ihm zu reden hab . Ich kann mich keinem Menschen sonst anvertrauen als Euch , denn der Profos hat ' s in den Gliedern , heißt das , soweit sie nicht hölzern sind . « » Ach Friederle « , seufzte die Frau , » ich tät ' s gewiß gern , aber bei mir ist ' s auch mit dem Springen vorbei . Ich kann dem Profosen mit seinem Gliederweh Gesellschaft leisten : seit ein paar Tagen weiß ich , warum ich immer so müd bin , ich hab geschwollene Füß . « » Wird doch das nicht sein . Sollen denn meine beste Freund in so kurzer Zeit presthaft werden ? « » Meine Mutter ist an der Wassersucht gestorben « , sagte sie , » und ich weiß jetzt auch , was mir blüht . Eure Hochzeit erleb ich schon nicht mehr ; wenn ihr aber zusammenkommet und vergnügt miteinander lebet , so soll mich ' s noch unterm Boden freuen . Dem Jerg will ich durch den Beckenbuben entbieten , daß er zu mir herkommt ; denn wenn ich auch die Füß nicht recht mehr brauchen kann , so ist das Mundstück noch gut im Gang . Was soll ich ihm denn ausrichten ? « » Ach , Bas , Ihr machet mir das Herz schwer . Es wird doch so schlimm nicht sein . « » Wie Gott will . Wo soll sich der Jerg einfinden ? « » Man paßt mir auf jedem Schlich auf . Saget meinem Schwager und vergesset ja nicht , ihn so zu heißen , morgen um Vesperzeit oder etwas später , wenn der Tag sich neigt , woll ich ihn unter den Linden an der Schießmauer treffen . Den Grund , warum ich nicht zu ihm ins Haus kommen kann , und alles andere will ich ihm mündlich sagen . « » Kann mir ' s schon denken . Es soll pünktlich ausgerichtet werden . Heut abend muß er noch zu mir kommen . « Hierauf erzählte er ihr , wie seine Reise abgelaufen und unter welcher Bedingung er in sein väterliches Haus zurückgekehrt sei . Dann sprach er ihr von den Vorsätzen , an welchen er gleichwohl in betreff seiner Liebsten festhalten werde , unterbrach sich aber bald mit den Worten : » Ich seh wohl , Ihr habt Ruh nötig , und ich darf nicht lang ausbleiben . Gott tröst Euch , Bas , ich dank vielmals für die Freundschaft und will bald wieder nach Euch sehen . « Die beiden Schwäger , wie sie sich nannten , begrüßten sich den folgenden Abend an dem verabredeten Orte aufs herzlichste . - » Wir haben schon gewußt , daß du wieder da bist aus der Welt « , sagte Christinens Bruder , der nach Bauernart nicht sogleich den eigentlichen Zweck der Zusammenkunft berührte . » Das Christinele hat vor Freuden geweint . Jetzt sag mir nur auch , wie ist ' s dir denn gangen da draußen ? « » So so , la la « , antwortete Friedrich . » Die Leut wären schon recht , aber ' s ist eben alles ganz anders als bei uns . Da schnurrt jedermann nur so an einem vorbei und läßt einem das Nachsehen ; und wenn einer so im Vorbeischießen was an dich hinwelscht , - bis dir eine Antwort eingefallen ist , ist der schon über alle Berg . Dann können sie doch auch wieder recht gesellschaftlich sein , sonderlich die in Sachsenhausen ; und wenn sie dich gern haben , so geben sie dir die gröbsten Schimpfreden , über die ' s bei uns zu Mordhändeln käm . Bei ihnen aber ist das aus Freundschaft gered ' t , und wenn sie dich ein schlechts Luder heißen , so ist das lauter Liebe und Güte . Die in Frankfort , die auch viel rüber kommen sind , und wir zu ihnen nüber , die sind feiner , aber sie hänseln und föppeln einen gern , und in ihrer schnellen , spitzigen Sprach kann dir das in die Nas fahren wie ein Pfeil . Wiewohl , ich bin ihnen auch nichts schuldig blieben . Einmal haben sie mich gefragt , wie man denn im Schwabenland die Holderküchle - Holderküchelche sagen sie - macht . Ich hab aber gleich gemerkt , daß sie bloß ihren Spott mit mir treiben wollen , und hab ihnen erzählt , man mach das Feuer und den Teig grad unter dem Holderbaum an und zieh dann einen Zweig um den andern mit dem Blust nur in den Teig runter und laß wieder schnappen , dann hängen die Küchelche am Baum , wie wenn sie dran gewachsen wären . « Jerg lachte unmäßig . » Wenn sie das glaubt haben , so müssen sie rechtschaffen dumm sein . « » Nein , dumm sind sie grad nicht . Sie haben eben arg drüber gelacht . Jetzt wollen wir aber von andern Dingen reden , Jerg , denn wir sind hier nicht zusammen kommen , daß ich dir Späß vormach , sondern mir ist ' s Ernst , und das bitterer . Sieh , ich bin noch ganz der nämlich gegen euch , wie da ich gangen bin , aber die Sach ist ein wenig anders worden . Zuerst , und vor allem andern muß ich dir sagen , daß ich der Christine mein Wort halt , der Schein mag sein , wie er will . « » Das kannst ihr ja selber sagen , Frieder « , sagte Jerg mit schlauem Lächeln . » Nein , Jerg , das ist ' s ja eben . Sieh , ich will und muß dir ' s frei heraus bekennen , daß ich hab versprechen müssen , mit deiner Schwester weder mündlich noch schriftlich etwas zu haben . « » Das ist freilich ein ander Ding « , sagte Jerg . » Hör mich voraus . Wenn ich nichts mehr von ihr wollt , so hätt ich mir