sehen , von denen diese wie jene durch eine mindestens dreißigfache Zahl ihrer eigenen Gruppe gewählt sein müssen . Es ist auf diese seine Vorschläge , wenigstens direkt , nicht eingegangen worden und , wie hinzugesetzt werden muß , glücklicherweise nicht . Er versah es nämlich in einem wichtigen Punkte , darin , daß er » Großgrundbesitz « und » historischen Hintergrund « als halbe , ja der Mehrzahl der Fälle nach als ganze Gegensätze faßte . Dieser Gegensatz fiel aber teils fort , teils wurde er umgangen . Um es zu wiederholen , er drang nicht durch . Unter allen Umständen aber zeigen Denkschriften wie diese , mit welchem Ernst und welcher historischen Sachkenntnis er an die großen Tagesfragen herantrat . Und namentlich dies letztere verdient hervorgehoben zu werden . Er war von einer außerordentlichen Informiertheit , und so wenig glänzend sein erster Schulgang unter Magister Greifs Leitung gewesen sein mochte , so hervorragend war nichtsdestoweniger sein Wissen , ganz besonders die Menge seines Wissens . Er gehörte zu jenen Glücklichen , denen alles , was sie sehen und hören , auf immer im Gedächtnis bleibt . Außerdem aber war er von einer wahren Leseleidenschaft ergriffen , und nichts erschien , und wenn es das scheinbar Weitabliegendste gewesen wäre , von dem er nicht Notiz genommen hätte . So kam es , daß er , mit den verschiedensten Künstlern und Gelehrten bekannt und befreundet , mit jedem in seiner Sprache zu reden vermochte . Selbst mit Philologen . Er war » in allen Sätteln gerecht « und doch weder rechthaberisch , noch streitsüchtig , noch prätentiös . Es lag vielmehr umgekehrt in seiner Natur , immer die liebenswürdigsten Formen zu wahren , und zwar einerseits weil er humoristisch , andrerseits weil er ohne Wissensüberschätzung war . Es galt ihm viel , aber es bedeutete ihm nie die Hauptsache . Seine glänzendste Seite war seine Wohltätigkeit . Er besaß einen wahren Helfedrang und half im großen und kleinen . Unter andrem rührt die Bestimmung von ihm her , daß alle Tagelöhner auf seinen Besitzungen Anspruch auf freien Doktor und freie Medizin haben , infolgedessen ein unglaublicher Medizinkonsum in Liebenberg und Umgegend eingerissen ist . Als er starb , fanden sich neben vielen andern Legaten auch 30000 Taler vor , aus denen , unter allmählicher Heranziehung » ausstehender Gelder « , ein Stiftungsfonds , einerseits zur Dotierung alter Liebenberger Beamten , andrerseits zur Unterstützung augenblicklich in Bedrängnis geratener Familienmitglieder gebildet werden sollte . Diese » Heranziehung ausstehender Gelder « geschah , und wenige Jahre später war , mit Hilfe derselben , der ursprüngliche 30000 Talerfonds auf 100000 Taler angewachsen , was , bei dem natürlichen Hange der Menschen , sich ihrer eingegangenen Verpflichtungen nicht zu erinnern , einen Maßstab dafür abgeben mag , welche Höhe der Stiftungsfonds eigentlich hätte gewinnen müssen . Der alte Hertefeld half nämlich immer » auf Wort « und nahm es nie genau mit der Ausstellung von Schuldscheinen . In den letzten Jahren seines Lebens schritt er zur Gründung eines Familienfideikommisses , auf dessen nähere Festsetzungen ich an anderer Stelle zurückkomme . Den 17. Februar 1867 starb er . 41 Aus dem Templinschen und Ruppinschen und nicht zum wenigsten aus der Hauptstadt selbst , waren am Begräbnistage viele Hunderte zur Erweisung der letzten Ehre herbeigekommen , an ihrer Spitze die Kriegervereine von Zehdenick und Oranienburg , und hatten , vom Schloß bis zur Kirche hin , Spalier gebildet . An der Spitze des Zuges schritten sieben Geistliche , von denen der Zehdenicksche die Trauerrede hielt . Er gedachte des Verstorbenen als eines treuen Patrioten , eines Vaters seiner Untergebenen , eines immer bereiten Helfers der Armen , Witwen und Waisen . Und dabei hob er unter großer Bewegung aller derer , die die Gruft umstanden , hervor , daß er , als er dem nun in Gott Ruhenden in seiner letzten Lebensstunde noch eine Witwe zur Unterstützung empfohlen habe , nicht nur der altgewohnten Herzensgüte , sondern auch noch dem schönen und christlichen Worte begegnet sei : » Machen wir ' s gleich , Pastor ; ich habe nicht viel Zeit mehr zu verlieren . « Und so sei sein letztes irdisches Tun jenes Wohltun gewesen , das überhaupt sein Leben ausgemacht habe . So der Geistliche . Danach aber trugen sie den zinnernen Sarg , dem man oben nach Sitte des vorigen Jahrhunderts , eine Glasplatte gegeben , in die Gruft , und setzten ihn an die Seite seiner ihm im Tode voraufgegangenen Gattin . Und damit war der letzte Sproß des alten Cleveschen Geschlechts der Hertefelds zu seinen Vätern versammelt ! 5. Kapitel 5. Kapitel Liebenberg unter den Eulenburgs von 1867 bis jetzt Am 27. Februar 1867 war Karl von Hertefeld gestorben und in Gemäßheit einer vorher festgesetzten Erb-oder Sukzessionsordnung folgten im Besitze von Liebenberg die Eulenburgs . In dieser Sukzessionsordnung aber hieß es : » Das von mir unterm 3. November 1866 gestiftete Fideicommiß fällt zunächst an meine Großnichte Alexandrine Freiin von Rothkirch , seit 1848 vermählt mit dem Grafen Philipp zu Eulenburg , zur Zeit ( 1866 ) Major im 3.Ulanen-Regiment zu Potsdam . Danach aber an den ältesten Sohn dieser Ehe , den Grafen Philipp zu Eulenburg den jüngeren , geboren 1847 , zur Zeit Lieutnant im Regiment Garde du Corps . Da mein Geschlecht und Name mit meinem Ableben erlischt , so stelle ich anheim , ob die Besitzer dieses von mir gestifteten Fideicommisses ihrem eigenen Namen den Namen Hertefeld beifügen wollen oder nicht . « Friedrich Leopold von Hertefeld Alexandrine von H. , Karl v H. , geb . 1794 geb . 1774 ; ( Letzter Hertefeld ) verm . m. Graf Dankelmann 1792 . Luise , Komtesse Dankelmann , geb . 1801 ; verm . m. Baron Rothkirch 1821 . Elise von R. , geb . 1822 ; Alexandrine von R. , geb . 1824 ; Klara von R. , geb . 1828 ; Antoinette von R. , geb . 1830 . Diese vier Baronessen Rothkirch waren also Enkelinnen