confirmiret , so daß er nunmehro männiglich Red und Antwort von wegen seiner Braut stehen könne , wie nachgehends von wegen seiner Frauen . Und als er nunmehro die Acta aus seinem Busen herfürzog und mir selbige in die Hand gab sprach er : aber jetzunder muß Er mir auch einen Gefallen thun Ehre Abraham , nämblich mich morgen , wo ich mit meiner Braut zu Gottes Tisch zu gehen verhoffe , mit seinem Töchterlein einmal für allemahlen abzukündigen , und nachgehends schon übermorgen zu trauen . Sage Er nit Nein hiezu , denn mein Pfarrer , Ehre Philippus spricht , daß solches bei Adlichen in Pommern nicht ungebräuchlich , wannenhero ich auch zum Montage die Hochzeit in meiner Burg allbereits angesaget , als wohin wir fahren wollen und wo ich auch mein Beilager zu halten gedenke . Gegen solches Ansuchen hätte nun mancherlei zu moniren gehabt , insonderheit , daß er zu Ehren der heiligen Dreieinigkeit sich wöllte dreimal kündigen lassen , wie es der Brauch ist , und mit seiner Hochzeit annoch warten , aber da ich meim Töchterlein ansah , daß sie auch gern recht bald Hochzeit hätt , inmaßen sie seufzeln und so roth wie ein Scharlaken wurde , kunnt ich es ihnen nicht abschlagen , sondern versprach Allens , was sie wollten . Hierauf vermahnete sie Beide zum Gebet , und nachdem ich meine Hände auf ihr Haupt geleget , dankete ich dem Herrn so brünstiglich , wie ich ihm noch nimmer gedanket , also daß ich letzlich für meinen Thränen nicht weiter kommen kunnte , sondern sie mir meine Stimme ersäufeten . Hierzwischen war aber des Junkers sein Wagen mit vielen Truhen und Koffers vor der Thüren angelanget , und sprach er : jetzo soll Sie auch sehen liebe Jungfer , was ich Ihr mitgebracht , und gab Befehlig Allens in das Zimmer zu tragen . Ei Lieber , welche schöne Sachen hatte es darinnen , so ich mein Lebtage nit gesehen ! Allens was Weiber gebrauchen , war hier fürhanden , insonderheit an Kleidern , als Leibichen , gefaltete Höcke9 , lange Mantel , zum Theil mit Futterfell verbremmet , Schleier , Schürzen , item das Brauthemd so mit güldenen Borten besetzet war und worauf der kurzweilige Junker an die sechs oder sieben Mirthenbüscher vor sie geleget hatte , umb sich daraus selbsten einen Kranz zu machen . Item nahm es kein Ende an Ringen , Halskettlein , Ohrenperlein etc. so ich zum Theil vergessen hab . Auch wollte der gute Junker mich nit unbescheert hinterlassen , inmaßen er mir ein neu Meßgewand ( dieweil das alte die Feinde geraubet ) auch Futterhemde , Hosen und Schuhe , summa Allens was zur Mannskleidung gehört , mitgebracht hatte , weshalben ich nur im Stillen den Herrn anrief , daß er uns für solchen Staat und Hoffarth nit abermals in seinem Zorn strafen wölle . Als mein Töchterlein dieses Allens sahe , wurde sie betrübt , daß sie ihme nichts mehr geben könne denn ihr Herze allein , und die Kettin von dem schwedischen König so sie ihme umb den Hals hing , und ihn weinende bate , sie vor ein Brautgeschenke zu behalten . Solches versprach er auch letzlich und daß er sie mit in seinen Sarg nehmen wölle , doch zuvorab müsse mein Töchterlein noch damit vertraut werden , wie mit dem blauen seidinen Kleid , denn dieses und kein anderes sölle ihr Brautkleid sein , welches sie ihme auch angeloben mußte . Doch mit der Magd begab sich noch ein seltsamer Fürfall , so ich allhier noch notiren will . Denn nachdeme das alte treue Mensch gehöret , was hieselbsten geariviret , war sie für Freuden außer sich , sprang und klatschete in ihre Hände , und sagete letzlich zu meim Töchterlein : nunmehro würde sie sicherlich nicht mehr weinen , wenn der Junker in ihr Bette liegen wölle , worüber selbige also erschaamrothete , daß sie aus der Thüren lief . Und als der Junker nunmehro wissen wollte , was sie damit sagen wölle , verzählete sie ihme , daß er schon einmal als wir von Gützkow kommen , in meines Töchterleins Bette geschlafen , worüber er den ganzen Abend seinen Kurzweil mit ihr hatte , als sie wiederkam . Der Magd versprach er aber , da sie schon einmal meines Töchterleins Bette vor ihn gemacht , sölle sie es auch zum andern Mal machen , und übermorgen wie auch mein Ackersknecht , mit nacher Mellenthin fahren , damit Herrschaft und Gesinde sich nach so viel Trübsal zusammen freuen könnten . Und da der liebe Junker bei uns die Nachtherberge nehmen wollte , mußte er bei mir in der kleinen Achterstuben schlafen ( denn ich kunnte doch nit wissen was fürfallen würde ) . Schlief auch bald wie ein Dachs , aber in meine Augen kam kein Schlaf , für Freuden , sondern betete die ganze liebe Nacht oder gedachte an meine Predigt . Erst umb die Morgenzeit drusete ich ein wenig ein , und als ich aufstund saß der Junker schon in der Vorderstuben bei meim Töchterlein , welche allbereits das schwarze seidine Kleid anhatte , so er ihr mitgebracht , und wie durch ein Wunderwerk frischer aussahe , denn da der schwedische König kam , so daß ich sie mein Lebtage nit frischer und hübscher gesehen . Item hatte der Junker schon sein schwarz Wammes an und suchte ihr die besten Zweigleine zum Myrthenkranz aus , den sie sich wunde . Legte aber ihren Kranz sogleich auf die Bank , fallete ihre Händleins und betete nach ihrer Gewohnheit den Morgenseegen , als sie mich ankommen sahe , welche Demuth den Junker sehr erfreuete , und er bat es in Zukunft bei ihme auch also zu halten , was sie auch zu thun versprach . Bald hierauf gingen wir auch zur lieben Kirchen in die Beichte und , dieweil der Junker mein Töchterlein unter ihrem Arm gefasset , blieb alles Volk für Verwunderung stehen und rißen den Hals auf ,