? peinlich ? schmerzlich ? Fühlte er sich genirt - oder machte ihn die an sich kaum bedeutsame Thatsache nur schulbubenhaft verlegen ? Schließlich schwang er sich zu folgender hervorragender Antwort auf : » Das kann Dir nur zur Ehre gereichen , Hedwig ! - Und Dein ... hast Du - Dein ... Kind ? - « » Starb kurz nach der Geburt - « » Nun ... da hats Dir der liebe Gott doch bequem genug gemacht - « » Adam ! « » Verzeih ! Aber ich - sieh ' mal : ist nicht jedes Wesen beneidenswerth , das bald nach seinem Kommen wieder weggeht ... weggehen darf ? . Es ist so süß , mitten in der Nacht ... nach stundenlangem Schlafen ... einmal aufzuwachen ... Man horcht gespannt in die surrende , athmende Finsterniß hinein - fühlt sich unsäglich angenehm müde - und dämmert langsam wieder ein ... Es verlohnt sich schon , die Augen einmal aufzuschlagen , wenn man so entzückend schnell und süß wieder einschlafen darf ... Aber nun hoffe ich , ist der letzte Weigerungsgrund hinfällig geworden , Hedwig - ich weiß sehr wohl , was Du mir hast andeuten wollen - komm ! gieb mir den Arm endlich wieder - wir wollen uns etwas beeilen - « Hedwig sah Adam an ... und fügte sich langsam zögernd . Vielleicht doch nicht zu ungern . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - » Endlich ! « rief Adam , tief aufathmend , aus und warf die Schlüssel auf den Tisch . » Nun mach ' Dir ' s bequem , mein Lieb ! Deine Kleider wirst Du schon irgendwo unterbringen . Aber zunächst wollen wir erst ' mal die Fenster hübsch zumachen ... und der neugierigen Welt ein Schnippchen schlagen ... « Die Vorhänge waren zusammengezogen . Das Morgenlicht , das schon recht deutlich und grenzen-reißend im Zimmer gestanden , war wieder zu anheimelnder , welliger Dämmerung graugeronnen . Adam warf einen Blick in den Spiegel . Seine Augen waren glanzlos , sein Gesicht verquollen und unnatürlich geröthet . » Ja ! Ja ! das kommt von so ' was ! . « spöttelte er halblaut vor sich hin . Nun schloß er sein Cyklinder-Bureau auf und warf dabei einen Blick seitwärts auf Hedwig . » Aber , Kind ! Willst Du denn da an der Thür stehen bleiben ? Gefällts Dir so wenig bei mir ? Es ist doch gar nicht so übel hier ! Leg Deinen Hut ab , bitte - Du hast nun einmal A und B gesagt - jetzt mußt Du das ABC auch ganz hersagen - davon hilft Dir weder Gott noch Teufel los ! Sieh ' mich ' mal an , Hedwig ! Na ? Willst nicht ? Immer noch so ernst und traurig ? - Mein Lieb ! « Das hatte Adam in fast innigem Tone gesprochen . Er war zu Hedwig hingetreten und begann jetzt sehr discret , bescheiden und nicht ungewandt , der Dame seines Herzens allerlei kleine Zofendienste zu leisten . Er nahm ihr den Hut ab , knöpfte ihr Jaquet auf , zog es ihr aus und zupfte und nestelte an den engansitzenden Handschuhen herum , bis er zuerst den einen , dann den ander ' n entfernt hatte . Hedwig ließ Alles ruhig mit sich geschehen . Sie war sehr blaß , die Lippen hatte sie fest zusammengepreßt , die Augen waren über die Hälfte von den Lidern belegt . Adam hing ihr Jaquet an seinem Kleiderhalter auf . Diese Apathie verdroß ihn . Er hatte nun sein kleines Weib im Fangeisen - aber die Geschichte kam so gar nicht in Fluß ... schien im Gegentheil pyramidal langweilig und langwierig werden zu wollen . Hedwig kauerte sich auf ein Streifchen Sopharand hin . Adam zwang sich zu einem helleren , anregendem Tone . » Bitte , Hedwig , sei nicht so stumm und zurückhaltend ! Nicht so furchtbar starr und bewegungslos ! Du bist doch die Herrin hier ! Siehe ! Dein Ritter und Knecht wird es sich auf dieser schreiend rothen Damastcauseuse bequem machen ! Aber Dir , seiner Königin , hat er ein fürstliches Lager aufgeschlagen ! Komm und staune ! . « Adam theilte die Portière auseinander und erwartete , daß Hedwig zu ihm hin und mit ihm in sein Schlafcabinet treten würde . Aber die Dame rührte sich noch immer nicht . Unwillig ließ Adam die Vorhangfalten fahren . Er setzte sich neben Hedwig auf das Sopha , zog sie ein Wenig tiefer auf den Sitz zurück , legte seinen linken Arm um ihre Hüfte und bog sanften Nachdrucks mit der rechten Hand ihr Gesicht zu sich heran . » Hedwig - ! « Sie suchte sich langsam von ihm loszumachen . » Laß mich , Adam - ! « » Fällt mir gar nicht ein ! Und folgst Du nicht willig , so brauch ' ich Gewalt - - « - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Nun Adam auf dem Sopha lag und sich nach Belieben recken und dehnen konnte ; nun die Eindrücke der Außenwelt auf eine geringe Anzahl , die sich wohl noch bewältigen ließ , zusammengeschmolzen waren ... nun er das Weib , welches er liebte , in so enger , intimer Nähe bei sich fühlte ; nun er es mit seinen Armen umschlingen und küssen durfte , siedete das Blut , dessen Leidenschaft schon erstorben war , noch einmal zischend in die Höhe - und alle geschlechtlichen Instinkte des Mannes lechzten danach , durch das Weibe erfüllt und befriedigt zu werden . - - Endlich legten sich ihre Arme wie ein zerschnürender Ring um seinen Hals . » Adam - ! - «