sich , wie schwer es ist , über den Gang eines Gefechts etwas Sicheres in Erfahrung zu bringen . Es liegen mir vier Beschreibungen 46 vor , die zum Teil in den wichtigsten Punkten abweichen ! Wie die Brigaden untereinander und dann wieder wie die Bataillone jeder einzelnen Brigade gestanden haben , darüber herrscht Widerspruch . Einige lassen das Neysche Korps eine Rolle spielen , nach anderen erschien es so gut wie gar nicht . Ein Bericht spricht von vier Geschützen beim ersten französischen Angriff , ein anderer von drei Batterien . Am meisten Übereinstimmung herrscht noch in betreff unserer Brigade Hünerbein , ganz speziell auch darüber , daß es das Bataillon Othegraven und » zwei andere Bataillone « ( nach Zychlinski die unseren ) waren , die die Schlacht glänzend einleiteten . Der Schlacht an der Katzbach folgte als nächstes wichtiges Ereignis der Elbübergang bei Wartenburg am 3. Oktober . Dazwischen lag eine Anzahl von Gefechten , die zum Teil blutiger verliefen als der Katzbachtag . Es waren : am 4. September Gefecht bei Hochkirch , am 15. bei Langen-Wolmsdorf , am 20. bei Groß-Harthau , am 21. bei Bischofswerda . Namentlich das erstgenannte ( Hochkirch ) legte dem 3. Bataillon , das hier seitens unseres Regiments allein in Aktion trat , große Opfer auf . Es verlor von 479 Mann 108 . Unter den Gefallenen war der Kommandeur Major von Zepelin . Den Elbübergang machte unser Regiment mit , ohne in das Gefecht selbst mit verwickelt zu werden . So schritt man auf Leipzig zu , dem blutigen Tage von Möckern entgegen . Die Schlacht bei Möckern , 16. Oktober Napoleon , von dem Heranrücken der schlesischen Armee unterrichtet , stellte derselben das 6. Korps unter Marmont entgegen . Marmont lehnte seinen linken Flügel an Möckern und die Elster , den rechten an den Rietschkebach bei Eutritzsch . Der linke Flügel war der strategisch wichtigere , weil er die nächste Straße nach Leipzig deckte . Um Dorf Möckern und die hart daneben gelegene Höhenposition drehte sich denn auch recht eigentlich der Kampf . Hier setzte das Yorksche Korps seine beste Kraft ein , speziell auch unser Regiment . Das 2. Bataillon focht in der Avantgarde , und war unter den Truppen , die Dorf Möckern nahmen und behaupteten . Das 1. und 3. Bataillon aber richteten , wie das Gros des Korps überhaupt , ihre Angriffe gegen die östlich vom Dorf gelegene Höhe von Möckern . Über beide Kämpfe ein kurzes Wort . Das 2. Bataillon im Dorfe Möckern Alle Häuser und Scheunen waren verrammelt und mit Schießscharten versehen ; die Tirailleurs prallten ab . Jetzt wurden unsererseits vier Bataillone zum Angriff vorgezogen . Unser 2. Bataillon und ein Landwehrbataillon hatten die Tete . Der Feind , sechs Bataillone stark , stand hinter den Ziegelscheunen des Dorfes . Trotzdem avancierten die Unsern bis auf hundertundfünfzig Schritt und wechselten Bataillonssalven mit dem Gegner . Nunmehr ging dieser zum Angriff über und unser 2. Bataillon mußte zurück . Inzwischen aber waren die Bataillone der zweiten Linie nachgerückt , und mit diesen vereint gingen wir aufs neue gegen Möckern vor . Das Dorf wurde mit dem Bajonett genommen , verloren und wieder genommen . Ein Häuserkampf folgte . Chaotisches Getümmel . Alle Bataillone , die hier vorgegangen waren , fochten aufgelöst durcheinander . Das 1. und 3. Bataillon gegen die Höhe von Möckern Gegen die östlich vom Dorf gelegene Höhe von Möckern waren inzwischen die Brigaden Steinmetz und Karl von Mecklenburg avanciert . Die Bataillone fielen rottenweise . Jetzt erging Befehl auch an die Brigaden Horn und Hünerbein , sich von Lindenthal aus ( das sie vorher besetzt hatten ) rechts zu schieben und bei Wegnahme der Höhe von Möckern mit einzugreifen . Eine allgemeine Begeisterung ergriff die Gemüter ; Generale , Offiziere , Soldaten , alle waren von dem Gedanken beseelt , daß hier nur zwischen Sieg und Tod zu wählen sei . Unser 1. Bataillon drängte mit anderen aus der zweiten in die erste Linie vor , die feindliche Stellung wurde durchbrochen und Viereck auf Viereck niedergemacht . Leutnant und Adjutant des 3. Bataillons von Johnston 47 zeichnete sich hierbei durch glänzende Bravour aus , und Leutnant Goßler vom 1. Bataillon folgte , wiewohl verwundet , mit seiner Schützenabteilung dem weichenden Feinde . Diesem jungen Offizier – später Oberst und Kommandant von Schweidnitz – verdanken wir eine glänzende Schilderung des Tages von Möckern , soweit unser Regiment in Betracht kommt . » Die Reveille am 16. Oktober brachte uns die Gewißheit , daß es heute zur Schlacht kommen werde . Es war ein feierlicher Morgen . Gewehr und Munition wurden nachgesehen und letztere kriegsmäßig ergänzt . Jeder brachte sein Bindezeug in Ordnung , und alles Überflüssige ( namentlich Karten ) wurde fortgeworfen . Es war schon voller Tag , als das Korps gegen Leipzig aufbrach ; wir hatten vollständig abgekocht . Die Gewehre wurden beim Antreten geladen . Anfänglich bewegten wir uns in der gewöhnlichen Marschordnung ; als es aber das Terrain neben der großen Straße zu gestatten begann , formierten wir Angriffskolonne , was unser Vorgehen gegen die Höhen von Möckern beschleunigte . Bald gerieten wir in ein heftiges Granatfeuer , avancierten aber bis zu einer Terrainfalte , wo wir vor den feindlichen Wurfgeschossen einigen Schutz fanden , und während eines kurzen Haltens Atem schöpfen und unsere schon etwas gelichteten Rotten wieder voll machen konnten . Eine Kanonenkugel schlug hier in unser 1. Bataillon und tötete den Sekondeleutnant Knopki , mit dem ich mich kurz vorher wegen seines reglementswidrigen Platzes in der Kolonne gestritten hatte . Er usurpierte den Platz , der mir zukam , und wurde dafür statt meiner mit dem Tode bestraft . Ich habe mich darüber lange nicht beruhigen können . Als für uns der Moment zum ersten Bajonettangriff gekommen war , stiegen unsere Stabsoffiziere vom Pferde , und nun hörte eigentlich alles Kommando auf . Wir hatten die junge französische Garde samt einem Marinebataillon unter Marmont gegen uns , und im weiteren Vordringen ,