ins Verhör genommen , und dabei ging es scharf her , das kannst Du nur glauben , nun und hernach - ach Gott ! « rief sie halbweinend , » und hernach soll ich morgen früh das Jawort geben ; der Onkel will es nicht anders , und der Schwarze will auch nicht länger warten , und ich habe noch in meinem Leben keinen Menschen ein Jawort gegeben , und ich weiß gar nicht wie ich das anfangen werde . Ach wäre morgen doch erst vorüber ; ich ängstige mich so , Du kannst es gar nicht glauben ! « » Höre , « erwiederte Babet mit einem sehr altklugen Gesicht , » wäre ich wie Du , und fürchtete ich mich so , ich gäbe das Jawort nicht und ließe ihn ohne solches abziehen . Solch ' eine förmliche Heurathsgeschichte könnte mir nun gar nicht gefallen . Das ist ja wie , als der Großvater die Großmutter nahm . Es ist viel hübscher , wenn die Leute sagen , die ist noch so jung , und hat doch schon einem Rittmeister den Korb gegeben , denn bekannt muß so etwas doch werden - « » Das wäre doch recht schlecht von mir , « fiel Agathe ein , » und ich müßte mich doch schämen , wenn ich ihn dafür , daß er mich lieb hat , ins Gerede bringen wollte . Und dann , Du weist es ja , mir hat der Schwarze schon lange viel besser als alle Andere gefallen . Wenn ich nur das Jawort nicht geben müßte ! Nun , der liebe Gott wird mir helfen , und der Mensch kann viel überstehen . « » Meinetwegen thu ' was Du willst , « erwiederte jetzt Babet , etwas pikirt , » und denke nur nicht etwa , daß ich mich ärgre , weil Du eher Braut wirst als ich , obgleich ich dreizehn und einen halben Monat älter bin als Du . Glück zu , Frau Rittmeisterin , ich denke höher hinaus , und wer weiß , ob ich Dich dennoch nicht einhole . Man kann zwar nicht im Voraus so genau bestimmen , wie alle Dinge kommen werden , aber ich weiß was ich weiß , und gieb nur Acht , es wird sich noch alles ganz anders machen , als die Leute es sich jetzt denken . « Dem mit altreichsstädtischer Förmlichkeit in Gegenwart des Onkels und der Tante ausgesprochnen Jawort , mit welchem am folgenden Morgen Agathe unter gewaltigem Herzklopfen den Rittmeister beglückte , folgte bald die feierliche Verlobung des jungen Paares , und Agathe ward die allerreizendste kleine Braut , die man sich denken kann . Anfangs war sie freilich noch sehr schüchtern und ängstlich , sie kam sogar ganz von selbst auf den Gedanken , daß sie den Mann doch eigentlich sehr wenig kenne , mit dem sie ihr ganzes Leben hindurch Freude und Leid theilen wollte . Doch Horsts treue herzliche Liebe gab ihr bald die jugendliche Fröhlichkeit wieder , die ihr zuerst das Herz des junges Kriegers gewonnen hatte . Der ihr angeborne Muthwille kam wieder auf , und sie verstand es in kurzer Zeit vortrefflich , ihren Rittmeister , der sich dies mit tausend Freuden gefallen ließ , auf gut militärisch zu kommandiren . Nebenher trieb sie den ganzen Tag über ihre gewohnten Kinderpossen , obgleich sie auch wieder dazwischen die zahlreichen Gratulationsvisiten von Freunden und Verwandten mit unendlicher Gravität anzunehmen wußte . Das ganze Kleebornsche Haus erhielt durch sie einen Anstrich von heiterer Fröhlichkeit , die sonst nicht immer darin einheimisch gewesen war , aber die Nähe einer jungen glücklichen Braut besitzt eine eigne , alles belebende Kraft , und selbst die Aeltesten fühlen sich in ihr gleichsam verjüngt ; sie gleicht dem Frühlinge , bei dessen ersten Erscheinen sogar die alte halb abgestorbne Eiche mit jugendlichem Grün sich kleidet und sich ihren Sprößlingen gleichstellt . Von nun an wandte die Tante alle Liebe und Sorge , deren sie in so hohem Grade fähig war , der jungen Braut in verdoppeltem Maaße zu , indem sie in dieser bei tausend Anlässen , welche ihr neues Verhältniß herbeiführte , ein höchst glückliches Naturell entdeckte , das nur geringer Nachhülfe und einer Leitung bedurfte , um sich schnell recht erfreulich zu entwickeln . Horst war in seinen Anforderungen an die künftige Gefährtin seines Lebens sehr mäßig ; er selbst machte bei einem gesunden hellen Verstande dennoch nur wenig Ansprüche an höhere geistige Bildung , und forderte deshalb auch nichts weiter von seiner jungen Braut , als ein treues liebendes Gemüth , heitern Sinn und nie wankendes Vertrauen . Dieses alles fand er in ihr , er war der Mann dazu , es sich zu erhalten , und so schien denn die glückliche Zukunft des neuverlobten Paares sich mit jedem , Tage fester zu stellen . In dem alten Kleeborn war indessen die Lust an dem ehemaligen Glanz seines gastfreien Hauses von neuem erwacht , und die weiten Säle desselben mußten von neuem fast täglich von rauschenden Festen widerhallen , denen das junge Brautpaar zum Vorwande diente , obgleich es dabei eigentlich darauf abgesehen war , Vicktorinen und Sir Charles einander näher zu bringen . Horsts einfacher Sinn hätte ihn dem allen zwar gern aus dem Wege geführt , doch da man ihn jetzt schon als einen nahen Verwandten betrachten konnte , so entdeckte ihm Herr Kleeborn das Verhältniß , in welchem seiner Meynung nach jene Beiden zu einander standen , und er war dafür gefällig genug , sich einstweilen eine Lebensweise gefallen zu lassen , die ihm eigentlich wenig zusagte . Zum Glück gewann er dabei seine Agathe nur um so lieber , da er sah , wie sie mitten im glänzendsten Gewühle dennoch mit ganzer Seele nur an ihn hing , und sobald sich die Gelegenheit dazu bot , für eine einsame Stunde an seiner Seite gern andern Freuden entsagte . In diesem nur selten unterbrochenen Taumel des Vergnügens verging der größte Theil des Winters und