rief er ingrimmig und schnallte die Keule los , die über den Rücken gefestigt ihn begleitet , und stand im Gewühl wie ein Drescher in der Tenne . Lang ' schon war ein Reiter um ihn geschwärmt , » Kyrie eleison ! « sang der Alte und schlug des Rosses Schädel entzwei , mit gleichen Füßen sprang der Reiter zur Erde , ein leichter Hieb von krummem Säbel streifte Moengals Arm . » Hoiho ! « schrie er auf , » im Lenzmonat ist gut Aderlassen , sieh dich für , Ärztlein ! « und er tat einen Keulenschlag , als wollt ' er seinen Gegner klaftertief in die Erde hineinschlagen . Der Hunnenkämpe bog dem Hieb aus , da fiel der Helm - ein rotbackig Gesicht schaute zu dem Keulenschwinger hinüber , wallendes Haupthaar quoll drüber vor , von rotem Band durchflochten ; eh ' er einen zweiten Hieb führte , sprang ' s an Moengal hinauf wie eine Tigerkatze , das junge Gesichtlein hob sich vor dem seinen , als sollt ' ihm in alten Tagen noch eines Kusses Gelegenheit beschert sein - da fuhr ein Biß in seine Wange , scharf und gut , er umfaßte den Angreifer - das war wie weibliche Hüften . » Weiche von mir , Unhold « , rief er , » hat die Hölle auch Teufelinnen ausgespien ? « da saß ein zweiter Biß auf der linken Wange , gestörtes Gleichmaß herzustellen . Er fuhr zurück , sie lachte ihn an , ein ledig Roß sprang vorüber - eh ' Moengal , der Alte , die Keule wiederum gehoben , saß Erica im Sattel und ritt davon wie ein Traum der Nacht , wenn der Hahn kräht ... Beim Heerbann im Mitteltreffen focht Herr Spazzo , der Kämmerer , als Führer einer Rotte . Das langsame Vorrücken hatte ihm behagt , wie der Kampf aber gar kein Ende nehmen wollt ' und alles ineinand verbissen war , wie Meute und Edelwild auf der Hetzjagd , da ward ' s ihm schier zu viel . Eine idyllische Stimmung kam über ihn mitten unter Tod und Todesnot . Erst wie ihm einer im Vorbeireiten den Helm als Beutestück abriß , ward er aufgerüttelt aus seiner Betrachtung , und wie derselbe , den Versuch erneuernd , ihm auch noch den Mantel wegzerren wollte , rief er unwillig : » Ist ' s noch nicht genug , du Scharfschütz des Teufels ? « und tat einen Stich nach ihm , daß des Hunnen Schenkel von der langen Schwertklinge an sein Roß angeheftet ward . Jetzt gedachte er , ihm den Todesstoß zu geben , doch wie er sein Antlitz schaute , war es also häßlich , daß er beschloß , ihn als lebendige Erinnerung des Tages seiner Gebieterin mitzubringen . Da machte er den wunden Mann zum Gefangenen ; er hieß Cappan und schmiegte seinen Hals unter Herrn Spazzos Arm , als Zeichen der Unterwerfung , und grinste mit den weißen Zähnen , wie ihm sein Leben geschenkt ward . Gegen die Brüder der Reichenau führte Hornebog seinen Schwarm . Dort hielt der Tod reiche Ernte . Des Klosters Mauern glänzten fern aus dem See herüber zu den Streitern , wie eine Mahnung zu wuchtigem Dreinschlag , und der Hunnen mancher , der in Schwertes Bereich kam , merkte , daß er auf schwäbischem Boden stund , wo der Streiche gediegenste wild wachsen wie die Erdbeeren im Wald . Doch auch in der Brüder Reihen ward ' s lichter : da ruhte Quirinus , der Schreiber , für immer vom Schreibkrampf , der die Lanze in seiner Rechten zittern gemacht , da sank Wiprecht , der Sternkundige , und Kerimold , der Meister im Forellenfang , und Wittigowo , der Bauverständige - wer kennt sie alle , die Namenlosen , die freudigen Todes starben ? Nur einem gedieh ein hunnischer Pfeil zum Heile ; das war der Bruder Pilgeram . Zu Köln am Rhein war er geboren und hatte seinen Wissensdurst und einen mächtigen Kropf auf Pirmins Eiland getragen , der frömmsten und gelahrtesten Mönche einer , doch wuchs sein Kropf , und über Aristoteles ' » Ethik « war er tiefsinnig geworden , daß Heribald oft mitleidig zu ihm gesagt : » Pilgeram , du dauerst mich ! « Jetzt durchschnitt ihm ein Pfeil des Halses Überhang : » Fahr ' wohl , Freund meiner Jugend ! « rief er und sank . Doch war ' s keine schwere Wunde , und wie er wieder erwachte , war ' s leicht am Hals und leicht im Kopf , und seinen Aristoteles schlug er zeitlebens nimmer auf . Am das sankt-gallische Feldzeichen war ein erlesen Häuflein geschart . Noch flatterten die schwarzen Wimpel vom Bild des Gekreuzigten , aber der Kampf war hart . Mit Wort und Tat feuerte Ekkehard die Genossen an , Widerpart zu halten ; es war Ellak selber , der gegen sie anritt . Leichen erschlagener Männer und Rosse lagen in wildem Durcheinander ; wer überlebte , hatte seine Schuldigkeit getan , und wo alle brav , ragt keine Einzeltat , besonderen Ruhm erheischend aus dem Geschehenen herfür . Herrn Burkhards Schwert hatte in Ekkehards Händen neue Bluttaufe errungen , doch vergeblich war er auf Ellak , den Heerführer , eingedrungen , nur wenig Hiebe wechselten sie , da trennte das Wogen der Schlacht die Streitenden . Schon wankte das hochgehaltene Kreuz , von unablässigen Geschossen umschwirrt - da ging durch die Reihen ein Schrei des Staunens : vom Hügel , der den Turm von Hohenfridingen trägt , kamen zwei Reiter gesprengt , fremd an Gestalt und Rüstung . Schwerfällig und mächtigen Umfangs saß der eine zu Roß , von veralteter Form war Schild und Harnisch , doch verblichene Vergüldung zeigte den vornehmen Kriegsmann . Ein goldner Reif schlang sich um den Helm , vom roten Busch umwallt . Der Mantel flog im Wind ; den Speer eingelegt , ritt er einher , ein Bild aus alten Zeiten , wie der