vier majestätische Eichen auf einem freien Platz in voller Glut stand . Ihr kleines Söhnchen schleppte eben ein Reiserbündel hinter sich heran ; sein Hemdchen hatte noch Ärmel , die Hinterwand und den Knopf vom Kragenbund , mit dem es befestigt war ; vorne war es weggerissen ; seine Schwesterpsyche wiegte sich quer über einen Block auf einem langen Backschieber , auf dem als Gegengewicht die zu backenden Brote lagen ; ihr Gewand bestand auch aus einem Hemd und aus einer Schürze , die sie um den Kopf befestigt hatte , um die Haare vor dem Verbrennen zu bewahren , wenn sie in den Ofen guckte und die Reiser anlegte . Wir gaben der Frau ein Geldstück ; sie frug wieviel es wär ; da sahen wir , daß es nicht in unserer Macht war , sie zu beschenken , denn sie war zufrieden und wußte nicht , daß man mehr brauchen könne , als man bedürfe . Ich marschierte also wieder links um , ohne auszuruhen , und kam nachts um ein Uhr zu Hause an ; in allem war ich zwölf Stunden unterwegs gewesen und durchaus nicht ermüdet . Ich stieg in ein Bad , das mir bereitet war , und setzte ein Flasche Rheinwein an und ließ es so lange herunterglucken , bis ich den Boden sah . Die Zofe schrie und dachte , es könne mir schaden im heißen Bad , allein ich ließ mir nicht wehren ; sie mußte mich ins Bett tragen ; ich schlief sanft , bis ich am Morgen durch ein wohlbekanntes Krähen und Nachahmen eines ganzen Hühnerhofs vor meiner Tür geweckt wurde . Du schreibst : meine Briefe versetzen Dich in eine bekannte Gegend , in der Du Dich heimatlich fühlst ; versetzen sie Dich denn auch zu mir ? - Siehst Du mich in Gedanken , wie ich mit langem Hakenstock auf die Berge klettere , und siehst Du in mein Herz , wo Du Dich von Angesicht zu Angesicht erblicken kannst ? Diese Gegend möcht ich Dir doch am alleranschaulichsten machen ! Noch acht Wochen werd ich wohl in allerlei Gegenden herumstreifen , im Oktober mit Savigny erst auf ein paar Monate nach München und dann nach Landshut gehen , wenn es der Himmel nicht anders fügt . - Ich bitte Dich , wenn Du Dich meiner mit der Feder erbarmen solltest , um zu » strafen oder zu lohnen « , so adressiere gleich nach Schlangenbad über Wiesbaden ; ich werde drei Wochen dort bleiben . Schickst Du den Brief an die Mutter , so wartet sie auf eine Gelegenheit ; und ich will lieber einen Brief ohne Datum , als daß ich am Datum erkennen muß , daß er mir vierzehn Tage vorenthalten ist . Der Mutter schreib ich alles , was unglaublich ist ; obschon sie weiß , was sie davon zu halten hat , so hat es doch ihren Beifall , und fordert mich auf , ihr immer noch mehr dergleichen mitzuteilen ; sie nennt dies » meiner Phantasie Luft machen « . Bettine An Bettine Karlsbad , am 21. August Es ist noch die Frage , liebste Bettine , ob man Dich mehr wunderlich oder wunderbar nennen kann ; besinnen darf man sich auch nicht ; man denkt endlich nur darauf , wie man sich gegen die reißende Flut Deiner Gedanken sicher zu stellen habe ; laß Dir daher genügen , wenn ich nicht ausführlich Deine Klagen , Deine Forderungen , Fragen und Beschuldigungen beschwichtige , befriedige , beantworte und ablehne ; im ganzen aber Dir herzlich danke , daß Du mich wieder so reichlich beschenkt hast . Mit dem Primas hast Du Deine Sache klug und artig gemacht . Ich habe schon ein eigenhändiges Schreiben von ihm , worin er mir alles zusichert , was Du so anmutig von ihm erbettelt hast , und mir andeutet , daß ich Dir alles allein zu verdanken habe , und mir noch viel Artiges von Dir schreibt , was Du in Deinem ausführlichen Bericht vergessen zu haben scheinst . Wenn wir also Krieg miteinander führen wollten , so hätten wir wohl gleiche Truppen ; Du die berühmte Frau , und ich den liebenswürdigen Fürsten voll Güte gegen mich und Dich . - Beiden wollen wir die Ehre und den Dank nicht versagen , die sie so reichlich um uns verdienen , aber beiden wollen wir auch den Zutritt verweigern , wo sie nicht hingehören , sondern nur störend sein würden , nämlich zwischen das erfreulichste Vertrauen Deiner Liebe und meiner warmen Aufnahme derselben . - Wenn ich auch Deine Antagonistin in der Weltweisheit in einer nur zufälligen Korrespondenz amie nenne , so greife ich damit keineswegs in die Rechte ein , die Du mit erobernder Eigenmacht schon an Dich gerissen hast . Ich bekenne Dir indessen , daß es mir geht wie dem Primas : Du bist mir ein liebes , freundliches Kind , das ich nicht verlieren möchte , und durch welches ein großer Teil des ersprießlichsten Segens mir zufließt . Du bist mir ein freundliches Licht , das den Abend meines Lebens behaglich erleuchtet , und da gebe ich Dir , um doch zustande zu kommen mit allen Klagen , zum letzten Schluß beikommendes Rätsel ; an dem magst Du Dich zufrieden raten . Goethe Charade Zwei Worte sind es , kurz , bequem zu sagen , Die wir so oft mit holder Freude nennen , Doch keineswegs die Wesen deutlich kennen , Wovon sie eigentlich den Stempel tragen . Es tut gar wohl , an schön beschloßnen Tagen Eins an dem andern kecklich zu verbrennen , Und kann man sie vereint zusammen nennen , So drückt man aus ein seliges Behagen . Nun aber such ich ihnen zu gefallen Und bitte mit sich selbst mich zu beglücken ; Ich hoffe still ; doch hoff ich ' s zu erlangen : Als Namen der Geliebten sie zu lallen , In Einem Bild sie beide zu erblicken , In Einem Wesen beide zu umfangen .