ich lasse bitten - « Emmy stand auf der Schwelle . » Emmy - ! « » Verzeih ' , Adam , daß ich so früh - ich komme - Ihr wollt Euch - - « Sie war sehr verwirrt und verlegen , die schöne Sünderin - eine Erscheinung , die Adam noch gar nicht bei ihr beobachtet hatte . Sie stand noch immer an der Thür und irrte unsicheren Blickes im Zimmer herum , schlug nun die Augen nieder und vermied es , Adam anzusehen . Jetzt entdeckte sie zufällig Hedwigs Hut , der auf einem Stuhl neben dem Sopha lag . Adam entging es nicht , wie sie erschreckend zusammenfuhr . Er lächelte . » Du hast , Adam - « » Was denn , Emmy ? Aber bitte - willst Du Dich nicht setzen ? Und willst Du mir nicht den Grund Deines Kommens nennen ? Es muß doch ... muß doch etwas Besonderes vorliegen - nicht ? - oder sollte ich mich irren - ? « » Du hast Besuch - ? « » Besuch ? Das ist der Hut meiner Frau , Emmy - « » Deiner Frau - ? « » Nun ja natürlich ! Was weiter ? Soll ich sie Dir vorstellen ? Warte eine Secunde - sie macht noch Toilette ... Wir sind etwas spät nach Hause gekommen und ... und haben etwas lange geschlafen ... Uebrigens ! wie geht es denn dem Herrn von und zu Bodenburg ? Du kommst doch gewiß von ihm - ? « » Adam - ! « Emmy war dicht an Adam herangetreten und sah ihn mit großen , blitzenden Augen fest an . Zorn und Entrüstung brannten in diesem Blick . So spricht die Leidenschaft , die eine erlittene Schmach rächen oder die etwas Verlorenes wiedergewinnen will . Adam konnte sich dem berauschenden Parfüm dieser Leidenschaft nicht entziehen . Da quoll ihm Blut und Leben in ungestümem Rhythmus entgegen . Da athmete ein Weib vor ihm , dessen Leib seine Reize und Schönheiten wunderbar diskret und bestimmt zugleich durch das knappansitzende Kleid zu verrathen wußte . Er trat einen Schritt zurück . Und nun mußte er doch wieder lächeln . Fade ! Wollte ihn die Dame etwa überrumpeln - ? » Nun ? - « fragte er ungeduldig-pikirt . » Du hast mich in die Arme dieses Menschen getrieben - - « » Ich ? - Aber Kind , da muß ich doch - « » Oder etwa nicht - ? « » Liebe Emmy ! Das ist doch - ich - ich denke , es ist Dein Metier , heute mit dem und morgen mit dem zu ... zu - verkehren - - ? « » Und das sagst Du mir - ? « Emmy hatte sich abgewandt . Sie war glühend roth geworden . Vielleicht aus Scham und Entrüstung zugleich . Nun empfand Adam doch wieder so Etwas wie Mitleid mit ihr . Aber er wußte auch nicht sofort , was er antworten sollte » Darf ich Ihnen eine Cigarette anbieten , mein Fräulein - ? « Emmy richtete langsam den Kopf in die Höhe . Ein sehr trauriger , vorwurfsvoller Blick stand in ihren schönen Augen . » Sie haben ganz Recht , Herr Doctor - es ist allerdings mein Metier - - « » Aber bitte ! lassen wir doch das ! Ich möchte heute früh ... so am ersten Morgen quasi nach meiner ... nach meiner Hochzeit also ... ich möchte mich da nicht gleich wieder auf alle möglichen Scenen einlassen - Sie verstehen , mein Fräulein - « » Auf alle möglichen Scenen - so ? Scenen - ganz recht ! ... Nun , Herr Doctor - « » Ja - ? « » Sie wollen sich mit Herrn von Bodenburg - schlagen ? ... « » Schlagen ? Hui ! Mir wird janz jruselig . Uebrigens - ' mal sehen ... kann wohl sein ! Warum schließlich auch nicht ? Ich erwarte vorläufig erst seinen Zeugen - und dann - - « » Sie werden das Duell ablehnen , Herr Doctor - ! « » Ablehnen ? Wie kommst Du mir denn vor , Emmy ? Diese Sprache - ich - ich verstehe Sie nicht , mein Fräulein - « » Adam - ! « Das war sehr innig , sehr rührend , sehr stehend herausgestoßen . Im Nebenzimmer wurde heftig ein Stuhl gerückt . So hat sich eine Hand krampfhaft auf eine Lehne gelegt . Die Finger krallen sich fest , pressen sich immer fester . Jetzt schleudern sie den Stuhl im Affekte , der seinen Siedepunkt erreicht hat , von sich Die nervöse Spannung läßt nach ... Die Beiden sahen sich an . » Denken Sie an ... an Ihre - Frau - « bat Emmy leise , mit zitternder , stockender Stimme - » Hm ! « » Das hatte ich Ihnen sagen wollen - « » Ich danke Ihnen , mein Fräulein - « » Adieu - ! « » Adieu - ! « Emmy wandte sich nach der Thür um , in deren Nähe sich die ganze Scene abgespielt hatte . Einen letzten Augenblick noch zögerte sie jetzt . Und nun kehrte sie Adam noch einmal ihr volles Gesicht zu . Thränen standen in ihren Augen , um den Mund zuckte es schmerzlich . Und da kam es über Adam . Es gebar sich ihm plötzlich das Gefühl , als verlöre er Unersetzliches , wenn er Emmy jetzt gehen ließe . Und doch - er durfte sie nicht zurückhalten . Er war ja gebunden . Er hatte ja eine bestimmte Pflicht zu erfüllen . Dieses Verhältniß mußte also endgültig abgebrochen werden . Es liegt eine so große Wollust in diesem Abbrechen und Entsagen ... eine so berauschende Wollust , eine so nahrhafte Trauer , eine so merkwürdig fruchtbare Wehmuth ... Aber noch einen Kuß ! Einen letzten Kuß ! Und dann Abschied nehmen - Abschied nehmen für immer von diesen schönen , schönen