, tapfere Gestalt ; er hatte nie einen schönern Jäger gesehen . Er zweifelte nicht , daß er einer von jenen sei , um derentwillen er schon seit mehreren Tagen das verlassene Gebirge vergebens durchschweift hatte , und trug daher keinen Augenblick Bedenken , dem Abenteuer zu folgen . Der Jäger ging singend voraus , Friedrich ritt in einiger Entfernung nach . So zogen sie immer tiefer in das Gebirge hinein . Die Sonne war lange untergegangen , der Mond schien hell über die Wälder . Als sie ohngefähr eine halbe Stunde so gewandert waren , blieb der Jäger in einiger Entfernung plötzlich stehen , nahm sein Hifthorn und stieß dreimal hinein . Sogleich gaben unzählige Hörner nacheinander weit in das Gebirge hinein Antwort . Friedrich stutzte und wurde einen Augenblick an dem ehrlichen Gesichte irre . Er hielt sein Pferd an , zog sein Pistol heraus und hielt es , gefaßt gegen alles , was daraus werden durfte , auf seinen Führer . Der Jäger bemerkte es . » Lauter Landsleute ! « rief er lachend , und schritt ruhig weiter . Aller Argwohn war verschwunden , und Friedrich ritt wieder nach . So kamen sie endlich schon bei finsterer Nacht auf einem hochgelegenen , freien Platze an . Ein Kreis bärtiger Schützen war dort um ein Wachtfeuer gelagert , grüne Reiser auf den Hüten , und ihre Gewehre neben sich auf dem Boden . Friedrichs Führer war schon voraus mitten unter ihnen und hatte den Fremden angemeldet . Mehrere von den Schützen sprangen sogleich auf , umringten Friedrich bei seiner Ankunft und fragten ihn um Neuigkeiten aus dem flachen Lande . Friedrich wußte sie wenig zu befriedigen , aber seine Freude war unbeschreiblich , sich endlich am Ziele seiner Irrfahrt zu sehen . Denn dieser Trupp war , wie er gleich beim ersten Anblick vermutet , wirklich eine Partei des Landsturmes , den das Gebirgsvolk bei dem unlängst ausgebrochenen Kriege gebildet hatte . Die Flamme warf einen seltsamen Schein über den soldatischen Kreis von Gestalten , die rings umherlagen . Die Nacht war still und sternhell . Einer von den Jägern , die draußen auf dem Felsen auf der Lauer lagen , kam und meldete , wie in dem Tale nach Deutschland zu ein großes Feuer zu sehen sei . Alles richtete sich auf und lief weiter an den Bergesrand . Man sah unten die Flammen aus der stillen Nacht sich erheben , und konnte ungeachtet der Entfernung die stürzenden Gebälke der Häuser deutlich unterscheiden . Die meisten kannten die Gegend , einige nannten sogar die Dörfer , welche brennen müßten . Alle aber waren sehr verwundert über die unerwartete Nähe des Feindes , denn diesem schrieben sie den Brand zu . Man erwartete mit Ungeduld die Zurückkunft eines Trupps , der schon gestern in die Täler auf Kundschaft ausgezogen war . Einige Stunden nach Mitternacht ohngefähr hörte man in einiger Entfernung im Walde von mehreren Wachen das Losungswort erschallen ; bald darauf erschienen einige Männer , die man sogleich für die auf Kundschaft Ausgeschickten erkannte und begrüßte . Sie hatten einen jungen , fremden Mann bei sich , der aber über der üblen Zeitung , welche die Kundschafter mitbrachten , anfangs von allen übersehen wurde . Sie sagten nämlich aus , eine ansehnliche feindliche Abteilung habe ihre heimlichen Schlupfwinkel entdeckt und sie durch einen rastlosen , mühsamen Marsch umgangen . Der Feind stehe nun auf dem Gebirge selbst mitten zwischen ihren einzelnen , auf den Höhen zerstreuten Haufen , um sie mit Tagesanbruch so einzeln aufzureiben . - Ein allgemeines Gelächter erscholl bei den letzten Worten im ganzen Trupp . » Wir wollen sehn , wer härter ist « , sagte einer von den Jägern , » unsere Steine oder ihre Köpfe ! « Die Jüngsten warfen ihre Hüte in die Luft , alles freute sich , daß es endlich zum Schlagen kommen sollte . Man beratschlagte nun eifrig , was unter diesen Umständen das klügste sei . Zum Überlegen war indes nicht lange Zeit es mußte für den immer mehr herannahenden Morgen ein rascher Entschluß gefaßt werden . Friedrich , der allen wohl behagte , gab den Rat , sie sollten sich heimlich auf Umwegen neben den feindlichen Posten hin vor Tagesanbruch mit allen den andern zerstreuten Haufen auf einem festen Fleck zu vereinigen suchen . Dies wurde einmütig angenommen , und der Älteste unter ihnen teilte hiermit alsogleich den ganzen Haufen in viele kleine Trupps und gab jedem einen jungen , rüstigen Führer zu , der alle Stege des Gebirges am besten kannte . Über die einsamsten und gefährlichsten Felsenpfade wollten sie heimlich mitten durch ihre Feinde gehen , alle ihre andern Haufen , auf die sie unterwegs stoßen mußten , an sich ziehn und auf dem höchsten Gipfel , wo sie wußten , daß ihr Hauptstamm sich befände , wieder zusammenkommen , um sich bei Anbruch des Tages von dort mit der Sonne auf den Feind zu stürzen . Das Unternehmen war gefährlich und gewagt , doch nahmen sie sehr vergnügt Abschied voneinander . Friedrich hatte sich auch ein grünes Reis auf den Hut gesteckt und auf das beste bewaffnet . Ihm war der junge Jäger , den er zuerst auf der Straße nach Italien getroffen , zum Führer bestimmt worden , zu seinen Begleitern hatte er noch zwei Schützen und den jungen Menschen , den die Kundschafter vorhin mitgebracht . Dieser hatte die ganze Zeit über , ohne einigen Anteil an der Begebenheit verspüren zu lassen , seitwärts auf einem Baumsturze gesessen , den Kopf in beide Hände gestützt , als schliefe er . Sie rüttelten ihn nun auf . Wie erstaunte da Friedrich , als er sich aufrichtete und in ihm denselben Studenten wiedererkannte , den er damals auf der Wiese unter den herumziehenden Komödianten getroffen hatte , als er auf Romanas Schloß zum Besuche ritt . Doch hatte er sich seitdem sehr verändert , er sah blaß aus , seine Kleidung war abgerissen , er schien ganz herunter . Sie setzten