Ascoli ' s und der Brüder Bandiera veranlaßt hätte ... Er hatte leise , wenn auch nicht verstellt , gesprochen ... Alle horchten dem wohllautenden Klang der Stimme des neuen » Spartakus « ... Bertinazzi nahm das Wort und sagte : Die Brüder Bandiera werden nicht in den Kirchenstaat einfallen ... Das überrascht mich ... sprach Benno voll freudiger Wallung überlaut und vergessend , seine Stimme zu verändern ... Bertinazzi reichte Benno einen Brief Attilio ' s ... Benno übersah ihn ... In jeder Zeile bekundete er seine Echtheit ... Lest ihn ! sprach Bertinazzi ... Ihr seid neu in unserm Kreise und wißt nicht , wie tief Rom und die Welt , die sich noch von Rom beherrschen läßt , gesunken sind ... Benno las mit starrem Auge ... Seine Hand zitterte ... Ceccone , Olympia entschieden nicht über das Leben der Freunde - ? ... Inzwischen ließ Bertinazzi einige Schriften circuliren und theilte jedem Exemplare aus ... Benno war solange seiner fieberhaften Erregung allein überlassen ... Er las , daß die Lenker des Kirchenstaats gemeinschaftlich mit den Jesuiten einen Plan angezettelt hatten , demzufolge die » Verjüngung Italiens « als der Wunsch - nur der Räuber und Mörder erscheinen sollte ... Grizzifalcone war ausersehen worden , dies Werk in Ausführung zu bringen1 ... Bis nach London hin verzweigte sich eine falsche Fährte , auf der die Verschwörer in die Lage kommen sollten , Bundsgenossen nur der Schmuggler und der Räuber zu werden ... Man hatte vom Vatican aus eine falsche Correspondenz mit Korfu angeknüpft , um das dortige Comité glauben zu machen , an der Küste des Adriatischen Meers , in Porto d ' Ascoli , wäre alles reif , eine Invasion zu unterstützen ... Während der alte Principe Rucca nur seine Zölle im Auge hatte , richtete Ceccone seine Blicke weiter ... Auch ihm war das Erscheinen des Räubers in der Hauptstadt der Christenheit willkommen ... Auch seine Verhandlungen mit ihm , die gleichfalls jener Pilger geleitet hatte , bezweckten eine große Anerkennung des Reuigen ... Die Liste , deren wesentlichen Inhalt er lange schon vor dem alten Rucca kannte , sollte den Schrecken , den Grizzifalcone ' s Verrath unter den Zollbedienten und Schmugglern verbreiten mußte , zum Verderben der Revolution ausbeuten ... Ceccone ließ die Ortschaften , wo , wie ihm durch londoner Verrath bekannt geworden , die Brüder Bandiera landen sollten , so durch die Anzeigen , die dem Fürsten Rucca gemacht wurden , einschüchtern , daß die Räuber , die Schmuggler , die Zollbediente die Fahne des Aufstands als Hülfe und Rettung begrüßen mußten ... Wie diese Elemente die Revolution verstehen würden , lag auf der Hand ... Hier konnte nur Mord , Brand , Plünderung im Gefolge der dreifarbigen Fahne gehen ... Die reinsten , edelsten Zwecke mußten von Brandschatzungen , lodernden Flammen , Zerstörung der Wohnstätten des Friedens begleitet sein ... Dies Mittel , die Revolution zu entstellen , hatte man in Europa schon überall angewandt ... Die Bauern Galiziens , entlassene Sträflinge hatten Mord und Brand über Paläste und Hütten verbreitet ... Was Szela , der Schreckliche , später in den Eichen und Graswäldern Podoliens wurde , sollte schon Grizzifalcone in der Romagna sein ... Den Communismus schürten die Jesuiten , alle Extreme der freien Ideen förderten sie , um die öffentliche Meinung vor den Neuerungen zu erschrecken ... Im Kirchenstaat sollten alle , die durch das Strafgericht Rucca ' s bedroht waren , auf das Signal warten , die Fackel der Anarchie zu schwingen ... Fermo , Ascoli , Macerata sollten in Feuer aufgehen ... Italien sollte sich mit Schaudern von Freiheitsbewegungen abwenden , die der Welt solche Schrecken brachten ... Aus dem ergreifenden Gemälde dieser von den Cardinälen der Christenheit , von den Rathgebern des Heiligsten der Heiligen angezettelten Intrigue erhob sich der Protest Attilio ' s Bandiera , wie die Taube weiß und rein am dunkeln Gewitterhimmel aufsteigt - Attilio erklärte , noch zeitig genug gewarnt worden zu sein ... Wie Benno mit bebenden Lippen diesen Protest las und sah , daß sich die Losung verändert hatte - wie er las , daß eine Schar von entschlossenen Männern den Versuch machen würde , von Calabrien aus nach Neapel vorzudringen - wie er sogar den Silaswald genannt fand - ja wie sich ihm ein Flor vors Auge legte - als die Namen Fra Hubertus - Fra Federigo auf dem Papier wie Irrlichter auf dunkelm Moore tanzten - wie er ein Wort von einem » abgesandten Franciscanerbruder « noch mit den letzten Stunden in San-Pietro in Montorio in Verbindung bringen konnte und - ihn die Aufklärung über alles zu belohnen schien , was Bonaventura ' s nächste Sorge war , da hörte plötzlich sein Ohr ein dumpfes Murmeln um sich her ... Er blickte auf ... Die Männer waren schon vorher aufgestanden ... Jetzt befanden sie sich in einer Gruppe ... Der schwarze Todtenbruder stand mitten unter ihnen in heftiger Gesticulation ... Bertinazzi bat um Ruhe ... Vergebens ... Das Durcheinanderflüstern mehrte sich ... Timoleon ! rief Bertinazzi ... Nehmen wir unsere Plätze ... Nein , nein ! riefen andere ... Laßt Timoleon reden ! ... Der schwarze Todtenbruder schien ungern lauter zu sprechen ... Doch nun mußte er es thun ... Alles stand erwartungsvoll ... Ich hatte nur die Absicht - - eine neue Loge zu stiften ... sagte er dumpf und hohl ... Benno hörte die Stimme vom Nachen ... Die Augen des Sprechers funkelten unheimlich durch die beiden Lücken seiner Kapuze ... Sie waren auf Bertinazzi gerichtet , der mit diesem Wunsch einer neuen Logenbildung nicht einverstanden schien und beschwichtigend rief : Laßt das ! Laßt das ! ... In diesem Augenblick streifte ein Rockärmel Benno ' s Wange ... Der Freund der Päpste , der Kapuziner war es , der seine Hand ausgestreckt , Attilio ' s Brief ergriffen und das Papier in die Flamme eines der Lichter gehalten hatte ... Benno , betäubt noch von dem nicht vollständig überlesenen Inhalt , erbebend vor dem