Eine Française ließ er aus und betrachtete das hübsche Bild als Zuschauer . Schratt suchte ihn auf . » Na , Sie Tausendsassa ! Unterhalten Sie sich gut ? « » Es ist wundervoll . Wie gefällt es Ihnen ? « » Geht so . Herr Sporner wird allmählich gesprächig . Wir sind jetzt bei der Teestaude . « » Hat er etwas von mir gesagt ? « » Von Ihnen ? Nein . « » Haben Sie ... ? « » Ich ? Auch nicht . « » Ich meine , ob Sie ... « » Ob ich Ihr Loblied gesungen habe ? Das hätte doch ein bißchen verdächtig ausgesehen , Verehrtester . Sie wissen , daß die Absicht verstimmt , wenn man sie merkt . « » Das habe ich nicht fragen wollen . Sondern , ob Herr Sporner es nicht sonderbar findet , daß ich hier bin ? « » Er ? Der Herr Michael Sporner ? « » Oder seine Frau ? « » Die Frage ist eher berechtigt . Ich habe übrigens nicht bemerkt , daß sie Ihre Anwesenheit mißbilligt . Vielleicht denkt sie , der junge Mann will die Welt sehen , bevor er sich von ihr abkehrt . « » Hat sie darüber gesprochen ? « » Nein . « » Oder Andeutungen gemacht ? « » Auch nicht . Sie wollen offenbar herauskriegen , was an unserem Tische geredet wurde . Ich sage Ihnen ja , wir sind jetzt bei der Teestaude . « » Was werden sie von mir denken , wenn sie das erfahren ? « » Daß Sie der Gottesgelahrtheit den Rücken kehren ? « » Ja . Am Ende glauben sie , daß ich aus Vergnügungssucht weggehe ? « » Hm . Ich kann Ihnen nicht verschweigen , daß Sie merkwürdig viel Talent verraten für das Treiben dieser Welt . Ich habe Sie beobachtet . Ich bin paff . « » Im Ernst , Herr Schratt , glauben Sie , daß man mir das übel auslegen kann , daß ich den Ball besucht habe ? « » Man ? Wer ' man ' ? Ich glaube , daß Fräulein Traudel deshalb nicht an Ihrem Charakter verzweifelt , auch Herr Michael Sporner scheint eine milde Auffassung zu hegen , und Madame Sophie ... « » Die wird mich für leichtfertig halten . « » Und Madame Sophie ist eine sehr kluge Frau ; sie hat mehr Verstand als mancher weise Mann . Das kann Ihnen einmal nützen in ernsteren Dingen und wird Ihnen nicht schaden , wo es sich um solche Kleinigkeiten handelt . « » Sie glauben ... ? « » Heute gar nichts , Sylvester . Ich wollte nur sagen , daß Frau Sophie zu den Menschen gehört , deren Achtung man sich durch Tüchtigkeit verdienen kann . Das liegt für Sie in weiter Ferne , aber daß es möglich ist , bedeutet auch etwas . Jetzt wollen wir dem Tanze zusehen . « Sylvester war nachdenklich geworden . Er blickte zerstreut in den Saal . Merkle kommandierte : » La main droite ! La main gauche ! Balancez en ligne ! « » Zu meiner Zeit hat man das noch getanzt , « sagte Schratt ; » die jungen Leute gehen ja nur . Wer ist denn der lange Sohn Enaks dort vorne ? Wenn der nur das Mädchen nicht tot tritt ! « » Das ist der Hufnagel . « » Der Philologe ? Das hätte ich ahnen können . Die Herren haben sich seit meiner Zeit nicht verändert . « Nach dem Kotillon erklärte Frau Sporner , daß man den Heimweg antrete . Schratt und Sylvester schlossen sich an . Als sie im Freien waren , erbarmte sich der alte Herr über seinen Freund und sagte , in dieser milden Februarnacht wolle er noch ein wenig spazieren gehen und die Familie begleiten . Er rundete seinen Arm und bot ihn der Madame Sophie an ; zu ihrer Rechten ging Herr Michael . Traudel und Sylvester schritten voran . » Ich werde immer an den Abend denken , « sagte Sylvester . » Ja , es war sehr hübsch . « » Das ist jetzt vorbei . Wer weiß , wann ich wieder einmal ... « Er sprach den Satz nicht aus und seufzte . Er hatte sich vorgenommen , dem Mädchen zu sagen , welche Pläne er für die Zukunft gefaßt habe . Er wollte ihr sagen , daß er nicht Geistlicher werde . Während des Kotillons wollte er dieses Geständnis machen . Da war eine günstige Gelegenheit . Aber Traudel plauderte so lustig , und da wollte er nicht mit ernsten Dingen kommen . Nach dem Tanze vielleicht . Es ging wieder nicht . » Also auf dem Heimwege , « dachte er . Und jetzt ging er wieder neben dem Mädchen und fand wieder nicht den Mut . Der Weg war sehr kurz . Wenn sie um das Eck bogen , kamen sie schon in die Rosengasse . Er sah nach den Hausnummern . 38. Wenn sie bei 34 waren , wollte er reden . Aber da kam 34 und kam 30 , und er brachte es noch nicht heraus . Nun merkte er , daß er die ganze Zeit stumm geblieben war . Und da vorne kam schon das Eck . » Fräulein Gertraud ... « » Ja . « » Wenn Sie etwas von mir hören , werden Sie deswegen nichts Schlechtes von mir denken ? « » Was soll ich von Ihnen hören ? « » Ich will ... , ich glaube nicht , daß ich Geistlicher werde . « Jetzt war es heraus . Sylvester atmete erleichtert auf . Er sah schüchtern zu Gertraud hinüber , aber sie begegnete seinem Blicke nicht , und da ihr Kopf mit einem Tuche verhüllt war , und da es ziemlich dunkel war , konnte er nicht sehen , daß sie bis unter die Haarwurzeln errötete . Sylvester redete wieder ; er