. » Freili . I bitt ' schön drum . « » Dann widersprechen Sie mir nicht ! Ich werde ihm den Namen Simplizius beilegen . « » Na , Hochwürden ! Geben S ' eahm an g ' scheiten Nam ' ! Andreas muaß er hoaßen . « Baustätter sah die zudringliche Frauensperson unwillig an und wandte sich zum Gehen . Die Schullerin weinte . » Warum gibt ' s denn g ' rad bei ins solchene G ' schichten ? Und g ' rad bei ins geht d ' Schand ' it aus . Dös is ja g ' rad , als wenn mir de Allerschlechtesten waar ' n. Wenn i hoam kimm , is beim Bauern ganz aus . I geh ' do rechtschaffa in mei Kirch ' , und ' s Madel ko aa nix dafür , daß Sie mit ' n Bauern an Streit hamm . Tean S ' ins dös it o , Herr Pfarrer ! « » Ich tue , was ich für recht erkannt habe . Ledige Kinder werden nach den Heiligen ihrer Geburtstage benannt . Das gilt für alle , und bei Euch mache ich keine Ausnahme . Wenn Sie widersprechen , taufe ich das Kind überhaupt nicht . « » I derf do it ja sag ' n. I derf ja net . « » Das geht mich nichts an . « » Nacha geh ' i halt hoam und sag ' s. Von mir aus ! Nacha geht da Verdruß auf a neu ' s o ! « » Taufen S ' den Buam halt Andreas ! « sagte die Hebamme . » Was geht das Sie an ? Mischen Sie sich nicht hinein ! Und Sie , gehen Sie nur heim ! Aber das will ich Ihnen sagen , ich bleibe auf meiner Vorschrift bestehen , ob es dem Herrn Schuller recht ist oder nicht . Und heute taufe ich überhaupt nicht mehr ; da müssen Sie morgen wiederkommen . Wenn dem Knäblein bis morgen etwas zustößt , sind Sie verantwortlich für sein Seelenheil . Sie haben erfahren , was das bedeutet ! « Mit diesen Worten ging der Pfarrer . Die Schullerin schaute ihm nach und wischte sich mit der Schürze die Tränen ab . » Geh ' ma halt ! « sagte sie . Wie sie durch den Friedhof schritt , blieb sie stehen und fing wieder heftig zu weinen an . » Wo soll i jetzt hi ' geh ' ? Da Bauer is am Feld draußd ' und kimmt vor auf d ' Nacht net hoam . D ' Urschula liegt im Bett , und i derf ihr ' s gar it sag ' n , daß ' s Kind an Spottnama kriag ' n muaß . I woaß gar it , wo i hi geh ' soll . ' s liabste waar mir überhaupts , i waar scho g ' storb ' n. I kriag ja do koan Ruah nimmer , und da hätt ' i do mein Ruah und wisset nix mehr ! « » Gehst vielleicht zum Pfarrer von Aufhausen umi , Schullerin ! « sagte die Hebamme . » Der ko dir an Auskunft geb ' n , ob ' s ös den Nama leiden müaßt ' s. « » Wia ko denn i nach Aufhausen umi ? De Deanstbot ' n san allsammete am Feld , und es muaß do wer dahoam sei ! Stallzeit is aa . « » I gang gern für di , aba unseroana ko it viel red ' n. Hoscht denn gar neamd , der dir den G ' fallen tat ? « Die Schullerin besann sich . » Höchstens der Haberlschneider , « sagte sie . » Bal er dahoam is . « » Nacha gehst zu ' n Haberlschneider . Der kunnt de G ' schicht richti vorbringa . « » I glaab it , daß ' s was helft . Und i plag ' an Haberlschneider it gern . « » Ja no , balst sinst neamd woaßt . Du tatst as ja aa für an andern . « » Probier ' i ' s halt ! « sagte die Schullerin . » Aba , was tuast denn du derweil ? Du ko ' st it mitlaffa mit ' n Kind , und hoam derfst aa net . Sinst spannt ' s d ' Urschula . « » Geh i halt ' ins Wirtshaus und wart ' auf di . Dös is sinst aa der Brauch , daß ma nach da Tauf ' ins Wirtshaus geht . « » Vo mir aus . Trinkst a Halbe , i bleib ' it lang ' aus . « Die Schullerin machte sich auf den Weg zum Haberlschneider , und die Hebamme ging ins Wirtshaus . Es war niemand in der Stube . Bei dem schönen Wetter nahm sich kein Bauer die Zeit zum Trinken . Die Hebamme legte das Kind auf einen Tisch , und die Kellnerin kam mit verschlafenen Augen hinter dem Ofen hervor . » D ' Haasin ? « sagte sie . » Host a Tauf ' g ' habt ? Kemma no mehra Leut ' ? « » Na , i bin alloa . « » Is denn koa Pat ' it dabei ? « » Na . Es is ja a ledig ' s Kind ! Von da Schuller Urschula . « » Ja so . Von da Urschula ? Is ' s a Madel . « » Na , a Bua . « » A Bua ? Da Hierangl Xaver , sagen s ' , muaß an Vater macha . Was schaffst denn , Haasin ? A Halbe Bier ? « » Ja , und an Kaas derfst mir aa bringa . « Nach einiger Zeit kam die Kellnerin wieder und stellte das matt aussehende Bier vor die Hebamme hin . Dann betrachtete sie das Kind , welches mit seinen runden Augen verwundert zur Decke hinaufschaute .