlichkeit , - » sie haben gefunden - daß - daß überhaupt kein Karzinom und auch kein Tumor da war - - - . « In erstarrendem Schweigen saßen beide . » Wie ist das zu verstehen ? « sagte sie endlich . » Das ist nicht anders zu verstehen , als daß Gustav , der doch ein tüchtiger Arzt war , der als hervorragender Diagnostiker sich wiederholt bewährt hat , - sich in seinem eigenen Fall so tief verirrt hat , daß man nicht mehr weiß , ob man diesen Irrtum nicht als fixe Idee bezeichnen soll . « » Kein Karzinom , - kein Tumor , - überhaupt keine Geschwulst - « flüsterte Olga , - » was sonst ? « » Nichts - nichts ... ein etwas blutarmes Gehirn , - eine nicht bedeutende Degeneration des Nervensystems , konstitutioneller Art , - wie mir gesagt wurde ; es hat sich um ein Druckgefühl im Kopf bei ihm gehandelt , um Schwindelzustände ; und nicht eine Geschwulst war die Ursache , - sondern Nervosität , - Erschöpfung , hervorgerufen durch Überarbeitung . Es soll das richtige Ringgefühl gewesen sein , an dem er litt , das manche Neurastheniker auch um den Leib herum spüren ; andere wieder im Kopf ; zu denen gehörte er ; ... vier Wochen völliger Rast und guter Erholung , und die Symptome , die er - verkannte , - wären fort gewesen . « In langem Schweigen verblieben beide . Nach einer Weile nahm Stanislaus das Abendblatt vom vergangenen Tag , das unberührt auf den anderen Zeitungen lag , zur Hand . » Im Abendblatt von gestern , da muß vom Begräbnis berichtet sein . « Und kaum hatte er das Blatt entfaltet , so fand er die gesuchte Nachricht unter den Telegrammen . » ... Der Selbstmord des verdienstvollen Forschers hat schmerzliches Aufsehen erregt . Am offenen Grabe sprach , außer den ersten Kapazitäten der Wiener Fakultät , auch Professor Vacheron vom Institut Pasteur in Paris , neben anderen ausländischen Kollegen des Verstorbenen . Unter allgemeiner Spannung , - « so lautete das Telegramm des Wiener Korrespondenten , » trat dann auch Professor Petersen vom Krebsinstitut in Kopenhagen an das offne Grab und feierte den zu früh Verstorbenen als den Begründer der experimentellen Krebsforschung . Die Witwe , deren Schönheit viel bemerkt wurde , stammt aus hochangesehener Wiener Fabrikantenfamilie . Sie lebte mit dem großen Gelehrten in glücklichster Ehe und brach unter dem unerwarteten Unglück beinahe zusammen . Beileidsdepeschen aus allen Teilen der zivilisierten Welt trafen im Trauerhause ein . Die amerikanische Kolonie , unter der der verstorbene Forscher zahlreiche Schüler besaß , hatte eine Deputation zum Begräbnis entsandt . « Olga unterbrach sein Vorlesen : » War Mr. Macpherson auch unter der amerikanischen Deputation ? « » Du meinst den Amerikaner , der damals abends mit im Champagnerkeller war ? « » Ja , den langen Amerikaner , Mr. Macpherson , den der Kaff in Wien herumführte . « » Von Mr. Macpherson war die Rede ; aber er war nicht beim Begräbnis , er ist längst wieder in Amerika . « » Sage doch , « fuhr Olga nachdenklich fort , » wie ist das möglich , - daß man hier den Toten so feiert als Begründer der Krebsforschung , - da doch - - « sie stockte . » Der war er , « sagte Stanislaus , er hat die hervorragendsten Tierexperimente gemacht , die ganz Neues brachten . Hier steht es ja , - höre weiter , was