8000 Stück wöchentlich verfertigt werden . Von solchen Fabriken hat man doch , außer in England , gar keinen Begriff . Es werden hier seit einigen Tagen große Anstalten zur » Illumination « und andern Festlichkeiten gemacht , die beim Empfange des Kaisers und Königs in Szene gehen sollen . In welchem Rufe hier Blücher steht , ist unbeschreiblich . Sein Empfang wird gewiß ebenso glänzend sein , wie der der Monarchen und vielleicht noch glänzender , denn auf einem arrangierten Diner hat man die Gesundheit unsres Königs auf folgende Art getrunken : » Gentlemen , I propose three cheers for the master of old Blücher ! « Übermorgen werden alle die » hohen Fremden « , wie sie hier genannt werden , erwartet , und wenn ein Einzug stattfindet , werden gewiß viele Menschen erdrückt werden . Noch habe ich Dir zu schreiben vergessen , daß ein Engländer , der mit uns von Boulogne nach London reiste , sowohl Graf Dankelmann wie mich zu einer Abendgesellschaft auf übermorgen gebeten hat . Das ist mir sehr interessant , und ich werde hingehen . London , den 12. Juni 1814 . Der Engländer , der uns zum Tee gebeten hatte , hieß Mr. Twigg . Da mehrere Personen in der Gesellschaft französisch sprachen , so konnte ich an ihrer Unterhaltung teilnehmen . Gegen elf Uhr wurden Eis und Madeira-Wein präsentiert , und darauf nach einem Fortepiano getanzt . Doch muß ich offen bekennen , in meinem Leben nichts Ungeschickteres gesehen zu haben . Der Tanz war eine Art von Ecossaise , blieb den ganzen Abend in Permanenz und wechselte bloß die Touren . Ungefähr um ein Uhr trennte sich die Gesellschaft . Ich komme nun zur Ankunft der Monarchen und des Feldmarschalls Blücher . Der Kaiser von Rußland und unser König hatten sich , durch ein Inkognito , dem Jubel der spalierbildenden Hunderttausende zu entziehen gewußt , der alte Blücher aber wurde bei Charing cross erkannt , und wenig fehlte , so hätte man ihm die Pferde ausgespannt und ihn im Triumphe hereingezogen . An jeder russischen oder preußischen Equipage , die folgte , hatten an dreißig oder vierzig Menschen angefaßt , die nun , unter lautem Huzza-Geschrei , mit dem in scharfem Trabe fahrenden Wagen Schritt hielten . Daß bei dieser Expedition nicht viele gerädert worden sind , wundert mich außerordentlich . Tags darauf war Ascott-Rennen . Da die Monarchen und Blücher ihr Erscheinen zugesagt hatten , so waren alle Postchaisen schon am Tage vorher gemietet worden . Ich war aber so glücklich , noch einen Platz zu finden . Vor der Loge , in der Blücher saß , stand alles unbeweglich , so daß die Schiedsrichter und Aufseher Mühe hatten , für die laufenden Pferde Platz zu machen . Als bald darauf die Monarchen erschienen , wurden sie mit lautem Zuruf empfangen . Das Geschrei war aber fast noch ärger , als sich Blücher zu Pferde setzte und die Bahn durchritt . Die Rennpferde waren meistens sehr schön , aber sehr verschieden von allen anderen Pferden , die mir bis jetzt zu Gesicht gekommen sind . Selbst die gewöhnlichen Reitpferde hier , wenn sie auch noch so schön sind , haben keine Ähnlichkeit mit den Rennpferden . Die Hufeisen der Renner mochten alle vier zusammen kaum zwei Pfund wiegen . Das Zaumzeug bestand in einer Trense . Hiermit schließen die Briefe . Bald nachher erfolgte die Heimreise , die , mit Benutzung der Mail , über Colchester nach Harwich , und von Harwich aus , auf dem Paketboote , bis Rotterdam ging . In Diersforth , bei » Onkel Wylich « , wurde eine kurze Rast genommen , und Mitte Juli war unser Reisender wieder zurück . Aus dem geplanten Kriegszuge war eine durch die Zeitverhältnisse besonders interessante » Kavaliertour « geworden . * In Bälde nahm Karl von Hertefeld seine Studien wieder auf , entsagte dem gesellschaftlichen Leben und steckte , mit der ihm eigenen Assiduität , in allerhand physikalischen und chemischen Experimenten , als im März 1815 plötzlich die Nachricht von Haus zu Haus lief : » Napoleon wieder da « . Zur Bekämpfung des Weltstörenfrieds setzte sich , wie bekannt , alles unverzüglich in Bewegung und diesmal mit dabei zu sein , war ein unerläßliches Gebot der Ehre . Selbst der alte Freiherr enthielt sich jedes weiteren Widerspruchs und willigte , wie schon erzählt , in den Eintritt des Sohnes bei von Colombs 8. Husaren . Das war im Mai . Mitte des Monats ( am 18. ) erreichte Karl von Hertefeld sein zwischen Wegeleben und Quedlinburg in Kantonnements-Quartieren liegendes Regiment , und schrieb tags darauf : » Ich bin der 3. Schwadron unter Rittmeister von Zychlinski zugeteilt worden , was mir außerordentlich lieb ist . Denn in die Depotschwadron gesteckt zu werden , was doch immerhin möglich war , wäre das Non plus ultra von Unannehmlichkeit für mich gewesen . Ich befinde mich wohl und Jochen ( der Reitknecht , den ihm der Alte mitgegeben ) benimmt sich so geschickt , als ob er schon jahrelang gedient hätte . « Gleich danach erfolgte der Aufbruch . Am 23. war man in Goslar , am 30. in Kassel und zwei Tage später in Fritzlar . » Ich bin von der 3. Schwadron des Rittmeisters von Zychlinski zur 1. Schwadron des Rittmeisters von Loën versetzt worden , der sehr höflich gegen uns Volontärs ist , womit sich von Zychlinski nicht aufhielt . Ebenso ist Major von Colomb von großer Freundlichkeit gegen uns . In Kassel trat er in einen Gasthof , in dem wir saßen , setzte sich zu uns und aß mit uns . Das hätten nicht viele Regiments-Kommandeure getan . Wenn Du schreibst , so schreibe bloß : › An den Volontär von Hertefeld , im Husaren-Regiment Nr. 8 , IV. Armeekorps , Kavallerie-Division Prinz Wilhelm von Preußen . ‹ Unter dieser Adresse treffen mich alle Sendungen am sichersten . « Am 10. Juni war das Regiment in Köln , am 12. in Aachen und