rings um die Kanne verstreut lagen ... Da sank die Binde von seinen Augen ! Ein qualvoller Schrei - » Er ist dabei , Helenental anzuzünden . « Alles rings um ihn wirbelte und wogte , seine Hände umklammerten krampfhaft das Randbrett , sonst wär ' er rücklings herniedergestürzt . Nun lag alles klar ... des Vaters wirres Reden , sein Lachen , sein Drohen ! Aber noch war es Zeit . - Der Alte kroch ja nur an seiner Krücke . - Wenn er selber sich zu Pferde warf - ihm nachgaloppierte ... » Ein Pferd aus dem Stall ! « schrie er in den Sturm hinein und sprang an der Leiter hinab ... Da plötzlich zuckte es durch sein Hirn : » Warum fragte der Vater so genau nach der Zeit , da vor jenen Jahren - - ? Soll etwa zu derselben Minute das Rachewerk sich vollziehen ? Jesus , dann ist alles verloren . Eins war die Stunde , die ich ihm nannte , - und die Uhr ist eins ... « Eine wahnsinnige Angst packte ihn - wiederum flog er die Leiter hinan . Im nächsten Augenblick mußte die Flamme drüben emporsteigen . Flammt es da nicht schon ? Nein , nur der Mond ist ' s , der in den Fenstern des » weißen Hauses « glitzert ... Vater im Himmel , gibt es keine Rettung , kein Erbarmen ? Wenn ein Gebet , wenn ein Fluch die Kraft besäße , daß die erhobene Hand erstarre ! ... Wer warnt ihn , wer gibt ihm ein Zeichen , daß er umkehre auf seinem Wege ? ... Aber da flammt ' s ! - Nein ... Noch eine Sekunde vielleicht , dann wird der Feuergleisch am Himmel stehen ... » Elsbeth , wach auf ! « ... Ebenso wird es flammen wie damals vor acht Jahren , als ihm , der im Helenentaler Garten lauerte , der blutige Schein die Glieder lähmte ! - Wenn heute wie damals über der Heide ein Gleisch aufstiege ! Damit des Vaters Hand erstarre , mitten im verbrecherischen Werke ! Gott im Himmel , laß ein Wunder geschehen ! - Laß einen Gleisch aufsteigen über der Heide , wie damals - wie damals ! Flammen müßt ' es - hier müßt ' es flammen ! Ein Blitz müßte niederfahren , damit die Lohe zum Vater hinüberschriee : » Halt ein , halt ein ! « - Und liegt denn alles klar und sternenhell ? steigt keine Gewitterwolke über der Heide auf ? - Vielleicht reckt er sich jetzt schon zum Strohdach empor ! Vielleicht reibt er jetzt schon an den Hölzern ! Im nächsten Augenblick kommt jede Warnung zu spät . Flammen müßt ' es - hier müßt ' es flammen ! Und ist keine Fackel da , die ich schwingen könnte , ihn zu warnen ? Flammen müßt ' es - hier müßt ' es flammen ! Und wie er mit stieren , vorgequollenen Augen , ringend nach Rettung , um sich starrte , da loderte es plötzlich hell wie jene Flamme , die ersehnte , durch sein irres Hirn . Er jauchzte laut auf . - » Ja , das ist ' s ! Der Schreck wird ihn erstarren machen . « Rettung ! Rettung um jeden Preis ! Mit beiden Händen ergriff er die Kanne , und in weitem Schwunge goß er den Inhalt über die aufgestapelten Garben ... Ein Griff nach den Streichhölzern - ein leises Zischen - der Sturm braust hohl in die Öffnung - und - hochauf spritzt die Flamme und faucht ihm ins Gesicht ... Ein wilder , gellender Schrei ... Ihm wird es dunkel vor den Augen ... er sucht einen Halt und greift blindlings in das Feuer hinein ... doch was er erfaßt , gibt nach , und - in dem nächsten Augenblick stürzt er , eine flammende Gabe krampfthaft umklammernd , in weitem Bogen mitsamt der Leiter rücklings in das Stroh ... Schon lodert sein Lager hellauf - noch hat er so viel Kraft , sich seitwärts hinabzukollern - im nächsten Augenblick schon steht alles ringsum in Flammen ... Und der Sturm bläst hinein , da erhebt sich ein Pfeifen , ein Zischen , ein Singen hoch in den Lüften ... , schon leckt es feurig am Firste hinan . Er stürzt auf den Hof zurück , der noch schweigend vor ihm liegt . » Feuer - Feuer - Feuer ! « geht gellend sein Ruf , die Schlafenden zu wecken ... In den Ställen , wo die Knechte liegen , wird es lebendig , aus den Kammern tönt ein Kreischen ... Schon ist das Dach in einen feurigen Mantel gehüllt . Die Dachpfannen beginnen zu platzen und stürzen prasselnd zur Erde . Wo eine Lücke entsteht , spritzt sofort eine Flammengarbe gen Himmel . Bis dahin hatte er mutterseelenallein auf dem Hof gestanden und mit gefalteten Händen dem grausenvollen Werk zugeschaut , nun wurden die Türen aufgerissen , Knechte und Mägde stürzten schreiend auf den Hof . Da seufzte er tief und erleichtert auf , wie nach vollbrachtem Tagewerk , und schritt langsam nach dem Garten , ehe daß einer ihm begegnete ... » Hab ' lange genug gearbeitet , « murmelte er , die Tür des Zaunes hinter sich ins Schloß werfend , » heut will ich ausruhen . « Mit schleppenden Schritten ging er den Kiespfad hinab wie ein Todmüder , und unaufhörlich sprach er vor sich hin : » Ausruhen - Ausruhen . « Sein Blick glitt matt in die Runde ... Von Mondenglanz und Flammenschein in ein Meer des Lichts getaucht , lag rings um ihn der Garten da , und die Schatten der sturmgepeitschten Blätter liefen gespenstisch vor ihm her . Hie und da fiel ein Funke , wie ein Leuchtkäferchen anzuschauen , auf seinen Weg . Er suchte sich die dunkelste Laube aus und verkroch sich in ihrem hintersten Winkel . Dort setzte er sich auf die Rasenbank und schlug die Hände