Königin selbst eingezogen sind - was was soll dann mit ihr , der Fürstin , werden ? « » Nun , « sagte Theodora völlig unbefangen , » was mit ihr werden soll ? Was mit dem entthronten Vandalenkönig geworden . Sie soll hierher , nach Byzanz . « Justinian atmete hoch auf . » Mich freut es , daß du das Richtige fandest . « Und in wirklicher Freude drückte er ihr die schmale , weiße , wunderzierliche Hand . » Mehr als das , « fuhr Theodora fort . » Sie wird um so leichter auf unsre Pläne eingehen , je sicherer sie einer ehrenvollen Aufnahme hier entgegensieht . So will ich selbst ihr ein schwesterliches Schreiben senden , sie einzuladen . Sie soll im Fall der Not stets ein Asyl an meinem Herzen finden . « » Du weißt gar nicht , « fiel Justinian eifrig ein , » wie sehr du dadurch unsern Sieg erleichterst . Die Tochter Theoderichs muß völlig von ihrem Volk hinweg zu uns gezogen werden . Sie selbst soll uns nach Ravenna führen . « » Dann kannst du aber nicht gleich Belisar mit einem Heere senden . Das würde sie nur argwöhnisch machen und widerspenstig . Sie muß völlig in unsern Händen , das Barbarenreich von innen heraus gebrochen sein , ehe das Schwert Belisars aus der Scheide fährt . « » Aber in der Nähe muß er von jetzt an stehen . « » Wohl , etwa auf Sizilien . Die Unruhen in Afrika geben den besten Vorwand , eine Flotte in jene Gewässer zu senden . Und sowie das Netz gelegt , muß Belisars Arm es zuziehn . « » Aber wer soll es legen ? « Theodora dachte eine Weile nach ; dann sagte sie : » Der geistgewaltigste Mann des Abendlandes : Cethegus Cäsarius , der Präfekt von Rom , mein Jugendfreund . « » Recht . Aber nicht er allein . Er ist ein Römer , nicht mein Untertan , mir nicht völlig sicher . Wen soll ich senden ? Noch einmal Alexandros ? « » Nein , « rief Theodora rasch , » er ist zu jung für ein solches Geschäft , Nein . « Und sie schwieg nachdenklich . » Justinian , « sprach sie endlich , » auf daß du siehst , wie ich persönlichen Haß vergessen kann , wo es das Reich gilt und der rechte Mann gewählt werden muß , schlage ich dir selber meinen Feind vor : Petros , des Narses Vetter , des Präfekten Studiengenossen , den schlauen Rhetor - ihn sende . « » Theodora « - rief der Kaiser erfreut , sie umarmend , » du bist mir wirklich von Gott geschenkt . Cethegus - Petros - Belisar : Barbaren , ihr seid verloren ! « Siebzehntes Kapitel . Am Morgen darauf erhob sich die schöne Kaiserin vergnügt von dem schwellenden Pfühl , dessen weiche Kissen , mit blaßgelber Seide überzogen , mit den zarten Halsfedern des pontischen Kranichs gefüllt waren . Vor dem Bette stand ein Dreifuß mit einem silbernen Becken , den Okeanos darstellend , darin lag eine massiv goldne Kugel . Die weiche Hand der Kaiserin hob lässig die Kugel und ließ sie klingend in das Becken fallen : der helle Ton rief die syrische Sklavin in das Gemach , die im Vorzimmer schlief . Mit auf der Brust gekreuzten Armen trat sie an das Lager und schlug die schweren Vorhänge von violetter chinesischer Seide zurück . Dann ergriff sie den sanften iberischen Schwamm , der , in Eselmilch getränkt , in kristallner Schale ruhte und bestrich damit sorgfältig die Masse von öligem Teig , die Gesicht und Hals der Kaiserin während der Nacht bedeckte . Dann kniete sie vor dem Bette nieder , das Haupt fast zur Erde gebeugt , und reichte die rechte Hand hinauf . Theodora faßte diese Hand , setzte langsam den kleinen Fuß auf den Nacken der Knieenden und schwang sich dann elastisch zur Erde . Die Sklavin erhob sich und warf der Herrin , die jetzt , nur mit der Untertunika von feinstem Bast bekleidet , auf dem Palmenholzrand des Bettes saß , den feinen Ankleidemantel von Rosagewebe über die Schultern . Dann verneigte sie sich , wandte sich zur Türe , rief » Agave ! « und verschwand . Agave , eine junge , schöne Thessalierin , trat ein ; sie rollte dicht vor die Herrin den mit unzähligen Büchschen und Fläschchen besetzten Waschtisch von Citrusholz und begann , ihr Gesicht , Nacken und Hände mit weichen , in verschiedene Weine und Salben getauchten Tüchern zu reiben . Darauf erhob sich diese vom Lager und glitt auf den bunten , mit Pardelfell überzogenen Stuhl , die Kathedra . » Das große Bad erst gegen Mittag ! « sagte sie . Da schob Agave eine ovale Wanne von Terebinthenholz heran , außen mit Schildpatt bekleidet , gefüllt mit köstlich duftendem Wasser und hob die zierlichen , glänzend weißen Füße der Herrin hinein . Hierauf löste sie das Netz von Goldfäden , das die Nacht über die blau glänzenden Haare der Kaiserin zusammenhielt , so daß jetzt die weichen schwarzen Wellen über Schultern und Brust wallen konnten . Sie schlang ihr noch das breite Busenband von Purpur um , verneigte sich und ging mit dem Rufe : » Galatea ! « Eine betagte Sklavin löste sie ab , die Amme und Wärterin und , leider müssen wir hinzufügen , die Kupplerin Theodoras in der Zeit , da sie nur erst des Akacius , des Löwenwärters im Zirkus flitterbehängtes Töchterlein und , fast noch ein Kind , der schon tief verdorbne Liebling des großen Zirkus war . Alle Demütigungen und Triumphe , alle Laster und Listen auf der Abenteurerin wechselndem Pfad bis zum Kaiserthron hatte Galatea getreulich geteilt . » Wie hast du geschlafen , mein Täubchen ? « fragte sie , ihr in einer Bernsteinschale die aromatische Essenz reichend , welche die Stadt Adana in Cilicien für die Toilette