ist . « » Was folgt hieraus ? « » Nichts , als was ich gesagt habe . Das ist doch wohl genug ! « » Drehe es einmal herum ! « » O , Sihdi , was mutest du mir zu ! Du weißt ja , daß ich nicht gern Rätsel löse ! Und wenn man etwas herumdreht , so wird es verkehrt , und ich werde mich wohl hüten , etwas Verkehrtes zu sagen ! Drehe du doch selbst es um , damit ich höre , wie es aus deinem Munde klingt ! « » Jedenfalls nicht verkehrt . Aus deinen Worten geht hervor , daß es die wahre Klugheit ist , nur gut , nie aber bös zu handeln . Nafar Ben Schuri ist stolz auf seinen Plan , den er für ungeheuer schlau hält . Von wem aber hat er ihn bekommen ? Von dem Peder ! « » Ganz recht ! Hast du dir die Augen dieses Mannes betrachtet ? « » Ja . « » Ich auch . Droben im Lager der Massaban , als er noch als Fakir galt , habe ich ihnen keine Aufmerksamkeit geschenkt . Jetzt aber möchte ich mich fragen , ob ich wohl schon einmal etwas so Schönes wie diese Augen gesehen habe . Es ist mir da ein Gedanke gekommen , und ich kann mir nicht helfen , ich muß ihn dir sagen . « » Sprich ! « » Wirst du mich auslachen ? « » Nein ! « » Im Herzen des Menschen wohnt entweder der Himmel oder die Hölle , und das Auge ist das Fenster , durch welches entweder Allah oder der Scheitan seinen Blick nach außen richtet . Dieser Peder trägt den Himmel in sich . So oft er seinen Blick auf mich lenkte , war es mir , als ob Allah mich anschaue . Ich könnte diesem Manne niemals etwas thun , was ihn betrüben müßte . - - Gieb mir die Medizin ! « Diese letzte Aufforderung kam so unerwartet , daß ich ihn betroffen ansah . » Habe ich dich erschreckt ? « fragte er . » Es ist nichts , wirklich gar nichts ! Du brauchst keine Sorge zu haben . Aber ich fühle plötzlich den Hals nicht mehr . Es ist mir , als ob der Kopf frei in der Luft schwebe . Und doch wird er mir ganz plötzlich so schwer , daß ich das Gefühl habe , er werde mir herunterfallen . « Das war ein schlimmes Zeichen . Nach der bisherigen Aufregung begann das Gegenteil nun einzutreten . Auch ich fühlte eine bedenkliche Eingenommenheit des Kopfes , gab aber doch nur Halef von dem Mittel , obgleich ich es wohl auch hätte nehmen sollen . Unsere bisherige gute Stimmung war plötzlich eine ganz andere geworden . Die Sonne schien nicht mehr , und nun sie hinter den Bergen verschwunden war , breitete sich die Dämmerung mit der jenen Gegenden eigenen Schnelligkeit über das Land . Dieser äußere Vorgang wollte sich auch in unserm Innern fortsetzen . Kein Mensch , und sei er ein noch so ausgeprägter , kräftiger Charakter , bringt es fertig , sich den Einflüssen der Natur ganz zu entziehen . Er hat an den Leiden und den Freuden der Schöpfung teilzunehmen , welche auf ihn , so lange er lebt , niemals verzichten wird . Halef saß jetzt zusammengedrückt im Sattel ; er ließ den Kopf hängen . Was mich betrifft , so fühlte ich mich nicht nur ermüdet , sondern matt . Diese Mattigkeit lag nicht in meiner Natur ; sie war mir fremd , war - - Krankheit . Wie kam es doch , daß ich grad jetzt an das Hammelfleisch denken mußte , welches wir im Lager der sogenannten Dinarun gegessen hatten ? Ich fühlte , daß es mir unmöglich sein würde , gegenwärtig auch nur einen einzigen Bissen davon zu genießen . Schon bloß der Gedanke daran schüttelte mich ! War das ein Wink von innen heraus ? Wer vermag die dort wohnenden Geheimnisse zu ergründen ! Unser Weg war jetzt ein unausgesetzt abwärts gehender . Der voranreitende Nafar Ben Schuri hatte sichtlich Eile . Es ging in schnellem Tempo teils an Berghängen , teils auch über freie Bodensenkungen hin , bis uns ein kurzes , schmales Thal aufnahm , dessen Mündung uns an den Rand eines » Warr « brachte , welches mich an gewisse Gegenden der inneren Sahara erinnerte . Unter Warr hat man einen Ort zu verstehen , dessen Boden mit wirr liegenden Felsentrümmern bedeckt ist . Ein solches Warr im wahrsten Sinne sahen wir hier vor uns liegen . Als ob vor Jahrtausenden da ein riesiger feuerspeiender Krater vorhanden gewesen sei , so gerade und steil stieg ringsum das schwarze Gestein zum Himmel auf . Wo lebten die Giganten , welche die Spitzen der rundum ragenden Berge abgebrochen und in solche Tiefen geschleudert hatten , daß sie in tausend Trümmer zerschmettert worden waren ? Es sah ganz so aus , als ob von unheilvollen Urkräften hier einst irgend eine erschreckliche Teufelei ausgeführt worden sei . Die Zwischenräume der gewaltigen Steinbrocken waren mit Farnen , Dornen und allerlei Gestrüpp so dicht ausgefüllt , daß es gewiß unmöglich gewesen wäre , hindurchzukommen , wenn es nicht ein jetzt leeres Wasserbett gegeben hätte , welches in zwar zahlreichen , aber doch gangbaren Windungen nach der anderen Seite hinüberführte . Wir folgten diesem Wege . Drüben angekommen , trafen wir auf ein zweites , noch breiteres Wasserbett , welches sich mit dem unserigen vereinigte . Nafar Ben Schuri deutete in die Richtung desselben zurück und rief uns zu : » Das ist der Weg , auf dem die Dschamikun kommen werden . Und da , gerade vor uns , seht ihr das Thor , durch welches man in das Daraeh-y-Dschib gelangt . « Zwei früher senkrecht stehende Felsenwände hatten sich einander zugeneigt , bis sie hoch oben aufeinander getroffen waren . Sobald uns dieses finstere , aus gewaltigen