leer . Er gab sie nun dem umgekleideten Soldaten und dieser ging unerkannt zur Kirche hinaus . Erst acht Tage nach Ostern traf der auf diese Weise glücklich Entkommene wieder in Ruppin ein . Ein volles halbes Jahr war seit dem Kapitulationstage vergangen . « Der Rest der Gefangenen passierte den Rhein und wurde zum größten Teil in und um Nancy interniert . Andere sahen sich bis in die Pyrenäen geschleppt , und da keine Nachrichten von ihnen eintrafen , schuf ihr Schicksal Sorge und Ungewißheit in vielen Herzen . Auch äußere Not blieb nicht aus , namentlich im Kreise der Offiziersfrauen , für die man in jenen Unglücksjahren weder Pensionen noch Unterstützungen hatte . Denn nicht einer jeden ward eine so wunderbare Hilfe zuteil , wie der Frau von der Recke , von der uns Heydemann erzählt . Der Gatte dieser , der sein Ehrenwort zu geben verweigert hatte , war gefangen auf eine der atlantischen Inseln abgeführt worden , und Frau von der Recke glaubte , daß er gefallen sei . Nur sein Handkoffer kam wie durch Zufall in ihre Hände ; sie wagte jedoch nicht , ihn zu öffnen , weil sie nur Schmerz und Aufregung davon befürchtete . Ganz zuletzt erst , in immer wachsender Not , entschloß sie sich dazu , mutmaßlich um den Inhalt des Koffers zu Gelde zu machen . Aber welch Erstaunen , als sie , sorglich zwischen die Wäsche gepackt , 50 Friedrichsd ' or entdeckte , die Herr von der Recke von seinem Ersparten da hineinlegt hatte . Das half über die Not vieler Monate hinweg , und endlich traf auch ein Brief ein , der Auskunft über das Schicksal des schon Totgeglaubten gab . Anno 1809 erst kehrten die Gefangenen in ihre heimische Grafschaft zurück . Alle , die noch fähig waren , Waffen zu tragen , traten wieder ein ; aber es geschah in neugebildete Regimenter . Das Regiment Prinz Ferdinand war hinüber , und endlich schien selbst die Erinnerung daran erloschen . Da noch einmal wurde diese wieder wach . Es war im Mai 1866 , die Glocken gingen , und alle die , die ' s noch nicht wußten , erfuhren auf ihre Frage , daß die alte Frau von Hagen heute begraben werde . Sie war dreiundachtzig . Am 31. August 1806 war der Hauptmann von Hagen ( erst seit wenig Wochen vermählt ) mit dem Regimente Prinz Ferdinand ausgezogen , und hatte von seinem ersten Marschquartier Fehrbellin aus eine noch verspätet im Superintendentengarten blühende Rose als letzten Liebesgruß an seine Gattin geschickt . Seitdem kein Wort , keine Zeile mehr , denn Hauptmann von Hagen war mit unter denen , die den Tag von Auerstedt nicht überlebten und am Abend , still für immer , am Dorfrande von Hassenhausen lagen . Die Rose , sein einzig Vermächtnis , hatte ein treues Herz durchs Leben hin begleitet ; jetzt war auch dieses still , und über beiden wölbte sich das Grab . Das war die letzte Erinnerung an das Regiment Prinz Ferdinand . Regiment Mecklenburg-Schwerin Nr. 24 Regiment Mecklenburg-Schwerin Nr. 24 Sei ruhig , bin in Gottes Hut , Er liebt ein treu Soldatenblut . Das jetzige Ruppiner Regiment Nr. 24 , das während der Befreiungskriege den Namen : » 12. Reserve-Infanterie-Regiment « führte ( erst im Mai 1815 erhielt es die Nummer 24 ) , wurde während der Waffenstillstandswochen von 1813 aus drei Reservebataillonen errichtet , und zwar aus dem 4. Reservebataillon des Leib-Infanterieregiments , Major von Herrmann , 4. Reservebataillon des 2. Westpreuß . Infanterieregiments , Major von Laurens , 7. Reservebataillon , Major von Zepelin . In dieser Reihenfolge bildeten sie das 1. , 2. und 3. Bataillon des neuerrichteten Regiments , zu dessen Kommandeur der Major von der Goltz ernannt wurde . Das Regiment kam zum Yorkschen Korps , und zwar zur 8. Brigade Hünerbein , die sich aus dem brandenburgischen Infanterieregiment ( jetzt Grenadierregiment Nr. 12 ) , aus dem 14. schlesischen Landwehrregiment und unserem 12. Reserve-Infanterieregiment zusammensetzte . Am 3. August , Königs Geburtstag , wurden alle drei Bataillone zum ersten Male vereinigt und am 11. August fand am Zobtenberg eine große Parade vor König Friedrich Wilhelm III. und dem Kaiser von Rußland statt . Der spätere Oberstleutnant von Görschen , der als eben ernannter junger Offizier mit in der Parade stand , gibt davon folgende Schilderung : » Voll höchster Erwartung marschierten wir am Morgen des 11. nach dem Paradeplatze , wo wir das Antlitz unseres teuren Königs sehen und sein ermutigendes › Guten Morgen ‹ hören sollten . Die Truppen wurden aufgestellt , die Kavallerie im ersten , die Infanterie im zweiten Treffen ; unsere 8. Brigade am linken Flügel . Jetzt sah man links einen Wald von Federbüschen , und Offiziere , Unteroffiziere , Jäger und Soldaten , alles reckte sich auf den Zehen aus den Kolonnen empor . Der Wald nahte , das Kommando zum Präsentieren wurde gegeben , und aus voller Brust stimmte jeder in das Hurra ein . Noch immer folgten Federbüsche . › Hast Du ihn gesehen ? ‹ riefen die Nebenleute einander zu , und andere antworteten über die Glieder und Züge hinweg mit ja oder nein . Der Vorbeimarsch wurde nunmehr befohlen . Mit gespanntester Neugier , aber freilich auch mit desto geringerer Haltung und Richtung kamen wir vorüber . Ich selbst kehrte mich , als wir in der Nähe der beiden stattlichen Reiter waren , die einige Schritte vor der langen Reihe der zuschauenden russischen und preußischen Offiziere hielten , kurz nach meinem Zuge um , und rief den Jägern zu : » Das ist Er . « Und dann hörte ich , wie sie einander zuflüsterten : » Das ist Er , Er , der den Degen gezogen hat . In eigener Person hat er uns dem Kaiser vorgeführt . « Auf dem Rückmarsch nach dem Lager aber erscholl es überall : » Das war Er , Er hat das Schwert selbst gezogen ! Er führt uns selbst