Stamm wird auferstehen , weil es gesagt worden ist , und meine Augen werden es noch sehen . « » Möge dir Gott ein langes Leben schenken « , sagte Witiko . » Das geht sehr schnell « , antwortete Huldrik , » und ich werde Euch den Bügel halten , wenn Ihr hier in Euer Schloß einzieht . « » Wenn ich einziehe , so halte den Bügel « , sagte Witiko . » Und zahlreiche Nachkommenschaft werde ich von Euch noch sehen « , sagte Huldrik . » Jetzt bin ich aber allein « , entgegnete Witiko . » Die Jungfrau blüht schon , die Euer Weib sein wird « , sagte Huldrik . » Versuchen wir nicht Gott , Huldrik « , sagte Witiko , » und erwarten wir , was sein wird . « » Es wird sein , es wird sein « , sagte Huldrik . Er stand auf , und sah dem Jünglinge freundlich in das Angesicht . Dieser saß in seinem Ledergewande auf dem Buchenlehnstuhle . Der alten Magd Regina waren die Hände in den Schoß gesunken , Jakob hatte von seiner Arbeit aufgehört , und beide sahen den Greis an . Witiko stand auch auf . » Erlaubt , daß ich Euch in Eure Kammer geleite , hoher Herr « , sagte Huldrik . » Lebe wohl und schlafe ruhig , Huldrik « , sagte Witiko . » Wie es Gott fügt « , antwortete Huldrik . Und sie verließen alle die Stube , und gingen in ihre Schlafkammern . Witiko blieb noch einen Tag in dem Hause . Am nächsten Tage verabschiedete er sich , und verlangte , daß der Knecht mit ihm nach dem Orte Friedberg gehe , und daß er von da sein Pferd an der Moldau aufwärts bis zu der Herberge an der untern Moldau führe , und dort auf ihn warte ; denn er selber werde auf den Kamm des Thomaswaldes gehen , und dann in der Herberge eintreffen . Der Greis Huldrik ließ es nicht zu , und sagte , er selbst müsse das Pferd führen , der Knecht könne neben ihm hergehen . Witiko fügte sich , und so ritt er von dem Wangetschlage weg . Der Greis ging in seinem Anzuge , zu dem er noch eine graue Filzhaube mit einer kleinen blauen Taubenfeder aufgesetzt hatte , einige Schritte hinter dem Pferde , und wieder einige Schritte hinter dem Greise ging der Knecht Jakob . In Friedberg zogen sie auf dem Fahrstege über die Moldau . Am jenseitigen Ufer stieg Witiko ab , und legte die Zügel des Pferdes in die Hände Huldriks . Dieser schlug von dem Knechte gefolgt das Pferd führend in dem Walde den schmalen Saumweg ein , der dem Wasser entgegen fortlief , und Witiko schritt links , und begann , die breite Höhe des Thomaswaldes hinan zu steigen . Auf dem Wege , den er einmal mit dem Führer Florian herab gekommen war , gelangte er nach etwas mehr als einer Stunde auf den Waldkamm , und fand sehr bald die Lichtung , auf welcher die Säule des heiligen Apostels Thomas gestanden war . Hier blieb er stehen , und sah auf das Land Baiern hinab , um welches jetzt Leopold und die Angehörigen des stolzen Heinrich stritten , und von welchem der Teil gegen Morgen , durch den die Donau , die Traun und die Enns flossen , vor ihm ausgebreitet lag , bis wo die Alpenberge zogen , und die steirische Mark begann . Dann sah er gegen das Land Böhmen , in welchem jetzt ein so wichtiger Wechsel des Herrschers vollzogen worden war . Er sah unter sich den blaulichen Wald durchstreift von der lichten Schlange der Moldau , dann sah er in der Richtung zwischen Morgen und Mitternacht den Blansko als letzte Waldhöhe an dem Himmel , in der Richtung zwischen Mitternacht und Abend konnte er in den dunkeln Wäldern den fahlen Wacholderberg erkennen , der bei Plan stand , und von diesem Berge gegen Abend die blaue Wand , die den dunkeln See und die drei Sessel hegte . Der Ort , wo er stand , war die höchste Waldesstelle . Dann ging er auf einem schmalen Pfade schief in der Richtung gegen Mitternacht und Abend durch den Thomaswald wieder zu dem Wasser der Moldau nieder , und kam an der Stelle an , welche die untere Moldau hieß , und an welcher die gezimmerte Herberge stand , von der Rowno gesagt hatte . In der Herberge fand er Huldrik und den Knecht Jakob und sein Pferd . Nachdem die Pflege des Pferdes besorgt worden war , und nachdem er mit seinen Begleitern ein Mittagmahl eingenommen hatte , verabschiedeten sie sich , Huldrik ging mit dem Knechte auf dem Saumwege an der Moldau nach Friedberg und von da in den Wangetschlag zurück . Witiko ritt von der Herberge auf dem Stege über das Wasser der Moldau , dann mitternachtwärts an dem neuen Eckschlage vorbei , dann gegen Abend über ein schwarzes Moor , dann durch dichte Wälder , und kam am Nachmittage in dem oberen Plane an . Er wurde von den Seinigen sehr freundlich begrüßt , und Raimund trug die schöne Armbrust in die Kammer . Witiko legte nun seine Lederbekleidung wieder ab , tat sein Waldgewand an , und lebte wie früher . Er machte nun häufig Übungen mit seinem Pferde im Schnellaufen auf einem Boden mit Unebenheiten Gestrippe und andern Hindernissen . Am Ende des Herbstmonates kam ein Mann mit einem Wanderstabe zu ihm , und sagte , daß er von Hostas Burg komme . Er habe zu den Leuten der Burg gehört , weil er aber schon alt werde , verlangte es ihn in seine Heimat , Bores erwirkte ihm seine Verabschiedung , und er verließ die Burg . Weil seine Heimat aber auch im Walde sei , so habe ihm Bores eine Nachricht an Witiko mitgegeben . » Welche Nachricht ? « fragte Witiko . » Daß die Herzogin