. Er will sie der theologischen Facultät zur Begutachtung vorlegen lassen . Da muß ich warten , bis die Universität an der Oder geweiht ist . O der Teufel wird lachen über die Frist , die ihm geschenkt ist , er wird sie nutzen . Dann kommt es zu spät ; dann kann Kaiser und Reich umsonst interdiciren , der heilige Vater in Rom muß seine Blitze schleudern , wo vorhin die Zornworte , die der Herr einem einfältigen Priester lieh , genügt hätten . « Was half das alles dem artigen Herrn Gottfried , daß der gelehrte Hofprediger ihm seine Aussichten über die Wege des Teufels auf Erden auseinandersetzte , und daß er jetzt im Stadium der Pluderhosen stecke . » Ist denn aber gar keine Aussicht da ? « - fragte er , und meinte für sich , denn die Welt würde sich schon selber helfen , meinte Herr von Bredow . Der Hofprediger aber dachte nicht an den , zu dessen Trost er geschickt war , sondern an die Welt . » Doch eine « , antwortete er , » ich meine damit habe sich der Hölle Macht erschöpft . Sie wüthet zu toll , das ist ein Anzeichen , daß es auf die Letzt geht . So wollen wir denn zum allmächtigen Gott hoffen , daß dieser Hosenteufel der letzte sei , der noch vor dem jüngsten Tage das Seinige thun und ausrichten sollte3 . « » Zum jüngsten Tage ! Soll ich denn bis dahin eingesperrt bleiben ? Herr Doctor , was habe ich denn mit dem Erbfeind zu schaffen gehabt ? Es durfte ja in mein Haus keine Pluderhose . « » Und dann wundert Ihr Euch , Lieber , der Anfechtungen ! Weshalb ist Euch Satan feind , als eben darum . Er will Euer Verderben , wie er mein Verderben will , denn er ist klüger als die Schlange . Wenn ich von der Kanzel herab sehe , daß der Kurfürst lächelt , weiß ich nicht , daß er es ist , der ihn heimlich kitzelt ; wenn er die Hand vor den Mund thut , glaubt Ihr , daß ich ihn gähnen mache ? Wenn ich ihn bei Hofe antreten will , und er weicht mir aus , und ich hörte ihn einmal sagen : Ach Gott , da ist schon wieder der Schwätzer ! Vermeint Ihr , daß ich der Schwätzer bin , und Joachim ist es , der mich dafür hält ? Würde der gottesfürchtige , hochgelehrte Kurfürst einen Schwätzer zum Hofprediger bestellen ! Satan allein ist ' s , der sich jetzt in meine , jetzt in des Kurfürsten , jetzt in Eure Gestalt hüllt , der so seine Dinge wirkt , und seine Dinge sind Unfriede , Gestank , Aufruhr , Finsterniß , Wirrwar und Mißverständnis damit er im Trüben fischen kann . « » Aber sagt doch , wie komme ich denn dazu ? Wie komme ich los ? « » Ihr ! - Durch Ergebung und Geduld . Wartet nur noch eine halbe Stunde , lieber Herr von Bredow . Ich gehe meine Predigt zu holen . Wir wollen sie lesen von Anfang bis zu Ende . Dann , so gestärkt , wird uns der Herr ja die Wege weisen , um aus dem Irrsal Euch herauszuführen . « Aber nach einer halben Stunde saß nicht der Hofcaplan , sondern der Dechant von Altbrandenburg neben dem Gefangenen , und hatte eine Schrift gefertigt , welche vor ihm auf dem Tische lag . Herr Gottfried saß , wie die Ergebung selbst , auf dem Schemel . » ' S ist doch hart ! Und daß ich das selbst unterschreiben muß . « » Bedenkt , mein würdiger Freund , was die Märtyrer gethan und gelitten . Sie selbst vergaßen es , ich meine ihr irdisches Wohl , um die Wege des Satans auf Erden zu kreuzen und ihren christlichen Mitmenschen die zur Gottseligkeit zu bahnen . « » Nu ja die Märtyrer wollten Heilige werden . Die Zeiten sind vorbei . « » Hier ist die Feder . « » Hat sie wirklich sie gewaschen ? « » Drei Tage sah ich sie auf dem Trockenplatz hängen mit meinen eigenen Augen . « » Und der Kasper ! Warte ! Kann sich doch kein Mensch auf keine Seele nicht verlassen . « » Am wenigsten auf sich selbst , mein werther Freund . Wie ging es mir dazumal in Neu-Brandenburg , wenn Ihr Euch der ärgerlichen Geschichte entsinnt . Leute wollten doch einen Mann aus dem Fenster des Syndikus steigen gesehen haben , der die niedliche kleine Frau hatte . Beschrieben sie den Mann nicht grad als wär ich es ! Und dann waren sie ihm sacht gefolgt , und er war vor meiner Thür stehen geblieben , nämlich in ihren Augen schien es so . Er hatte einen Schlüssel ausgezogen , aufgeschlossen . Die Treppen hatten sie ihn hinaufgehen hören , und dann Licht gesehen in meiner Stube , die bis dahin finster war und - « » Entsinne mich wohl , « sagte der Gefangene , » es war eine recht kitzliche Geschichte . « » Sie ward durch die Güte des damaligen Bischofs ausgeglichen , der der Meinung war , daß in zweifelhaften Sachen man der milderen Ansicht den Vorzug geben müsse . Glaubt Ihr , daß die Zeugen , welche vor den Thüren gelauscht , falsch geschworen haben ? « » Es hieß so nachher . Das geistliche Gericht hat doch - « » Ich glaube , sie waren ganz im guten Glauben . « » Aber wer zum Teufel war denn eingestiegen ? « » Vielleicht mein Schatten , vielleicht ich selbst . Wohl entsinne ich mich , daß ich in jener Nacht lebhaft an die arme Frau dachte . Sie hatte mir in der Beichte ihre unglückliche Lage vertraut . Mir war ' s , als hörte ich sie in der Nacht weinen und klagen , wer ihr Hülfe brächte