, doch ohne ihr wehe zu tun . Entsetzt starrte sie mich an . » Macht nichts , « fuhr ich fort . » Es geschieht ja nur , den Feind zu täuschen . Es kommt darauf an , daß wir ins Gewölbe gelangen - es ist wirklich da und führt vom Keller zur Johanniskirche ... « Nun redete auch die Jungfer Gräfin der Magd zu : » Tu , was der Korporal gebeut . Es ist eine Kriegslist . Der heimliche Weg kann uns retten . « Auf einmal erhellte sich das Antlitz der Magd und sie sprach : » Ja , nun verstehe ich . Ja , ich will es tun . Aber mir ist bange . Herr Jesus , wenn die Sache schief geht ! ... « Indem vernahmen wir Tritte auf der Treppe . Da galt es , nicht länger zu zaudern , sondern dem Feinde entgegenzugehen . » Noch eins , « sagte ich - » wir gehören dem Grafen Mansfeld und sind von der Sudenburg her in die Stadt gedrungen . Nun denn in Gottes Namen los ! « Packte also die Magd bei der Gurgel und rief : » Wo ist der Geldschatz ? Im Keller ? Führe uns hin , Bestie ! « Dann tat ich die Tür auf , wiederholte recht grimmig diese Worte und zerrte die Magd die Treppe hinab , während mein Junker Jaroslaus folgte . Unten auf dem Flur stund ein Soldat , die Beine gespreizt und die Muskete mit brennender Lunte auf uns angeschlagen . » Losung ! « brüllte er . Gleichmütig entgegnete ich : » Jesus Maria ! « und schleppte die Magd vollends hinunter . Da der Kroat noch immer stutzig und mißtrauisch stund , sagte ich ihm keck ins Angesicht : » Holla , Kamerad ! Komm Er mit mir in den Keller , dorten liegt Gold - ja Gold - ein großer Schatz ! « Da blitzte freudige Gier aus seinen Augen , er setzte die Muskete ab und schloß sich uns an , indessen wir die Magd auch die nächste Treppe hinunterschleppten . Unten drangen auf einmal drei Beutemacher auf uns ein und riefen , mit ihren Waffen dräuend : » Losung ! « » Jesus Maria ! « antwortete ich , während der Kroat in fremder Sprache auf seine Kameraden einredete , worauf sie sich zufrieden gaben . Nur einer - ein junger Offizier - hielt seinen Degen gezückt und sprach : » Wos seids denn Ös ? Doch nit Pappenheimer ! « » Mansfelder ! « entgegnete Thekla . Ich aber fügte hinzu : » Ja , wir Mansfelder waren allbereits früher da , als ihr . Was gaffet ihr , Kameraden ? Kommet lieber mit in den Keller - dorten liegt Gold - ja Gold - ein großer Schatz - diese Magd wird ihn uns weisen . « Die Soldaten redeten eifrig durcheinander . Der Offizier aber fragte verdutzt : » Sakrament noch emol ! Sein die Monsfelder ollbereits in der Stodt ? Verflucht ! Aber gut , Gold nehmen wir ! Gehen wir in Keller ! « Nun ließ ich die Magd los , hielt ihr die Faust unter die Nase und herrschte sie an : » Wehe dir , Bestie , so du läugest ! Führe uns sogleich in den Keller und weise den unterirdischen Gang ! « » Mit Verlaub , ihr Herren ! « antwortete die Magd weinerlich . » Lasset mich nur erst die Laterne anzünden . Unten ist es stichdunkel . « Hiermit ging sie in die Küche , und ich folgte ihr . Mit dem Feuerzeuge machte sie Licht und tat es in die Laterne , worauf ich das Feuerzeug in meiner Tasche barg . Nun drangen wir alle in den Keller , und ich leuchtete mit der Laterne umher . Vom geheimen Gange nichts zu sehen ; wohl aber lag in einer Ecke Gerümpel aufgeschichtet , alte Tonnen und Kisten . » Gesteh , daß der Schatz dahinter liegt ! « fuhr ich die Magd an . » Ja doch , ihr Herren , « entgegnete sie und begunnte , das Gerümpel wegzuräumen . Wir halfen , und siehe , in der Mauer war ein niedrig Türlein , mit Eisen beschlagen . Da es unverschlossen war , taten wir es auf und fanden einen Gang , den man nur gebückt passieren konnte . » Mein lieber Jaroslaus ! « sprach ich laut zu Thekla . » Nimm die Laterne und suche den Schatz ! Findest du , was wir begehren - du verstehst mich , Jaroslaus - so rufe , daß ich nachkommen soll . « Sogleich ergriff Thekla die Laterne und kroch in den Gang . Da rief der Offizier etliche Worte in kroatischer Sprache und sagte dann zur Magd : » Geh mit Milivoi in Kuchel - holen mehr Licht - andere Laterne , auch Fackel - ganz gleich - ist zu dunkel - fort Milivoi ! « Und es ergriff einer der Soldaten die Magd am Arm und ging mit ihr hinauf . Ich war allein mit dem Offizier und dem andern Soldaten . Da konnte ich einen Angriff wagen , zumal es so weit dunkel war , daß nur aus dem Gange ein Schimmer herfürdrang . Gebückt stund der Offizier am Eingange und schaute hinein . » Hast du etwas gefunden , Jaroslaus ? « rief ich . Da antwortete Thekla in böhmischer Sprache : » Ja , Johannes ; der Gang biegt links ab , wird ganz geräumig und geht weiter - ich glaube , er kann uns retten - komm geschwind nach und laß uns kämpfen . « » Wos sogt er ? « fragte der Offizier mißtrauisch . - » Er hat den Schatz ! « antwortete ich und griff nach meiner Muskete . » Hot er ? « sprach der Offizier und kroch in den Gang . In diesem Augenblick erhub sich oben im Hause ein Poltern und Geschrei ; die Magd