der Förster sagte , hatte er ihm niemals seinen Namen genannt - wie kam man zur Entdeckung ? « » Auf die einfachste Weise . Der Mönch hatte sich , wie Sie wissen , einige Zeit bei dem Förster aufgehalten ; er schien geheilt , aber aufs neue brach der Wahnsinn so verderblich aus , daß der Förster sich genötigt sah , ihn hierher zu schaffen , wo er in das Irrenhaus eingesperrt wurde . Dort saß er Tag und Nacht mit starrem Blick , ohne Regung , wie eine Bildsäule . Er sprach kein Wort und mußte gefüttert werden , da er keine Hand bewegte . Verschiedene Mittel , ihn aus der Starrsucht zu wecken , blieben fruchtlos , zu den stärksten durfte man nicht schreiten , ohne Gefahr ihn wieder in wilde Raserei zu stürzen . Vor einigen Tagen kommt des Försters ältester Sohn nach der Stadt , er geht in das Irrenhaus , um den Mönch wieder zu sehen . Ganz erfüllt von dem trostlosen Zustande des Unglücklichen , tritt er aus dem Hause , als eben der Pater Cyrillus aus dem Kapuzinerkloster in B. vorüberschreitet . Den redet er an und bittet ihn , den unglücklichen , hier eingesperrten Klosterbruder zu besuchen , da ihm Zuspruch eines Geistlichen seines Ordens vielleicht heilsam sein könne . Als Cyrillus den Mönch erblickt , fährt er entsetzt zurück . Heilige Mutter Gottes ! Medardus , unglückseliger Medardus ! So ruft Cyrillus , und in dem Augenblick beleben sich die starren Augen des Mönchs . Er steht auf und fällt mit einem dumpfen Schrei kraftlos zu Boden . - Cyrillus mit den übrigen , die bei dem Ereignis zugegen waren , geht sofort zum Präsidenten des Kriminalgerichts und zeigt alles an . Der Richter , dem die Untersuchung wider Sie übertragen , begibt sich mit Cyrillus nach dem Irrenhause ; man findet den Mönch sehr matt , aber frei von allem Wahnsinn . Er gesteht ein , daß er der Mönch Medardus aus dem Kapuzinerkloster in B. sei . Cyrillus versicherte seinerseits , daß Ihre unglaubliche Ähnlichkeit mit Medardus ihn getäuscht habe . Nun bemerke er wohl , wie Herr Leonard sich in Sprache , Blick , Gang und Stellung sehr merklich von dem Mönch Medardus , den er nun vor sich sehe , unterscheide . Man entdeckte auch das bedeutende Kreuzeszeichen an der linken Seite des Halses , von dem in Ihrem Prozeß so viel Aufhebens gemacht worden ist . Nun wird der Mönch über die Begebenheiten aus dem Schlosse des Barons von F. befragt . - Ich bin ein abscheulicher , verruchter Verbrecher , sagt er mit matter , kaum vernehmbarer Stimme , ich bereue tief , was ich getan . - Ach , ich ließ mich um mein Selbst , um meine unsterbliche Seele betrügen ! ... Man habe Mitleiden ! ... man lasse mir Zeit ... alles ... alles will ich gestehen ! - Der Fürst , unterrichtet , befiehlt sofort den Prozeß wider Sie aufzuheben und Sie der Haft zu entlassen . Das ist die Geschichte Ihrer Befreiung . - Der Mönch ist nach dem Kriminalgefängnis gebracht worden . « » Und hat alles gestanden ? Hat er Euphemien , Hermogen ermordet ? wie ist es mit dem Grafen Viktorin ? « ... » Soviel wie ich weiß , fängt der eigentliche Kriminalprozeß wider den Mönch erst heute an . Was aber den Grafen Viktorin betrifft , so scheint es , als wenn nun einmal alles , was nur irgend mit jenen Ereignissen an unserm Hofe in Verbindung steht , dunkel und unbegreiflich bleiben müsse . « » Wie die Ereignisse auf dem Schlosse des Barons von F. aber mit jener Katastrophe an Ihrem Hofe sich verbinden sollen , sehe ich in der Tat nicht ein . « » Eigentlich meinte ich auch mehr die spielenden Personen als die Begebenheit . « » Ich verstehe Sie nicht . « » Erinnern Sie sich genau meiner Erzählung jener Katastrophe , die dem Prinzen den Tod brachte ? « » Allerdings . « » Ist es Ihnen dabei nicht völlig klar worden , daß Francesko verbrecherisch die Italienerin liebte ? daß er es war , der vor dem Prinzen in die Brautkammer schlich und den Prinzen niederstieß ? - Viktorin ist die Frucht jener freveligen Untat . - Er und Medardus sind Söhne eines Vaters . Spurlos ist Viktorin verschwunden , alles Nachforschen blieb vergebens . « » Der Mönch schleuderte ihn hinab in den Teufelsgrund . Fluch dem wahnsinnigen Brudermörder ! « - Leise - leise ließ sich in dem Augenblick , als ich heftig diese Worte ausstieß , jenes Klopfen des gespenstischen Unholds aus dem Kerker hören . Vergebens suchte ich das Grausen zu bekämpfen , welches mich ergriff . Der Arzt schien so wenig das Klopfen als meinen innern Kampf zu bemerken . Er fuhr fort : » Was ? ... Hat der Mönch Ihnen gestanden , daß auch Viktorin durch seine Hand fiel ? « » Ja ! ... Wenigstens schließe ich aus seinen abgebrochenen Äußerungen , halte ich damit Viktorins Verschwinden zusammen , daß sich die Sache wirklich so verhält . Fluch dem wahnsinnigen Brudermörder ! « - Stärker klopfte es und stöhnte und ächzte ; ein feines Lachen , das durch die Stube pfiff , klang wie Medardus ... Medardus ... hi ... hi ... hi hilf ! - Der Arzt , ohne das zu bemerken , fuhr fort : » Ein besonderes Geheimnis scheint noch auf Franceskos Herkunft zu ruhen . Er ist höchstwahrscheinlich dem fürstlichen Hause verwandt . So viel ist gewiß , daß Euphemie die Tochter ... « Mit einem entsetzlichen Schlage , daß die Angeln zusammenkrachten , sprang die Tür auf , ein schneidendes Gelächter gellte herein . » Ho ho ... ho ... ho Brüderlein , « schrie ich wahnsinnig auf , » hoho ... hieher ... frisch , frisch , wenn du kämpfen willst mit mir ... der Uhu macht Hochzeit ; nun wollen wir