der Erneuerung des Meublements im Charlottenburger Schlosse zusammen . Ist übrigens jetzt applaniert . Hinter die Wahrheit kommt man nie . « » Die Geschichte mit dem Hofmarschall , von der ich Dir neulich schrieb , ist nun wirklich beigelegt . Wenigstens befindet er sich nach wie vor bei Hofe . Seitens des Königs war ihm aufgegeben worden , einen Teil des Charlottenburger Schlosses neu zu möblieren und die alten Mobilien unter die Dienerschaften zu verteilen . Da hat er sich nun als › Dienerschaft ‹ mitgerechnet und wie man sagt das Beste für sich genommen . « » Daß Du den Carolather Herrn so langweilig gefunden hast , überrascht mich nicht . Dieses liegt im Geschlecht . « » Es scheint fast , als ob der Groß-Kanzler auf die Faulenzer und Unrechtlichen Jagd machen werde , denn über die Schlaffheit seines Vorgängers läßt er sich aus . Alles wäre gut , wenn er nur nicht die Frau hätte , die die schlechten Manieren einer Dame de la Halle mit der Anmaßung einer Emporgekommenen vereinigt . Sie weiß so wenig , was sie zu tun hat , daß sie beispielsweis auf dem Geburtstagsball bei Minister von der Goltz , zu dem auch sie gebeten war , sich weder der Prinzessin von Oranien , noch der Prinzessin von Hessen hat vorstellen lassen . Sie fragt niemanden und bekümmert sich um keinen Anstand . Ist also ein komplettes Original . « » Ich komme noch einmal auf J ... tz zurück . Sobald ich wieder in Berlin bin , werd ' ich mich eingehender nach ihm erkundigen . Sein Ehrgeiz hat ihn in das › neue System ‹ hineingelockt und er muß mit allerlei Menschen Umgang halten , die mir nicht gefallen . Nur ein Staatskanzlerposten ist zu haben , wenn Hardenberg stirbt oder geschuppt wird . Und wenigstens ein halbes Dutzend der untern Faiseurs macht Anspruch auf diese Stelle . « So läuft die Kritik , ohne sich übrigens , wie die vorstehende Blumenlese vermuten lassen könnte , lediglich auf die Standesgenossen zu beschränken . Alles wird herangezogen , auch Hof und Geistlichkeit . » In Geschmackssachen « , so schreibt er an Alexandrine D. , » ist nicht zu streiten . Eberhard Dankelmann findet bei den Hoffestlichkeiten , an denen er jetzt teilnimmt , alles was er verlangt . Ich , meinesteils bin freilich immer so dumm gewesen , nichts als Unbehagen und Langeweile dabei zu fühlen . « » Ich bin ganz Deiner Meinung , meine liebe Tochter , in allem was Du mir über Pastor Heiligendörfer schreibst . Er war immer ein Salbader , den aber Onkel Kalkstein protegierte , weil er wenigstens ein ruhiger Mann war . Allerdings von seiner Kanzelberedsamkeit hatte selbst der selige Onkel keine sehr hohe Vorstellung . « Auch allerland Provinzial-Eigentümlichkeiten entgingen seinem scharfen Auge nicht und so schrieb er an Alexandrine : » Du wunderst Dich , daß die Schlesier Deinem Manne wegen seiner neuerhaltenen Würde die Cour machen . Ich wundere mich nicht . Das ist so Landesart . Als sie noch unter dem Wiener Hof geängstigt wurden , mußten sie sich vor allen österreichischen Großprahlern neigen . Nachher kamen sie unter die Fuchtel des preußischen Finanzministers . Da verdoppelte sich das Neigen , einmal aus Furcht , das an dere Mal aus Interesse . Und so ist es ihre Gewohnheit geworden , sich vor allen , die ihnen direkt oder indirekt nutzen oder schaden können , zu beugen . « In solchen und ähnlichen Betrachtungen ergehen sich die Briefe , bis sie kurz vor der Jenaer Schlacht , auf fast Dreivierteljahr hin , abbrechen . Aber an ihre Stelle tritt jetzt ein umfangreiches » Memoire « , dem ich nunmehr folgende , für die Geschichte jener Tage nicht unwichtige Schilderung entnehme . Die Plünderung Liebenbergs am 26. , 27. und 28. Oktober 1806 » Am 25. Oktober war es , als die zum Hohenloheschen Korps gehörenden Husaren vom Regiment Prinz Eugen von Württemberg , samt zwei Kompanien Fußjäger , auf ihrem fluchtartigen Rückzuge unvermutet in Liebenberg eintrafen . Offiziere und Gemeine waren äußerst ermüdet und mißvergnügt über die elende Führung der Armee , die Pferde gedrückt und schlecht im Stande . Ein Rind wurde geschlachtet und behufs der Soldatenverpflegung unter die Dorfgemeinde verteilt . Sieben Jägeroffiziere , vierzig Mann und die Wachen blieben bei mir auf dem Hofe . Den 26. des Morgens um 6 Uhr marschierten Jäger und Husaren nach Liebenwalde ; die zur Avantgarde gehörenden übrigen Regimenter aber , die meist in Germendorf , Gransee usw. gestanden hatten , gingen auf Zehdenick . Ungefähr um 10 Uhr kam ein Trompeter von der französischen Vorhut auf den Hof gesprengt . Ein Husar aber , der ihn begleitete , schrie meinen vor dem Hause stehenden Leuten zu › hierher ! ‹ und hieb nach ihnen , als sie sich ins Haus zurückziehen wollten . Ich ging ihm nun entgegen und fragte ihn auf französisch , › was zu seinen Diensten sei ? ‹ Wie ein Rasender sprang er jetzt vom Pferde und schrie : › vite , vite 200 Louis ! ‹ Ich erwiderte : › Silbergeld hätt ' ich noch , aber von Gold sei keine Rede ‹ , worauf er nur wieder schrie : › vite , vite ; sonst kommen die Kameraden mir anderwärts zuvor ‹ . ( Es war , als hielt ' er es für seine Bestimmung , überall der erste Dieb zu sein . ) Ich öffnete nun mein Schreibspind , und er nahm alles , was darin war , 640 Taler , schüttete die Taler in einen Kornsack und packte sich mit seinem Kameraden davon . Bald kamen andere Husaren . Es wurde ihnen Wein und Brot gereicht und sie nahmen mir meinen ganzen Pferdebestand , den ich mit barem Gelde wieder auslösen mußte . So stahlen sie mir 1500 Taler und das zum täglichen Gebrauch im Büfett stehende Silberzeug . Als ich ihnen zum Schlusse sagte : › gebt mir wenigstens eine