der Vorlesung bei . » Da nun meine Frau Seinen Sohn nicht gerne im Hause sieht , so will ich ' s unterlassen , solchen zu zitieren , muß aber dem Herrn Sonnenwirt die Verpflichtung aufgeben , selbigem aufs ernstlichste einzuschärfen , unter welcher Bedingung einzig und allein ihn wieder zu admittieren beschlossen worden ist , und daß ich bei dem geringfügigsten neuen Vorfall unverweilt gegen ihn einzuschreiten mich bemüßigt sehen würde . « Der Sonnenwirt versprach , seinem Sohn das Nötige zu sagen , sowie auch dafür zu sorgen , daß er das Amthaus meide , es wäre denn , daß er besonders vom Herrn Amtmann vorgeladen würde . Der Amtmann pries die Milde und Menschenfreundlichkeit des Vogts , wobei die Amtmännin einfließen ließ , die gutmütigsten Menschen seien gemeiniglich diejenigen , die sich nicht gern viel zu schaffen machen . Hierauf hielt der Chirurg in rednerischer Unterstützung des Sonnenwirts eine lange und wohlgesetzte Danksagung für die große Mühewaltung , welche der Herr Amtmann auf sich zu nehmen die Güte gehabt . Die Amtmännin ermahnte den Sonnenwirt , künftig den Stab Wehe zu gebrauchen , damit man von seinem Früchtlein nicht noch mehr Mühe habe . Der Sonnenwirt versprach das beste , und die beiden Männer empfahlen sich in Unterwürfigkeit . » So , schon alles im reinen ? « sagte die Sonnenwirtin , als sie Bericht über ihren Gang erstatteten . » Nun ja , da kann man jetzt gleich den Verspruch mit der Jungfer Hirschbäuerin folgen lassen . « » Das hat gute Weg « , entgegnete der Sonnenwirt . » Wie ich gesagt hab , dabei bleibt ' s. Wenn der Bub wieder mein Haus betreten will , so muß er zuerst heilig versprechen , daß er weder mündlich noch schriftlich mehr etwas mit ihr zu schaffen haben will . « » Soll ich nach Hattenhofen schreiben ? « fragte der Chirurg . » Wie wär ' s denn ? « sagte die Sonnenwirtin , die ihm zum Schabernack wenigstens eine kleine Ungemächlichkeit aufladen wollte . » Der Herr Sohn hat ja heut seinen Schabes nicht . Wie wär ' s , wenn Er des Schuhmachers Rappen vorspannen tät und tät sich selber nach Hattenhofen auf den Weg machen ? Er kann ' s ja doch nicht erwarten , bis Er Sein räudig ' s Schaf wieder in der Kur hat . Übrigens denket an mich , ihr beide : solang man singt , ist die Kirch nicht aus . Ihr werdet ' s noch erleben , das ich recht behalt . « » Ich hab ohnehin ein Geschäft draußen « , erwiderte der Chirurg , der ihr die Befriedigung nicht gönnte , daß er bloß auf ihre Veranlassung einen Weg von ein paar Stunden machen sollte . » Ich muß eine Weibsperson dort schneiden , die ein Geschwür im Munde hat . Für böse Mäuler gibt ' s kein probateres Mittel als unsre Instrumente . « Der Sonnenwirt lachte und nahm sein Erbieten an , persönlich mit dem Flüchtling zu reden , ihm förmlich das von dem Vater ausbedungene Versprechen abzunehmen und ihn dann gleich aus seinem Zufluchtsorte mitzubringen . » Du bist doch recht brav « , sagte seine Frau zu ihm , als er sich zu Hause anschickte , über Feld zu gehen . » Sieh , es freut mich von ganzem Herzen , wie gut du gegen meinen Bruder bist . « » Quod medicamenta non sanant - « , murmelte der Chirurg vor sich hin und hielt wieder inne . Dann wandte er sich zu seiner Frau : » Solang man singt , ist die Kirche nicht aus « , hat deine Mutter gesagt , » und mir hat ein Vögelein gepfiffen , sie werde wohl recht haben . Zwar , wenn dein Bruder jetzt Vernunft annimmt , so will ich ihm alles Gute gönnen und will gerne dazu geholfen haben . Aber die Kugel , die bergab geht , rollt gemeiniglich so fort ohne Aufenthalt . Ohnehin , wenn dein Vater heut stirbt , so nimmt er morgen sein Bauernmensch . Meinst du , du würdest nicht besser zu einer Sonnenwirtin taugen ? Und sollt ich zum Wirtschaften nicht so gut Geschick haben als zum Rasieren ? Deine Mutter ist so giftig und höhnisch , daß sie meinen Rasiertag meinen Schabes heißt . Ei , mir stände es gar wohl an , einen Ruhetag aus ihm zu machen , wenigstens was das Bartschaben betrifft . « Er ging , und Magdalene sah ihm seufzend nach . Dieser Seufzer mochte wohl mancherlei zu bedeuten haben . 16 Kaum war es am nächsten Tage Abend geworden , als im Bäckerhause jemand eilfertig in die Stube hereinschlüpfte . Die Bäckerin war allein ; sie saß im Großvaterstuhle und hatte die Hände schlaff in den Schoß gelegt . Sie blickte den Eintretenden scharf durch die Dämmerung an . » Wer ist ' s ? « fragte sie endlich , da sie ihn nicht erkannte . » Grüß Gott , Bas « , sagte eine bekannte Stimme . » Herrjeses , der Frieder ! « rief sie . » Was , schon wieder aus der Fremde da ? Was ist denn das ? Wie geht denn das zu ? « » Schrecklich ist ' s « , erwiderte der Ankömmling , » wenn man alt und jung , Kind und Kegel immer auf die nämlich Frag Antwort geben soll . Wo ich geh und steh , greift man mich mit Fragen an und verlangt Rechenschaft von mir , warum ich schon wieder da sei . Ich will ' s Euch nachher alles haarklein sagen , aber zuerst hab ich eine Bitt an Euch . Tut mir die Liebe , Bas , und gehet , so groß und schwer Ihr seid , den Abend noch hinaus zum Hirschbauer und saget einem von der Christine ihren Brüdern , am liebsten dem Jerg , denn der ander ist hinter den Ohren nicht trocken , daß ich notwendig mit