mir lassen ! « Müd machte Jul mit der Faust die Bewegung eines Schlages . Ein kurzes Schweigen . » Gut ! « Und Malimmes mit einem wunderlichen Lächeln , stand vom Boden auf . » Wie ' s dir am besten taugt . Man muß nur allweil sagen , wie man ' s haben will . « Er ging zum Tisch und holte die eiserne Schaller . » Aber - eins mußt du dir merken , Bub : Was man will , muß man können . Oder man darf nicht wollen , was man nit kann . « Weiter sprach er kein Wort mehr , während er dem Buben den blanken Eisenhut über die Kettenhaube stülpte und unter dem geschützten Kinn die Sturmspange festmachte . Schweigend schnallte er ihm das Dolchgehenk um den Küraß und gab ihm die Schwertkette um die Schulter . Jul , den Knauf des Schwertes fassend , sagte leis : » Viel Ding im Leben sind hart . « » Das Härteste sollst du nit kennen lernen . « Mit großen Augen sah der Bub den Söldner an . » Das Härteste ? Was ist das ? « » Wenn einer friert . Und möcht sich wärmen an der besten Glut . Und kann seiner Lebtag nie nit zum richtigen Ofen kommen . « Jul fragte scheu : » Was tut so einer ? « » Lachen ! « Da fand Malimmes wieder seinen heiteren Ton . » Wenn er ein Kluger sein will . Oder heulen - wenn er ein wehleidiges Rindviech ist . « Runotter trat in die Stube . » Guck , Bauer ! Jetzt schau den Buben an ! Allweil heißt ' s : Herr Albrecht , der Münchner Prinz , wär von allen fürstlichen Jungherren der Feinste . Aber im Eisen kann er auch nit schöner dastehen als wie der Jul ! Und wenn der Bub erst droben hockt auf seinem Burghausener Falben ! Gotts Unmut und Schabernack des Lebens - ich freu mich drauf ! « » Geh , du ! « sagte der Bub erglühend . Und Runotter nickte . In dem Lächeln , das seinen schmalen Mund umzuckte , waren Schmerzen . Er faßte die Hand des Buben . » Geb ' s Gott , daß wir uns morgen die Hand wieder bieten können . Oder übermorgen . Weiter denk ich nit . « Die Knechte kamen . Heiner war sehr stolz auf die sauber genähte Leinenkappe , die unter seinem Eisenhut herausguckte . Er rühmte die Geschicklichkeit der weiblichen Hände im allgemeinen , insbesondere die geschickte Hand der guten Traudi . Aber die Traudi , obwohl sie schon in der Stube war , hörte das warme Lob nicht . Schweigend deckte sie den Tisch , brachte das Mahl und den Weinkrug mit dem letzten Trank , den die sieben in der Burg von Plaien nehmen sollten . Immer gingen die zornigen Augen des schweigsamen Mädels zwischen Jul und Malimmes hin und her . Die sieben beteten . Sechse redeten fromm mit Gott . Das blonde Mädel , das ein keimendes Leben unter dem Herzen trug , erflehte von der Allmacht des Himmels den Tod eines jungen Menschenkindes . Während die sieben unter sparsamen Worten aßen , rann immer wieder ein feines Zittern durch den Stubenboden , durch alles Gemäuer . Und ein dumpfer Lärm quoll aus dem Tal herauf , das dem Burghügel zu Füßen lag . Dieses leise Erdenzittern rührte von den schweren Geschützen her , von denen jedes - die beiden Kammerbüchsen , die grobe Farzerin und der schwere Blidenkarren - durch ein Gespann von sechzehn Pferden über die steile Bergstraße gegen den Hallturm hinaufgezogen wurde . Dazu noch zwanzig Kugel- und Pulverkarren , jeder mit zehn Pferden bespannt . Das geschah zu heilsamer Verwarnung - um den heiligen Peter wegen seiner friedensbrecherischen Brandschatzung bayrischer Bauernhöfe zu nachgiebiger Reue und zu schuldiger Buße zu bewegen . Vor und neben und hinter diesen dröhnenden , rasselnden Kriegsfahrzeugen marschierte und ritt ein Heerhaufe , der sich , seit er von Burghausen eingetroffen war , um zwanzig Reiter , sechzig Spießknechte und sechs Faustbüchsen vermindert hatte . Die waren mit Franzikopus Weiß am Ufer der Saalach abgeschwenkt , um unter Befehl des heiligen Zeno den Inhalt jenes Schatzkoffers abzuverdienen , der das kostbare Eingeweide des runden Turmes von Burghausen vergrößert hatte . Kurz vor der neunten Morgenstunde rückte auch die Wehrmacht von Plaien aus . Hinter den Mauern blieben nur ein paar Helme als Besatzung und Torwache zurück . Die gebrandschatzten Bauern vom Hirschanger , wie alle Mannsleute von den Bauernhöfen im Umkreis der Feste , mußten als Schanzgräber mit ausrücken . In dem Raiszuge , der von Plaien hinaufklirrte zum Hallturm , hielt sich das Häuflein der Ramsauer dicht hinter dem Hauptmann Grans und seinem Sergeanten : Jul auf dem zierlichen Falben , Runotter auf dem flinken Schimmel , der seinen Ramsauer Heubauch völlig verloren hatte , und Malimmes auf dem noch übrigen Ackergaul , bei dem die Künste des Reiters die Fälligkeiten des Kriegsrosses ersetzen mußten . Die drei Knechte schritten als Spießleut hintendrein . Runotter und Jul waren schweigsam . Hauptmann Grans tuschelte leis mit dem Sergeanten . Doch sonst ging ein heiteres Schwatzen , Lachen und Singen durch den frisch marschierenden Zug , für den in dieser reinen Morgenluft eine Witterung von Beute war . Der Berchtesgadnische Hallturm lag versteckt , weil der Weg durch dichten Hochwald führte . Als der Zug schon bald zur Paßhöhe kam , holte er den Burghausener Heerhaufen ein , dessen Spießknechte auf einem neben der Straße gelegenen Hügel Auf dem Fuchsenstein , die Bäume niederschlugen , um die drei Geschütze und das Schleuderwerk in gute Stellung zu bringen , achthundert Schritte von der Gadnischen Grenzmauer entfernt . Der Hall der Axtschläge , das Dröhnen der stürzenden Bäume , die aufgeregt durcheinander schreienden Menschenstimmen , das Stampfen , Keuchen und Wiehern der Pferde , das Rädergeknatter und die Kommandorufe übertönten das Murmellied der klaren Bäche und das schöne