geschehen , was geschehen konnte , um Sie von jedem Verdacht zu reinigen , und um so mehr muß ich glauben , daß Sie sich frei von jeder Schuld fühlen . « - Ein Gerichtsdiener rief in diesem Augenblick den Richter ab , und so wurde ein Gespräch unterbrochen , als es eben begann , mich zu peinigen . Ich begab mich nach meiner Wohnung und fand alles so wieder , wie ich es verlassen . Meine Papiere hatte man in Beschlag genommen , in ein Paket gesiegelt , lagen sie auf meinem Schreibtische , nur Viktorins Brieftasche , Euphemiens Ring und den Kapuzinerstrick vermißte ich , meine Vermutungen im Gefängnisse waren daher richtig . Nicht lange dauerte es , so erschien ein fürstlicher Diener , der mit einem Handbillet des Fürsten mir eine goldene , mit kostbaren Steinen besetzte Dose überreichte . » Es ist Ihnen übel mitgespielt worden , Herr von Krczynski , « schrieb der Fürst , » aber weder ich noch meine Gerichte sind schuld daran . Sie sind einem sehr bösen Menschen auf ganz unglaubliche Weise ähnlich ; alles ist aber nun zu Ihrem Besten aufgeklärt ; ich sende Ihnen ein Zeichen meines Wohlwollens und hoffe , Sie bald zu sehen . « - Des Fürsten Gnade war mir ebenso gleichgültig als sein Geschenk ; eine düstre Traurigkeit , die geisttötend mein Inneres durchschlich , war die Folge des strengen Gefängnisses ; ich fühlte , daß mir körperlich aufgeholfen werden müsse , und lieb war es mir daher , als der Leibarzt erschien . Das Ärztliche war bald besprochen . » Ist es nicht « , fing nun der Leibarzt an , » eine besondere Fügung des Schicksals , daß eben in dem Augenblick , als man davon überzeugt zu sein glaubt , daß Sie jener abscheuliche Mönch sind , der in der Familie des Barons von F. so viel Unheil anrichtete , dieser Mönch wirklich erscheint und Sie von jedem Verdacht rettet ? « » Ich muß versichern , daß ich von den näheren Umständen , die meine Befreiung bewirkten , nicht unterrichtet bin ; nur im allgemeinen sagte mir der Richter , daß der Kapuziner Medardus , dem man nachspürte und für den man mich hielt , sich hier eingefunden habe . « » Nicht eingefunden hat er sich , sondern hergebracht ist er worden , festgebunden auf einem Wagen , und seltsamerweise zu derselben Zeit , als Sie hergekommen waren . Eben fällt mir ein , daß , als ich Ihnen einst jene wunderbaren Ereignisse erzählen wollte , die sich vor einiger Zeit an unserm Hofe zutrugen , ich gerade dann unterbrochen wurde , als ich auf den feindlichen Medardus , Franceskos Sohn , und auf seine verruchte Tat im Schlosse des Barons von F. gekommen war . Ich nehme den Faden der Begebenheit da wieder auf , wo er damals abriß . - Die Schwester unserer Fürstin , wie Sie wissen , Äbtissin im Zisterzienserkloster zu B. , nahm einst freundlich eine arme Frau mit einem Kinde auf , die von der Pilgerfahrt nach der heiligen Linde wiederkehrte . « » Die Frau war Franceskos Witwe , und der Knabe eben der Medardus . « » Ganz recht , aber wie kommen Sie dazu , dies zu wissen ? « » Auf die seltsamste Weise sind mir die geheimnisvollen Lebensumstände des Kapuziners Medardus bekannt worden . Bis zu dem Augenblick , als er aus dem Schloß des Barons von F. entfloh , bin ich von dem , was sich dort zutrug , genau unterrichtet . « » Aber wie ? . .. von wem ? « ... » Ein lebendiger Traum hat mir alles dargestellt . « » Sie scherzen ? « » Keinesweges . Es ist mir wirklich so , als hätte ich träumend die Geschichte eines Unglücklichen gehört , der , ein Spielwerk dunkler Mächte , hin und her geschleudert und von Verbrechen zu Verbrechen getrieben wurde . In dem ... tzer Forst hatte mich auf der Reise hierher der Postillon irre gefahren ; ich kam in das Försterhaus , und dort ... « » Ha ! ich verstehe alles , dort trafen Sie den Mönch an « ... » So ist es , er war aber wahnsinnig . « » Er scheint es nicht mehr zu sein . Schon damals hatte er lichte Stunden und vertraute Ihnen alles ? « ... » Nicht geradezu . In der Nacht trat er , von meiner Ankunft im Försterhause nicht unterrichtet , in mein Zimmer . Ich , mit der treuen , beispiellosen Ähnlichkeit , war ihm furchtbar . Er hielt mich für seinen Doppeltgänger , dessen Erscheinung ihm den Tod verkünde . - Er stammelte - stotterte Bekenntnisse her - unwillkürlich übermannte mich , von der Reise ermüdet , der Schlaf ; es war mir , als spreche der Mönch nun ruhig und gefaßt weiter , und ich weiß in der Tat jetzt nicht , wo und wie der Traum eintrat . Es dünkt mich , daß der Mönch behauptete , nicht er habe Euphemien und Hermogen getötet , sondern beider Mörder sei der Graf Viktorin . « - » Sonderbar , höchst sonderbar , aber warum verschwiegen Sie das alles dem Richter ? « » Wie konnte ich hoffen , daß der Richter auch nur einiges Gewicht auf eine Erzählung legen werde , die ihm ganz abenteuerlich klingen mußte . Darf denn überhaupt ein erleuchtetes Kriminalgericht an das Wunderbare glauben ? « » Wenigstens hätten Sie aber doch gleich ahnen , daß man Sie mit dem wahnsinnigen Mönch verwechsle , und diesen als den Kapuziner Medardus bezeichnen sollen ? « » Freilich - und zwar nachdem mich ein alter blöder Greis , ich glaube , er heißt Cyrillus , durchaus für seinen Klosterbruder halten wollte . Es ist mir nicht eingefallen , daß der wahnsinnige Mönch eben der Medardus , und das Verbrechen , das er mir bekannte , Gegenstand des jetzigen Prozesses sein könne . Aber wie mir