ihnen das Geld erlesen würde . Resli steckte sein Guldenstück apart ins Leiblitäschli , Anne Mareili behielt es in der Hand ; aber Beiden ward erst jetzt so recht behaglich und traulich im Stübchen und so recht offen ums Gemüt . Es war ihnen , als könnten und müßten sie einander alles sagen , was sie auf dem Herzen hätten und was sie in Liebe und Leid gesinnet . Anne Mareili erzählte , wie es ihm gewesen , als es mit dem Vater fortgefahren und nicht hätte vernehmen können , woher Resli sei . Mit mehr als hundert Bursche hätte es schon getanzt , aber mit keinem sei es ihm so gegangen ; da hätte es ihm schon während dem Tanzen immer getönt , der oder Keiner , und als er nun verschwunden , sei es ihm gewesen , als gehe der Himmel zu . Lange hätte es nicht mehr lachen mögen und nichts als stunen und sinnen ; die Mutter hätte es manchmal auseinandergenommen und gemeint , es sei etwas Verdächtiges , aber was hätte es ihr sagen sollen ? Nirgends hätte es ihn mehr antreffen können , und alle Sonntag hätte es denken müssen , läßt er öppe heut verkünden ? Und wenn es am Freitag zusammengeläutet , so hätte es sich fast nicht des Weinens erwehren mögen , es hätte immer denken müssen , läuten sie ihm wohl heute zKilche ? Aber erst als man ihns mit dem Kellerjoggi zu plagen angefangen , hätte es recht an ihn sinnen müssen , und kein Morgen sei ihm aufgegangen , wo ihm nicht vorgekommen sei , als hätte es ihn des Nachts im Traume gesehen . » Aber du « , frug Anne Mareili , » hast du gewußt , wer ich war ? « Da ward Resli rot und sagte , es solle ihm recht nicht zürnen , er wolle ihm Punktum die Wahrheit sagen . Aber Anne Mareili ward rot , fast böse , und sagte , es möge nichts hören von einer Liebe , die ein Jahr daure , und man wisse , wo das Meitschi sei , und tue keinen Wank , um zu ihm zu kommen ; es hätte ihn aufrichtiger geglaubt und wisse jetzt , woran es sei . Mit großer Mühe kam Resli zur Rede und bat , es möchte doch nicht so aufbrennen ; wenn es ihn gehört , so werde es zufrieden sein . Er erzählte nun Punktum , wie es zu Hause gestanden , wie die Mutter ihn nicht habe anhören wollen , wie er allen Mut verloren und bsunderbar , als er nachgefragt und vernommen , wie reich sie seien und daß ihr Vater apart auf reiche Tochtermänner hielte und daß diese von ihren Eltern alles alleine erbten . Aber wie wunderbar es nun gegangen sei , daß am selben Tage , wo sie daheim so recht sich versöhnt für immerdar und er Eltern und Geschwistern sein Herz eröffnet , wie er an einem Meitschi hange , aber nicht Mut gehabt wegen ihrem Streit und wegen deren Reichtum , und sie ihm zugeredet , er solle daran hin , und ihm alles Liebs und Guts versprochen , es gestürmt und das Feuer so seltsam und ungesinnet sie zusammengebracht hätte . Er müsse glauben , das sei nicht von ungefähr gewesen , darum habe er auch Mut zum Glauben , es komme alles gut , denn wenn sie nicht zusammenkämen , so wüßte er doch nicht , warum alles so gegangen wäre . Anne Mareili hatte Mühe , sich darein zu finden , daß Resli gewußt , wer es wäre , und doch so lange bei ihm sich nicht gekündet ; wenn es ein Bub gewesen wäre , das hätte es nicht übers Herz bringen können , sagte es . Jetzt könne es es begreifen , und es wolle ihm verzogen haben , aber so recht lieb müsse er ihns haben , lieber als alles in der Welt , gerade auch so , wie es ihn lieb haben wolle , sonst hätte es den Mut nicht , so recht sich zu wehren und anezstoh . » Aber , daß ich doch frage , wie muß die Sache gehen , und was willst du jetzt vornehmen ? « Guter Rat war da teuer und um so mehr , da Anne Mareili meinte , es sei kein Zögern , kein Aufschieben , weil Kellerjoggi sich jüngst nachgiebiger gezeigt und dem Vater verheißen , wenn er nur verkünden lassen wolle , so wolle er mit dem Verschreiben sich auch nicht eigelig machen , sondern sich öppe nachela , daß man zufrieden sein könne . Ein langes Unterholzen war da nicht tunlich , es mußte rasch zu Werke geschritten werden , und da schien es endlich Resli am männlichsten und am besten , wenn er geradezu selbst käme und dem Dorngrütbauer die Tochter abforderte ; dann aber müßte Anne Mareili zu ihm stehen und bekennen , sie seien einig und es wolle keinen Andern . Anne Mareili hätte es besser gefallen , wenn der Vater gekommen wäre , es hätte sich besser im Hintergrunde halten können , es wäre der Sache nicht so geradezu auf den Leib gegangen gewesen , hätte nicht geheißen : Vogel friß oder stirb . Mädchen scheuen dieses Geradeaus , kommen lieber hintenum zur Sache oder so bei Längem , süferli , wie eine Katze zur Maus ; so geht es freilich oft leichter , aber es ist doch nicht jedes Mannes Sache , und auch oft kömmt man vor lauter Umwegen nicht zur Sache . Dann kam es natürlich aus , wo es gewesen , und darauf konnte es zählen , daß es , solange es noch daheim war , kein gut Wort mehr bekam . Wenn es sein müsse , sagte Anne Mareili , so wolle es sich in Gottes Namen darein schicken ihm zulieb , wenn er ihm schon ein ganzes Jahr nicht nachgefragt hätte . Aber es sehe voraus , es gehe nicht , und