ein großer Fisch das Wasser peitschte . - Kein Laut aber wurde mehr gehört - die Reben hörten endlich auf zu schwanken , das Wasser beruhigte sich wieder , und mehrere Minuten lang herrschte ein lautloses , unheimliches Schweigen . - Endlich theilten sich die Büsche - der Kahn glitt daraus hervor und hinten darin stand der Neger - allein . Sein ganzes Aussehen war wild und verstört und sein Antlitz hatte eine graue Aschenfarbe angenommen - er strich sich die wirren Wollbüschel aus der Stirn und blieb , als das Boot langsam mit der Strömung hinabtrieb - mehrere Secunden lang tief Athem holend stehen . Endlich warf er einen scheuen trotzigen Blick nach dem grünen Dickicht zurück , das er eben verlassen hatte , griff dann wieder zu den Rudern und arbeitete sich langsam am arkansischen Ufer hinauf , um weiter oben , quer durch nach der Insel zurückhalten zu können . Nur einmal hielt er unterwegs an , und zwar , vor der Strömung geschützt , dicht hinter einem dort in den Strom gestürzten Baum , an dessen Aesten er seinen Nachen auf kurze Zeit befestigte . Hier wusch er sich den Oberkörper , scheuerte einzelne Theile des Bootes aus und zog dann sein Hemd und seine Jacke an . Als er die Jacke aufnahm , fielen zwei darunter geschobene und schon vergessene Briefe ins Boot hinein . Bolivar konnte zwar nicht lesen , aber dennoch betrachtete er die Adresse des einen mit großer Aufmerksamkeit - es war ein Blutfleck darauf . Mit dem breiten angefeuchteten Finger versuchte er ihn wegzuwischen , doch das ging nicht , der Flecken wurde nur noch größer und häßlicher . Er hielt den Brief jetzt ein paar Sekunden in der Hand , und schien nicht übel Lust zu haben , ihn über Bord zu werfen . Er drehte ihn bald rechts , bald links , dann aber , als ob er sich eines Besseren besänne , trocknete er die feuchte Stelle mit dem Aermel seiner Jacke so gut es gehen wollte , und schob die beiden Schreiben in die weiten Taschen seiner Beinkleider . Schon wollte er das Tau wieder lösen , das den scharfen Bug des Fahrzeugs noch schäumend gegen die unruhigen kleinen Wellen anzog , da fiel sein Blick auf den Platz , wo der Knabe vorher gesessen , und auf dessen dort zurückgelassene Mütze . Er trat ein paar Schritte vor , nahm sie auf , und sah sich rings im Boote nach etwas um - der Sack und die Bleiplatten waren verschwunden - im Boote lag weiter nichts als die beiden Ruder und sein eigener Strohhut . » Verdammt , « murmelte er vor sich hin - » hab ' ich denn gar nichts ? « - Mit den Händen befühlte er sich am ganzen Körper . Da traf seine suchende Hand einen harten Gegenstand - es war sein großes , breites Messer - eine schwere massive Klinge mit gewöhnlichem braunen Holzgriff und einer kleinen Kreuzplatte daran , die Hand vor dem Hineinrutschen zu bewahren . Er betrachtete es einen Augenblick , dann murmelte er leise vor sich hin : » Hol ' s der Henker - von dem Zeug giebt ' s drüben noch mehr und bessere Waare - das hier mag seine letzten Dienste verrichten . « Und damit spießte er die kleine Mütze auf den spitzen Stahl - drückte sie bis dicht unter das Heft , und hielt sie mit ausgestrecktem Arm hinaus über das Wasser . Im nächsten Moment spritzten die Wellen empor und schlossen sich augenblicklich wieder über der tief hinabtauchenden Waffe . Der Neger ruderte langsam zur Insel zurück . Dort ging ' s aber heut gar wild und lustig zu ; reiche Beute war am vorigen Tage eingekommen , noch reichere wurde in Kurzem erwartet , und die Führer hatten Beide die Insel verlassen , was Wunder dann , daß sich dieses wüste Volk zügelloser Völlerei überließ und jetzt nur noch mit Mühe von dem fast allein nüchternen Peter im Zaume gehalten werden konnte . Wieder und immer wieder mußte sie dieser vor den Folgen warnen , wenn vorüberfahrende Boote den Lärm hören sollten . Die Schaar war fast nicht einmal mehr einzuschüchtern und behauptete , das sei schon oft vorgefallen , und kein Flatbootmann würde darin etwas Außerordentliches finden , wenn er Lärmen und Geschrei auf irgend einem sonst unbewohnten oder ihm wenigstens unbekannten Platze höre . Ueberdies könne ja doch keiner landen , dafür wäre gesorgt . Peter , der sich nicht anders zu helfen wußte , hatte schon mehrere Male des Capitains Frau zu bereden gesucht , zwischen die Trunkenen zu treten und sie zur Ordnung anzuhalten , diese aber tröstete ihn fortwährend mit Kelly ' s baldigem Erscheinen , und immer wieder umsonst verschwendete er Bitten und Drohungen an die zügellose Bande . Da landete Bolivar , verbarg seine Jolle und betrat den innern , von den Gebäuden eingeschlossenen Raum , wo er mit wildem Jauchzen von den Zechenden begrüßt wurde . Nun war der Neger sonst allerdings eher mürrischer , verschlossener Natur , und hielt sich am liebsten fern von den Weißen , die ihn doch stets seiner Hautfarbe und Abstammung wegen verachteten . Heute aber , in seiner jetzigen Stimmung und Aufregung kam ihm ein solches Treiben gerade gelegen . Seine Augen glänzten in lebendigerem , wilderem Feuer , und mit einer Art Schlachtschrei - wer weiß denn , ob er nicht in dem Augenblick an die tollen Kämpfe in Kongo oder Guinea zurückdachte - ergriff er die dargereichte Flasche und schien sie im wahnsinnigen Rausche leeren zu wollen . » Hallo ! « rief aber da ein langer Bursche aus Illinois - » hallo , mein Turkey-Bussard , willst wohl den Brunnen auf einen Ansatz austrinken ? Abgesetzt , Schneeherzchen , abgesetzt und Athem geholt , nachher kann man auch noch ein vernünftiges Wort mit zur Unterhaltung beitragen . « » Die Pest auf Eure Unterhaltung , « brummte der Neger , » Euer