am 15. in Visé an der Maas . » Es geht nun an den Feind . Er ist ganz nah ... « Ein Signal unterbrach ihn hier , und die nächsten Zeilen ( vom 24. ) sind bereits sechs Tage nach Waterloo geschrieben . » Früh am 16. brachen wir auf und marschierten in einem fort , bis wir am 17. abends zur Armee stießen und in einem aufgeweichten Boden biwakierten . Am andern Morgen ( 18. ) defilierte die Infanterie an uns vorbei . Gegen Mittag setzten wir uns ebenfalls in Marsch , und nicht lange , so hörten wir eine Kanonade , die beständig wuchs . Es wurde uns etwas schwül . Dann aber hieß es Trab , und eine kleine Weile noch , so lag das Schlachtfeld vor uns und die Kugeln pfiffen uns um die Ohren . Eine weitläufige Beschreibung der Schlacht wirst Du von mir nicht verlangen ; ich weiß auch nur , wie ' s auf dem Flecke zugegangen ist , auf dem wir standen . Wir mußten anfänglich zwei Batterien decken und abwechselnd Bewegungen nach rechts und links machen . Alles im heftigsten Kanonenfeuer . Plötzlich ging es im Trabe vorwärts und zwar in solcher Eile , daß gar nicht einmal Regiment formiert wurde , sondern jede Schwadron für sich blieb . Eine kleine Anhöhe hatten wir vor uns . Als wir da hinauf kamen , standen französische Lanciers vor uns , und nun gings darauf los . Aber ehe wir noch heran waren , machten sie kehrt , und nun ging es munter hinterher . Ich setzte einem Offizier nach und stach ihn in den Rücken , in demselben Augenblick aber hieb ihn unser Wachtmeister übers Gesicht , so daß er gleich herunter stürzte . So ging es noch eine Strecke weiter , bis wir in Infanteriefeuer kamen und nun unsererseits kehrt machten . In einiger Entfernung raillierten wir uns wieder , kamen aber nicht mehr zur Attacke und blieben nur immer einem starken Kanonenfeuer ausgesetzt . Gegen Abend rückten , rechts von uns , ungeheure Truppenmassen in die Front . Es war die englische Armee ; der Sieg war unser . Wir verfolgten den Feind noch eine Strecke , kamen aber nicht an ihn , weil andere Regimenter vor uns waren . Im ganzen genommen hat die Gefahr keinen großen Eindruck auf mich gemacht und ist geringer , als ich geglaubt habe . Wir sind am stärksten mit vorgewesen , und doch hat unsere Schwadron nur zweiunddreißig tote und verwundete Pferde und Menschen . Seit dem Schlachttage sind wir , ohne weiteres Gefecht , bis hierher ( St. Germain bei Guise ) vorgerückt . Die Franzosen laufen , wo wir hinkommen . Bei Laon aber sollen sie sich ernstlich widersetzt haben . Gestern war ich auf Feldwacht . Die Einwohner kamen aus Guise heraus und sagten uns , die Tore seien offen . Wir ritten nun vor , ohne zu bedenken , daß ein festes Schloß neben der Stadt gelegen ist . Ein Glück , daß die Franzosen friedlich gesinnt waren , sonst hätte man uns unangenehm begrüßen können . So wurd ' eine zeitlang unterhandelt , bis wir schließlich mit langer Nase abziehen mußten . Die längste aber kriegte der Offizier , der uns geführt hatte . Rambouillet , den 12. Juli 1815 . Verzeih , daß ich so spät erst wieder schreibe . Aber obschon wir seit dem 18. vorigen Monats immer nur unbedeutende Gefechte gehabt haben , so hatten wir doch beständig die Vorposten . Unser Marsch ging bei Compiègne vorbei nach Creil an der Oise , wo wir zunächst die Brücke forcierten und dann über Senlis weiter vorrückten . Den zweiten Tag nach dem Übergang über die Oise kamen wir Paris so nahe , daß wir deutlich die vergoldete Kuppel der Invaliden und das Pantheon unterscheiden konnten . Wir hungerten sehr und es wurde mir schwer , mir die gut besetzte Tafel im Palais royal aus dem Gedächtnis zu bringen . In einem Nachtmarsche ging es dann bis vor St. Germain en laye , dessen Seinebrücke durch zwei uns begleitende Infanteriebataillone genommen wurde . Der Tag darauf war der Unglückstag , an dem sich die Brandenburgischen und Pommerschen Husaren in Versailles überfallen sahen und so schwere Verluste hatten . In Versailles , wo wir bald danach einrückten , um den Rücken der Armee zu decken , empfingen wir die Nachricht von der Kapitulation von Paris und dem abgeschlossenen Waffenstillstand . Vorgestern sind wir hier in Rambouillet eingetroffen und in die königlichen Ställe einquartiert worden . Zum ersten Male wieder , nach langer Zeit , durften wir absatteln . Indem ich dies schreibe , kommt Marschbefehl . Einige sagen , es ginge nach Chartres . Mit Jochen Schulz bin ich außerordentlich zufrieden ; ich glaube schwerlich , daß ich einen besseren Menschen hätte finden können . Blois , den 13. August 1815 . Über Chateau Renault sind wir hierher marschiert . Die Franzosen stehen in der Vorstadt , am anderen Ufer der Loire , und wir verkehren mit ihnen . Am Geburtstage des Königs , 3. August , gaben unsere Offiziere eine große Fete , zu der auch die französischen Stabsoffiziere geladen wurden . Sonst leben wir hier langweilig und bringen die Zeit mit Paraden und Exerzieren hin . Mit Jochen Schulz , der sich sehr wohl befindet , bin ich nach wie vor zufrieden . Die Schlacht hat er nicht mitgemacht , weil sein Pferd gedrückt war , infolgedessen er bei der Bagage zurückbleiben mußte . Bei Creil holte er mich wieder ein , fand aber keine Gelegenheit mehr zu Heldentaten . Paris , den 25. August 1815 . Mit dem unaussprechlichsten Vergnügen benachrichtige ich Dich , daß ich durch verschiedene Zufälle nach Paris gekommen bin . Hier wandt ' ich mich sofort an den Grafen Anton Stollberg , und Prinz Wilhelm war so gnädig , mir den Urlaub , um den ich bat , ohne weiteres zu bewilligen . Ich bin also jetzt frei und hoffe