war jetzt schon im Zuge . » Sie werden nicht schlecht von mir denken ? « » Nein . Ich denke nie schlecht von Ihnen . « » Ich habe mich nicht leicht entschlossen , aber ich kann nicht dabei bleiben . « » Dann dürfen Sie auch nicht . « Sie sah ihn offen an ; in ihren braunen Augen lag ein fester Ernst . Als wollte sie ihm sagen , daß er die Kraft haben müsse , das zu einem rechten Ende zu führen , was er sich vorgesetzt hatte . Sie sprachen nichts mehr . Nach wenigen Schritten standen sie vor dem Hause ; Schratt kam mit den Eltern nach , und Sylvester verabschiedete sich von ihnen . Schüttelte auch dem Fräulein die Hand , und sah ihm nach und sah auf die Türe , welche langsam ins Schloß fiel . Sechzehntes Kapitel Ein warmer März . Wenn ein Erlbacher den Pflug über die Weblinger Höhe hinaufführte , zog er unterwegs den Janker aus und fuhr sich über die Stirne . Dann blähten sich die Hemdärmel im Winde und hoben sich lustig vom blauen Himmel ab . Die weißen Birken am Waldrande streckten sich der Sonne entgegen , und alle Wiesen waren gelb von Schlüsselblumen . Und große , rote Flecken waren über die Ackerschollen verstreut . Wer gute Augen hatte , konnte sehen , daß es die Kopftücher der Weiber waren , welche am Boden knieten und Kartoffeln einsetzten . Fröhlichkeit lag in der Luft . An der Pflugwende rastete jeder und schrie zum Nachbarn hinüber und lobte den Tag und das Wetter . Es mache warm von oben und unten ; da müsse der Samen keimen , daß es eine Freude sei . Auch im Dorfe waren fleißige Hände tätig . In den Gärten machten sich die alten Leute zu schaffen , legten Beete an und setzten Pflanzen ein , denn eine gute Regel sagt : Sankt Benedikt macht die Zwiebeln dick . Die Kloiberin weißte ihre Küche aus , beim Weßbrunner strich der alte Vater die Fensterläden an , und der Geitner hatte zwei Maurer eingestellt , die ihm das Haus sauber herrichten mußten . Denn er wollte , daß eine solche Arbeit richtig gemacht werde . Wieder vor anderen Häusern hingen die Weiber Wäsche auf oder putzten die Fenster . Die Alten , welche nicht nützlich sein konnten , setzten sich ins Freie und schauten blinzelnd in die Sonne . Auch die Kranken , die sich in der Luft kräftigen wollten . Unter ihnen war die Veronika Mang . Ihr altes Leiden hatte sich wieder eingestellt , und ärger wie früher . Sonst waren ihr die Füße angeschwollen , heuer griff ihr die Krankheit ans Herz , und sie hatte böse Atemnot . Die Weberin wartete ihr auf und rühmte bei allen Leuten die Geduld , mit der die Mangin ihre Schmerzen trug . Sie erlaubte nicht , daß man ihrem Sohne Mitteilung machte . » Wenn ' s wieder besser werd , « sagte sie , » nacha hätt ' er si umasinscht kümmert , und werd ' s schlechter , nacha sag ' i ' s scho , wenn ' s Zeit is . « Die Weberin meinte , es werde nicht besser , denn die Mangin hätte sich ganz verändert . Sie sei nachdenklich geworden und rede oft mit sich selber , aber ganz still , daß man die Worte nicht verstand , und ganz demütig sei sie ; gar nicht mehr resch wie früher . Das sei aber ein schlechtes Zeichen , wenn sich kranke Leute so ändern . Die Bäcker Ulrich Marie sagte , sie wisse gut , warum die Mangin trübsinnig sei . Der hochwürdige Herr Kooperator habe es ihr gesagt . Nämlich , daß der Sylvester Mang das geistliche Studieren aufgeben wolle , noch vor er die Weihen kriege . Sie habe sich ' s schon lange gedacht , sagte die Bäcker Ulrich Marie , denn groß sei der Eifer beim jungen Mang nie gewesen . Wenn er daheim war , sei er selten unter der Woche in die Kirche gegangen , und mit dem hochwürdigen Herrn Kooperator habe er wenig Verkehr gehabt . Bloß beim verstorbenen Pfarrer sei er den ganzen Tag gewesen ; ob er bei dem das beste Christentum gesehen habe , möchte sie nicht behaupten . Und von dem Unglück sei die Mangin krank geworden . Die habe sich immer dick gemacht mit ihrem geistlichen Herrn Sohn und habe herumgeschrien , wie schön sie es noch einmal kriege , und habe schon getan , als wenn sie die Frau Pfarrermutter wäre . Jetzt sei alles nichts , und der Vetter in Pasenbach würde die Hand abziehen vom Sylvester . So redete die Bäcker Ulrich Marie , und die Weiber schauten mitleidig über den Gartenzaun hinüber nach der Mangin , die fröstelnd in der warmen Sonne saß . » Es ist ein Kreuz auf der Welt , « sagte die Bäcker Ulrich Marie . » Überhaupts , wo man hinschaut . « Ob es die Zwergerin schon gehört habe von dem Vöst seiner Ursula ? Vorgestern habe sie das Kind gekriegt , und heute sei es noch nicht getauft . Und der hochwürdige Herr Kooperator habe gesagt , der Vöst lasse es überhaupt nicht taufen , weil er einen abscheulichen Haß gegen das Christentum habe . Ein Kind von ihm liege schon hinter der Kirchhofmauer , und wer wisse es denn , ob er nicht auch selbigesmal mit Fleiß die Taufe versäumt habe ? Wenn das gehe , daß in Erlbach einer sein Kind als Heiden aufziehen dürfe , müsse ein Strafgericht kommen . Die Zwergerin zeigte ein solches Entsetzen über die Mitteilung , daß andere Weiber aufmerksam wurden und ihre Arbeit im Stiche ließen . Sie standen im Kreise um die Bäcker Ulrich Marie herum und steckten die Köpfe zusammen , und immer kamen wieder neue hinzu . Kinder , die auf der Straße spielten , liefen heim und sagten , daß