Landschaftliches in Erinnerung geblieben , auf dem der Zeichner oder Maler , aus drei Linien und einem Farbenklecks , einen Binnensee samt Berg und Landzunge vor mich hinzuzaubern wußte . Fast möcht ' ich glauben , daß sich ein Studium dieser Arbeiten und ihrer Technik auch unsererseits verlohnen würde , wie denn bereits Amerikaner und Engländer ( ich erinnere nur an die englischen Kinderbücher ) allerhand daraus gelernt zu haben scheinen . Der Park und die Kirche Der Park , der sich in einen inneren und einen äußeren teilt , ist durch Umfang und Schönheit ausgezeichnet , und stammt in seiner ursprünglichen Gestalt aus den Tagen des Oberjägermeisters . Ich beginne mit dem Innenpark . Er ging , wie das Schloß selbst , durch allerhand Phasen und verwandelte sich allmählich aus gradlinigen , französisch geschnittenen Gängen in einen Park im englischen Stile . Sein gegenwärtiges Aussehen empfing er durch Lenné , der übrigens einige Reste der ursprünglichen Anlage fortbestehen ließ und durch diesen Akt der Pietät auch der Schönheit einen Dienst leistete . Zu dem , was blieb , gehören unter andern einige der schönsten Hecken , insonderheit eine dichte , zehn Fuß hohe Buchsbaumhecke , die , wegen ihrer zwei-armsstarken Stämme , die Bewunderung aller Gartenkünstler zu sein pflegt . Überhaupt ist der Park reich an alten und eigenartigen Bäumen , unter welchen letzteren wiederum eine Trauerhasel ( die in Paris prämiiert wurde ) den ersten Rang einnimmt . Außerdem aber wären ein paar Taxusbäume zu nennen , die , nach Alter und Umfang , dem Taxus im Garten unsres Herrenhauses , Leipzigerstraße 3 , gleichkommen dürften . Auf das Ganze hin angesehen , erkenn ' ich indessen die Schönheit des Parkes nicht in einer Reihe dieser oder ähnlicher Einzelheiten , sondern in seiner Terrassierung und Perspektive . Das in Schräglinie nur mäßig ansteigende Terrain ist durch Abstechung in drei große Stufen umgewandelt worden , auf deren jeder wieder ein quadratischer Teich aufblitzt . In einer Umrahmung oft seltener und jedenfalls immer schöner Bäume gewähren diese Wasserflächen einen großen Reiz . Unmittelbar an die letzte Terrasse schließt sich der Außenpark , ein Waldhügel , der mit seinen hohen Eichen und Weißbuchen den Innenpark überragt und beherrscht . Er hat die Form eines Topfkuchens , von dessen höchstem Punkt aus eine Menge heller gefärbter Linien nach allen Seiten hin niederlaufen . Dies sind die Wege . Das Ganze führt den Namen » das Kapphölzchen « oder auch der Obristenberg , weil » Sa Majesté le Colonel de Cocceji « hier zu sitzen und zu meditieren liebte . Zugleich befindet sich hier auch das unterirdische , von Blumen überwachsene Gewölbe , darin derselbe beigesetzt wurde . Noch ein Anderes spricht und mahnt an dieser Stelle : das Monument , das die treue Seele , die Neumann , in Erinnerung an die Schreckenstage von Anno 1806 selbständig und aus eigenen Mitteln errichten ließ . Es trägt folgende Inschrift : Als in den unglücksvollen Jahren , Der Feind den Herrn vom Herde trieb Und unter tödtlichen Gefahren Ihm nichts von seiner Habe blieb , Als ihm und die ihm treu ergeben Des Schmerzes bittre Thrän ' entfiel , Da diente unter Furcht und Beben Uns diese Stelle zum Asyl . Für Euch , die Ihr ' s empfinden könnt ' , Erbaute man dies Monument , 1806 . ( ? ? ? ) 1810 . Die drei Fragezeichen in Parenthese sind mit in den Stein eingegraben und sollen sehr wahrscheinlich einen stillen Protest gegen die französische Wirtschaft ausdrücken . Etwa die Frage : » Wie lange noch ? « Die Kirche , nach Art einer Hauskapelle , steht nur wenige Schritte vom Schloß entfernt . Es ist ein einfaches Gebäude , wie die Reformierten ( und die Hertefelds waren reformiert ) es immer zu halten pflegten . Erst in allerneuester Zeit , unter den Eulenburgs , ist einiges geschehen , um die Nüchternheit zu bannen und die bekannte » weiße Tünche « durch Farbe zu beleben . An die Stelle der sozusagen immer » mehr Licht « fordernden einfachen Scheiben , sind fünf Fenster mit Glasmalereien getreten , von denen zwei den Matthäus und Paulus , die drei andern aber die Wappenschilde der Hertefelds , Eulenburgs und Rothkirchs darstellen . Auch an Gedächtnistafeln und Inschriften fehlt es nicht , von denen eine hier ihre Stelle finden mag : » Aus freyem Antrieb ging für ' s Vaterland Carl Freiherr von Hertefeld ; kehrte in das väterliche Haus zurück den 2. August 1814 . Joachim Schulz . « So schlicht und unbedeutend das klingt , so hat es doch seine Bedeutung , und erzählt uns , im Zusammenhange mit der oben zitierten Steininschrift im Park , von jener Patriarchalität und Humanität , die hier allezeit ihre Stelle hatten . Es gab da nichts von Hochfahrenheit und strengem Regiment , alles war Milde , Wohltun und Freundlichkeit , und durch mehr als zwei Generationen hin wurd ' ein schönes Beispiel gegeben , wieviel , wenn sie nur echt ist ( und nicht zu kirchlich auftritt ) , die Liebe zu den Untergebenen vermag . An eigentlichen Wertgegenständen birgt die Kirche nichts , doch ist einiges da , was ein Interesse wecken mag . Auf dem Abendmahlskelche finden sich folgende Worte : » Zur Feier des am 30. Mai 1814 zu Paris abgeschlossenen glorreichen Friedens und zum Ersatz des am 27. Oktober 1806 von den französischen Truppen geraubten Kirchengeräths . « Ebenso mag noch erwähnt werden , daß sowohl Kruzifix wie Kommunionsleuchter aus Olivenholz angefertigt wurden , das der jüngere Graf Philipp von einer Reise nach Jerusalem und Palästina mit heim brachte . Der Fußboden der Kirche besteht aus italienischen Fliesen , die , gleichzeitig mit dem vorerwähnten großen Mosaikbilde , nach Liebenberg kamen . Über all dies hinaus aber und als etwas relativ Wichtiges muß das Kirchenbuch gelten , das seit 1663 existiert und über viele Punkte der Hertefeldschen Familie die dankenswertesten Aufschlüsse gibt . Ebenso verzeichnet es eine zu Liebenberg vollzogene zelebre Taufe :