beim Bäcker so viele Leute stünden . Dann kamen die Weiber aus den Häusern , hielten die Hände vor die Augen und schauten die Straße hinauf . Und jede , die den dichten Knäuel sah , band sich eine Schürze um und ging darauf zu . Die Weberin konnte ihre Neugierde nicht mehr verhalten . Sie sagte zur Mangin , daß sie ein wenig warten solle , denn sie wäre gleich wieder da . Wie sie zurückkam , ging die Weßbrunnerin mit ihr , und sie blieben alle fünf Schritte stehen und schauten sich mit erschrockenen Augen an . » Was habt ' s denn g ' habt ? « fragte die Mangin mit schwacher Stimme . » D ' Schuller Ursula hat an Bua ' m kriagt , und der Schuller will ' n net taufen lassen , daß er a Heid ' bleiben muaß ; g ' rad extra , weil ' s an Pfarra ärgert . « » Wer hat denn dös g ' sagt ? « » D ' Bäcker Ulrich Marie erzählt ' s g ' rad . « » De hat scho viel erzählt , was it wahr is . Dös glaab i net . « » So was durft ' s ja do it sag ' n , bal ' s it wahr is . Und sie hat ' s vom Herrn Kopratta . « » I glaab ' s it . Dös tuat der Schuller net . « » Ja , der ! Dös woaß ja ganz Erlbach , daß er an Glaub ' n abg ' schwört hat . Er geht in koa Kircha mehr . « » D ' Leut ' sollen an Schuller in Ruah lassen . Dös waar g ' scheiter . Früherszeiten hat ma nia was Schlecht ' s g ' hört vom Schuller . « » Aba da derf ma do it zuaschaug ' n , wenn er an Heiden herzügelt ! « Die Mangin schüttelte leicht den Kopf und murmelte vor sich hin . » Sie treibt ' s nimmer lang , « sagte die Weberin hinterher . » Sie g ' fallt ma gar it . Sinscht waar sie die erst ' g ' wen bei ' n Schimpfa , und jetzt is sie ganz verzagt . De lebt nimmer lang . « Das war nicht gelogen , daß die Ursula ein Knäblein geboren hatte . Es schrie laut genug , daß man sein Dasein merken mußte . Die Schullerin stand ihrer Tochter in den schweren Tagen bei und ließ sie kein unrechtes Wort hören . Sie erwies ihr mehr Liebes , als zu anderen Zeiten , denn das liegt im guten Wesen der Frauenzimmer . Und als die Hebamme das Kind zur Taufe in die Kirche trug , ging die Schullerin mit , gerade so , als sollte ihr rechtmäßiger Enkel in die Christenheit aufgenommen werden . Es zwang sie etwas dazu ; sie wußte selber nicht was . Vielleicht die Erinnerung an ihr eigenes Kind , dem so unachtsam das Paradies verscherzt worden war . So ging sie tapfer neben der Hebamme her in die Kirche . Der Pfarrer ließ sie lange warten . Wie er kam , sagte er , daß er vor der Taufe eine Erklärung abgeben müsse . Er werde diesem Knäblein den Namen Simplizius beilegen . Wieso , fragte die Schullerin , es sei ausgemacht , daß es Andreas heißen solle . Darauf käme gar nichts an , und er kümmere sich um kein Ausmachen und um keinen Wunsch , sagte der Pfarrer strenge . Das Knäblein sei am zweiten März geboren , und das sei der Tag des heiligen Simplizius . Er habe es so festgesetzt , daß die ledigen Kinder die Namen der Heiligen tragen müßten , an deren Tagen sie zur Welt kämen . Das sei aber kein rechter Name , meinte die Schullerin , kein Christenmensch heiße Simplizius , und das klinge gerade so wie Simpel , und der Bub ' hätte sein Leben lang das Gespött . Wenn ein frommer und verehrungswürdiger Papst den Namen führte , sagte der Pfarrer , hernach könne ihn wohl auch ein Bub ' tragen , der keinen Vater habe . Und überhaupt , er lasse keinen Widerspruch zu und werde dieses Knäblein auf den Namen Simplizius taufen . Die Schullerin verlegte sich aufs Bitten . » Hochwürden , tean S ' ins dös net o. Es is Verdruß g ' nua , daß dös Kind überhaupts do is . Und da gang ' s wieder auf a neu ' s o bei ins dahoam ; Sie wissen ' s guat , Hochwürden , wia ' s bei ins dahoam ausschaugt . Da Bauer geht a so im Haus ' rum und red ' t und deut ' nix mehr , und d ' Urschula woant an ganzen Tag , weil ' s da Vater net o ' schaugt . Und jetzt gang ' s auf a neu ' s o , wenn i hoamkimm , und da Bua hat a solchen Nam ' . « » Ich weiß recht wohl , welcher Geist in Eurem Hause herrscht , « sagte der hochwürdige Herr Baustätter . » Und desweng soll ' s it wieder auf a neu ' s Verdruß geb ' n ! « bat die Schullerin . » Beim Bauer is ' s Feuer untern Dach , bal de G ' schicht gar it aufhört , und bal Sie ins wieder a Schand ' o ' hängan . « » Reden Sie nicht so daher ! Das ist keine Schande , wenn dieses Knäblein den Namen erhält . Aber es ist eine Schande , daß es unehrlich gezeugt wurde . « » Es hamm schon mehra Madeln Kinder als a lediger bracht . In Gott ' s Nama , wenn oans da is , muaß ma ' s hamm . « » Wollen Sie , daß ich das Knäblein taufe ? « fragte der Pfarrer kurz