dem dunkeln Beichtstuhl einem Priester täuschend ähnlich siehst . Der Kaiser wird dich noch vor der Kirchenzeit zu sich bescheiden und du mußt zuvor genau unterrichtet sein . « » Was ist zu tun ? « » Petros , « sagte Theodora , sich behaglich zurücklehnend und langsam das süße Getränk schlürfend , das Galatea mischte , » heute kam der Tag , der unsere langjährige Mühe und Klugheit lohnen und dich zum großen Mann machen wird . « » Zeit wär ' es , « meinte der Rhetor . » Nur nicht ungeduldig , Freund . ( Galatea , etwas mehr Honig . ) Um dich für das heutige Geschäft in die rechte Stimmung zu versetzen , wird es gut sein , dich an das Vergangne , an die Entstehungsart unsrer - Freundschaft zu erinnern . « » Was soll das ? Wozu ist das nötig ? « sagte der Alte unbehaglich . » Zu mancherlei . Also . Du warst der Vetter und Anhänger meines Todfeindes Narses . Folglich auch mein Feind . Jahrelang hast du im Dienste deines Vetters mir entgegengearbeitet , mir wenig geschadet , dir selbst aber noch weniger genützt . Denn Narses , dein tugendhafter Freund , setzt seine Ehre und seine Schlauheit darein , nie etwas für seine Verwandten zu tun , daß man ihn nie , wie die andern Höflinge dieses Reiches , des Nepotismus zeihen könne . Aus lauter Vorsicht und eitel Tugend ließ er dich unbefördert . Du darbtest und bliebst einfacher Schreiber . Aber ein feiner Kopf wie du weiß sich zu helfen . Du fälschtest , du verdoppeltest die Steuerausschreiben des Kaisers . Die Provinzen zahlten neben der von Justinian verlangten noch eine zweite Steuer , die Petros und die Steuererheber untereinander teilten . Eine Weile ging das vortrefflich . Aber einmal - « » Kaiserin , ich bitte dich - « » Ich bin gleich zu Ende , Freund . Aber einmal hattest du das Unglück , daß einer von den neuen Steuerboten die Gunst der Kaiserin höher anschlug als den von dir verheißnen Teil der Beute . Er ging auf deinen Antrag ein , ließ sich die Urkunde von dir fälschen und - brachte sie mir . « » Der Elende , « murrte Petros . » Ja , es war schlimm , « lächelte Theodora , den Becher wegstellend . » Ich konnte jetzt meinem boshaften Feind , dem Vertrauten des verhaßten Eunuchen , den schlauen Kopf vor die Füße legen , und ich muß gestehen : es lüstete mich sehr danach , sehr ! Aber ich opferte die kurze Rache einem großen , dauernden Vorteil . Ich rief dich zu mir und ließ dir die Wahl , zu sterben oder fortan mir zu dienen . Du warst gütig genug , das letztre zu wählen und so haben wir , vor der Welt nach wie vor die heftigsten Feinde , insgeheim seit Jahren zusammen gewirkt : du hast mir alle Pläne des großen Narses im Entstehen verraten und ich hab es dir wohl vergolten : du bist jetzt ein reicher Mann . « » O , nicht der Rede wert . « » Bitte , Undankbarer , das weiß mein Schatzmeister besser . Du bist sehr reich . « » Wohl , aber ohne Rang und Würde . Meine Studiengenossen sind Patrizier , Präfekten , große Herren in Morgen- und Abendland : so Cethegus in Rom , Prokopius in Byzanz . « » Geduld . Vom heutigen Tage an wirst du die Leiter der Ehren rasch erklimmen . Ich mußte doch immer etwas zu geben behalten . Höre : du gehst morgen als Gesandter nach Ravenna . « » Als kaiserlicher Gesandter ? « rief Petros freudig . » Durch meine Verwendung . Aber das ist nicht alles . Du erhältst von Justinian ausführliche Anweisungen , das Gotenreich zu verderben , Belisar den Weg nach Italien zu bahnen . « » Diese Anweisungen - befolg ' ich oder vereitl ' ich ? « » Befolgst du . Aber du erhältst noch einen Auftrag , den dir Justinian ganz besonders ans Herz legen wird : die Tochter Theoderichs um jeden Preis aus der Hand ihrer Feinde zu retten und nach Byzanz zu bringen . Hier hast du einen Brief von mir , der sie dringend einladet , an meiner Brust ein Asyl zu suchen . « - » Gut , « sagte Petros , den Brief einsteckend , » ich bringe sie also sofort hierher . « Da schnellte Theodora wie eine springende Schlange vom Lager auf , daß Galatea erschrocken zurückfuhr . » Bei meinem Zorn , Petros , nein . Dich send ' ich deshalb . Sie darf nicht nach Byzanz , sie darf nicht leben ! « Bestürzt ließ Petros den Brief fallen . » O Kaiserin , « flüsterte er - » ein Mord ! « » Still , Rhetor , « sprach Theodora mit heiserer Stimme und unheimlich funkelten ihre Augen . » Sie muß sterben . « » Sterben ? O Kaiserin , warum ? « » Warum ? das hast du nicht zu fragen . Doch halt : - du sollst es wissen , es gibt deiner Feigheit einen Sporn - wisse - « und sie faßte ihn wild am Arme und raunte ihm ins Ohr : » Justinian , der Verräter , fängt an , sie zu lieben . « » Theodora ! « rief der Rhetor erschrocken und trat einen Schritt zur Seite . Die Kaiserin sank auf die Kline zurück . » Aber er hat sie ja nie gesehen ! « stammelte sich fassend Petros . » Er hat ihr Bild gesehen : er träumt bereits von ihr , er glüht für dieses Bild . « » Du hast nie eine Rivalin gehabt . « » Ich werde dafür wachen , daß ich keine erhalte . « » Du bist so schön . « » Amalaswintha ist jünger . « » Du bist so klug ,