Brrr . « » Und zu diesem Behufe wurde sie bald danach in eine Tempelhalle geführt , drin zwei mächtige Wannen standen , eine von rotem Porphyr und eine von weißem Marmor , und zwischen diesen Wannen , auf einer Art Treppe , stand die Prinzessin selbst . Und nun wurden drei weiße Büffel in die Tempelhalle gebracht , und der Hohepriester trennte mit einem Schnitt jedem der drei das Haupt vom Rumpf und ließ das Blut in die daneben stehende Porphyrwanne fließen . Und jetzt war das Bad bereitet , und die Prinzessin , nachdem siamesische Jungfrauen sie entkleidet hatten , stieg in das Büffelblut hinab , und der Hohepriester nahm ein heiliges Gefäß und schöpfte damit und goß es aus über die Prinzessin . « » Eine starke Geschichte ; bei Tisch hätt ich mehrere Gänge passieren lassen . Ich find es doch entschieden zuviel . « » Ich nicht « , sagte der alte Zühlen , der sich inzwischen eingefunden und seit ein paar Minuten mit zugehört hatte . » Was heißt zuviel oder zu stark ? Stark ist es , soviel geb ich zu ; aber nicht zu stark . Daß es stark ist , das ist ja eben der Witz von der Sache . Wenn die Prinzessin bloß einen Leberfleck gehabt hätte , so fänd ich es ohne weiteres zu stark ; es muß immer ein richtiges Verhältnis dasein zwischen Mittel und Zweck . Ein Leberfleck ist gar nichts . Aber bedenken Sie , ' ne richtige Prinzessin als Sklavin in einem Harem ; da muß denn doch ganz anders vorgegangen werden . Wir reden jetzt soviel von großen Mitteln . Ja , meine Herren , auch hier war nur mit großen Mitteln was auszurichten . « » Igni et ferro « , bestätigte der Rektor . » Und « , fuhr der alte Zühlen fort , » soviel wird jedem einleuchten , um den Teufel auszutreiben ( als den ich diesen Nachbarfürsten und seine Tat durchaus ansehe ) , dazu mußte was Besonderes geschehn , etwas Beelzebubartiges . Und das war eben das Blut dieser drei Büffel . Ich find es nicht zuviel . « Thormeyer hob sein Glas , um mit dem alten Zühlen anzustoßen . » Es ist genau so , wie Herr von Zühlen sagt . Und zuletzt geschah denn auch glücklicherweise das , was unsre mehr auf Schönheit gerichteten Wünsche - denn wir leben nun mal in einer Welt der Schönheit - zufriedenstellen konnte . Direkt aus der Porphyrwanne stieg die Prinzessin in die Marmorwanne , drin alle Wohlgerüche Arabiens ihre Heimstätte hatten , und alle Priester traten mit ihren Schöpfkellen aufs neue heran , und in Kaskaden ergoß es sich über die Prinzessin , und man sah ordentlich , wie die Schwermut von ihr abfiel und wie all das wieder aufblühte , was ihr der räuberische Nachbarfürst genommen . Und zuletzt schlugen die Dienerinnen ihre Herrin in schneeweiße Gewänder und führten sie bis an ein Lager und fächelten sie hier mit Pfauenwedeln , bis sie den Kopf still neigte und entschlief . Und ist nichts zurückgeblieben , und ist später die Gattin des Königs von Annam geworden . Er soll allerdings sehr aufgeklärt gewesen sein , weil Frankreich schon seit einiger Zeit in seinem Lande herrschte . « » Hoffen wir , daß Lillis Vetter auch ein Einsehen hat . « » Er wird , er wird . « Darauf stieß man an , und alles brach auf . Die Wagen waren bereits vorgefahren und standen in langer Reihe zwischen dem » Prinzregenten « und dem Triangelplatz . Auch der Stechliner Wagen hielt schon , und Martin , um sich die Zeit zu vertreiben , knipste mit der Peitsche . Dubslav suchte nach seinem Pastor und begann schon ungeduldig zu werden , als Lorenzen endlich an ihn herantrat und um Entschuldigung bat , daß er habe warten lassen . Aber der Oberförster sei schuld ; der habe ihn in ein Gespräch verwickelt , das auch noch nicht beendet sei , weshalb er vorhabe , die Rückfahrt mit Katzler gemeinschaftlich zu machen . Dubslav lachte . » Na , dann mit Gott . Aber lassen Sie sich nicht zuviel erzählen . Ermyntrud wird wohl die Hauptrolle spielen oder noch wahrscheinlicher der neu zu findende Name . Werde wohl recht behalten ... Und nun vorwärts , Martin . « Damit ging es über das holperige Pflaster fort . In der Stadt war schon alles still ; aber draußen auf der Landstraße kam man an großen und kleinen Trupps von Häuslern , Teerschwelern und Glashüttenleuten vorüber , die sich einen guten Tag gemacht hatten und nun singend und johlend nach Hause zogen . Auch Frauensvolk war dazwischen und gab allem einen Beigeschmack . So trabte Dubslav auf den als halber Weg geltenden Nehmitzsee zu . Nicht weit davon befand sich ein Kohlenmeiler , Dietrichs-Ofen , und als Martin jetzt um die nach Süden vorgeschobene Seespitze herumbiegen wollte , sah er , daß wer am Wege lag , den Oberkörper unter Gras und Binsen versteckt , aber die Füße quer über das Fahrgeleise . Martin hielt an . » Gnädiger Herr , da liegt wer . Ich glaub , es ist der alte Tuxen . « » Tuxen , der alte Süffel von Dietrichs-Ofen ? « » Ja , gnädiger Herr . Ich will mal sehen , was es mit ihm is . « Und dabei gab er die Leinen an Dubslav und stieg ab und rüttelte und schüttelte den am Wege Liegenden . » Awer Tuxen , wat moakst du denn hier ? Wenn keen Moonschien wiehr , wiehrst du nu all kaputt . « » Joa , joa « , sagte der Alte . Aber man sah , daß er ohne rechte Besinnung war . Und nun stieg Dubslav auch ab , um den ganz Unbehilflichen mit Martin gemeinschaftlich auf den Rücksitz zu legen . Und bei dieser Prozedur kam der Trunkene einigermaßen wieder zu sich und sagte : » Nei