, wenn ich mir merken könnte , woher alle die gesammelten Stücke seien , und wenn ich die Höhe und die Mächtigkeit der Gebirge zu messen im Stande wäre , ich das Gebirge im kleinen auf einer Wiese oder auf einem Felde aufstellen könnte . Ich sagte ihnen , daß das ein Teil meines Zweckes sei , und wenn gleich das Gebirge nicht auf einer Wiese oder auf einem Felde zusammengestellt werde , so werde es doch auf dem Papiere gezeichnet , und werde mit solchen Farben bemalt , daß jeder , der sich auf diese Dinge verstände , das Gebirge mit allem , woraus es bestehe , vor Augen habe . Deshalb merke ich mir nicht nur , woher die Stücke seien , und unter welchen Verhältnissen sie in den Bergen bestehen , sondern schreibe es auch auf , damit es nicht vergessen werde , und beklebe auch die Stücke mit Zetteln , auf denen alles Notwendige stehe . Diese Stücke , in ihrer Ordnung aufgestellt , seien dann der Beweis dessen , was auf dem Papiere oder der Karte , wie man das Ding nenne , aufgemalt sei . Sie meinten , daß dieses sehr klug getan sei , um , wenn einer einen Stein oder sonst etwas zu einem Baue oder dergleichen bedürfe , gleich aus der Karte heraus lesen zu können , wo er zu finden sei . Ich sagte ihnen , daß ein anderer Zweck auch darin bestehe , aus dem , was man in den Gebirgen finde , schließen zu können , wie sie entstanden seien . Die Gebirge seien gar nicht entstanden , meinte einer , sondern seien seit Erschaffung der Welt schon dagewesen . » Sie wachsen auch , « sagte ein anderer , » jeder Stein wächst , jeder Berg wächst wie die anderen Geschöpfe . Nur « , setzte er hinzu , weil er gerne ein wenig schalkhaft war , » wachsen sie nicht so schnell wie die Schwämme . « So stritten sie länger und öfter Über diesen Gegenstand , und so besprachen wir uns über unsere Arbeiten . Sie lernten durch den bloßen Umgang mit den Dingen des Gebirges und durch das öftere Anschauen derselben nach und nach ein Weiteres und Richtigeres , und lächelten oft über eine irrige Ansicht und Meinung , die sie früher gehabt hatten . Mein Tagebuch der Aufzeichnungen zur Festhaltung der Ordnung dehnte sich aus , die Blätter mehrten sich und gaben Aussicht zu einer umfassenden und regelmäßigen Zusammenstellung des Stoffes , wenn die Wintertage oder sonst Tage der Muße gekommen sein würden . An Sonntagen oder zu anderen Zeiten , wo die Arbeit minder drängte , gab es noch Gelegenheit zu manchen angenehmen Freuden und zu stärkender Erholung . Eines Tages fanden wir ein Stück Marmor , von dem ich dachte , daß ihn mein Gastfreund in seinem Rosenhause noch gar nicht habe . Er war von dem reinsten Weiß , Rosenrot und Strohgelb in kleiner und lieblicher Mischung . Seine Art ist eine der seltensten , und hier war sie in einem so großen Stücke vorhanden , wie ich sie noch nie gesehen hatte . Ich beschloß , diesen Marmor meinem Gastfreunde zum Geschenke zu machen . Ich versuchte , mir ein Eigentumsrecht darüber zu erwerben , und als mir dieses gelungen war , ging ich daran , das Stock , soweit seine Festigkeit ununterbrochen war , heraus nehmen und in eine Gestalt schneiden zu lassen , deren es fähig war . Es zeigte sich , daß eine schöne Tischplatte aus diesem Stoffe zu verfertigen wäre . Von den losen Schuttstücken nahm ich mehrere der besseren mit , um allerlei Dinge der Erinnerung daraus machen zu lassen . Eines ließ ich zu einer Tafel schleifen und dieselbe glätten , daß mein Gastfreund die Zeichnung und die Farbe des Marmors auf das beste sehen könne . So war eine Strecke abgetan , als in den Tälern sich die kleinen Knospen der Rosen zu zeigen anfingen , und selbst an dem Hagedorn , der in Feldgehegen oder an Gebirgssteinen wuchs , die Bällchen zu der schönen , aber einfachen Blume sich entwickelten , die die Ahnfrau unserer Rosen ist . Ich beschloß daher , meine Reise in das Rosenhaus anzutreten . Ich habe mich kaum mit größerem Vergnügen nach einem langen Sommer zur Heimreise vorbereitet , als ich mich jetzt nach einer wohlgeordneten Arbeit zu dem Besuche im Rosenhause anschickte , um dort eine Weile einen angenehmen Landaufenthalt zu genießen . Eines Nachmittages stieg ich zu dem Hause empor , und fand die Rosen zwar nicht blühend , aber so überfüllt mit Knospen , daß in nicht mehr fernen Tagen eine reiche Blüte zu erwarten war . » Wie hat sich alles verändert , « sagte ich zu dem Besitzer , nachdem ich ihn begrüßt hatte , » da ich im Frühlinge von hier fortging , war noch alles öde , und nun blättert , blüht und duftet alles hier beinahe in solcher Fülle wie im vorigen Jahre zu der Zeit , da ich zum ersten Male in dieses Haus heraufkam . « » Ja , « erwiderte er , » wir sind wie der reiche Mann , der seine Schätze nicht zählen kann . Im Frühlinge kennt man jedes Gräschen persönlich , das sich unter den ersten aus dem Boden hervor wagt , und beachtet sorgsam sein Gedeihen , bis ihrer so viele sind , daß man nicht mehr nach ihnen sieht , daß man nicht mehr daran denkt , wie mühevoll sie hervor gekommen sind , ja laß man Heu aus ihnen macht , und gar nicht darauf achtet , daß sie in diesem Jahre erst geworden sind , sondern tut , als ständen sie von jeher auf dem Platze . « Man hatte mir eine eigene Wohnung machen lassen , und führte mich in dieselbe ein . Es waren zwei Zimmer am Anfange des Ganges der Gastzimmer , welche man durch eine neugebrochene Tür zu einer einzigen Wohnung gemacht hatte