die zu Kaufe waren ; Da mußte ich es billig drin belehren : » Die Kunst ist frei , sie brauchet viel Theater , Das eine bild das Kind , dies zeig den Vater , Wenn jenes reif , da tret es hier erst ein ! Doch weil für jetzt dies Schauspielhaus allein , So müßt ihr auch den Schülern gnädig sein . « Auf dieses Wort folgt Klatschen allgemein , Ei dachte ich , und konnt es gar nicht fassen , Dies Schnupftuch kann jetzt mehr , als Künstler spaßen ; Die Künstler sind zum Spaß zu vornehm worden , Und doch nicht groß genug zum trag ' schen Morden . Ich ging davon und machte kleine Puppen ; Viel hatt ich nicht zu brocken in die Suppen , Doch essen auch nicht viel die kleinen Leut , Sie sind zu jeder Rolle stets bereit , Um Kleider ist kein Streit , auch nicht um Tugend , Auch nicht um Liebhaber , auch nicht um Jugend . Sie sind so alt , wie ich sie eben brauch , Die weißgenasten häng ich in den Rauch . Mein Kopf füllt mein Theater ganz allein ; Sind meine Menschen gegen mich nur klein , So bin ich darum wahrlich groß zu nennen , Kann sie verbinden , und sie trennen , Nach Eigensinn und nach Verstand , Und bin ein rechter Gott in diesem Land ; Weiß ich nichts mehr aus meinem Kopf zu sagen , So brauchen sie nur tüchtig sich zu schlagen , Und weil mein Kasperl trefflich Tritte gibt , So schweigt Kritik und ich bin stets beliebt , Ein jeder lacht , ein jeder gibt sein Geld , Jetzt ist mein Kasperl hier der größte Held . Kasperl kuckt bei diesen Worten neugierig in ein Fenster , wo eine ansehnliche Judenfamilie unter versetzten Sachen bei einem Gewitter kauert . Sie glauben der Messias komme , worüber die Tochter Rachel hochmütig lächelt ; aber nun springt Kasperl herein , alle erschrecken und die ohnmächtige Tochter bittet um ein Zuckererbschen aus dem silbernen Büchschen ; Kasperl gibt ihr einen Nasenstüber und gibt sich für den Messias aus . Der Jude frägt , woran er ihn dafür erkennen soll ; Kasperl gibt ihm Tritte wegen seines Unglaubens , der alten Jüdin einen Kuß und so glauben alle an ihn . Er wird ungemein mit Räucherungen geehrt , nimmt ihnen aber das Opferfleisch vor der Nase weg , und sagt ihnen , das sei also die neue Mode im Himmel . Nachdem er gut gegessen , will er zu Bette ; der alten Jüdin sagt er heimlich , er wolle sie heiraten , und dem jungen Mädchen gleichfalls . Sie geben ihm ein großes Bette , da erschrickt er über die Decke , worauf das fürstliche Wappen gestickt ; er ruft alle herein , wie sie dazu gekommen . Sie sagen , das müsse er in seiner Allwissenheit auch wohl wissen , daß sie es im Versatz hätten . Er sagt , daß er nur der Ordnung wegen gefragt , und schickt sie wieder fort . Nun hebt er einen Judenschlafrock auf , dessen Saum mit Cymbeln besetzt ist ; er fängt die Cymbeln an zu bewegen , alle laufen zusammen und fragen nach der Neuigkeit . Er sagt ihnen , es sei bloß der Wachsamkeit wegen ; sie gehen ärgerlich ab . Nun besieht er seine Leibwäsche , die er ausgezogen und die voll Löcher , und zieht ein Judenhemde an , das voll Flicken , den Schlafrock mit den Cymbeln drüber , und so geht er fort aus dem Fenster , um seinen Herrn , den Prinzen von Mesopotamien , zu bedienen , dem er im Gasthofe Quartier machen sollte . Die beiden Jüdinnen , Mutter und Tochter , kommen jetzt herein und wollen zum Messias , und eine hält die andre dafür ; der alte Jude hat sie aber vermißt und kommt mit Licht ; da erkennen sie sich , und der alte Jude meint , der Messias wäre wegen ihrer Unkeuschheit davon gegangen ; sie aber sagen , er sei vor ihnen gen Himmel gefahren ; der Jude wird böse und will sie schlagen , wird aber jämmerlich von ihnen am Barte gezaust . So schließt der erste Akt , und der zweite beginnt , indem eine Lerche nachgeahmt wird . Es ist Morgen , des Fürsten Schloß auf dem Berge wird von der Oberhofmeisterin Gretel ausgefegt , sie will dabei allerlei geistliche Lieder singen , doch fällt ihr immer der verlaufene liebe Mann Kasperl ein ; dann schimpft sie auf ihren schweren Dienst und erzählt von ihren Erziehungsgrundsätzen , wie sie die beiden Prinzessinnen Spaßine und Ernestine klug gemacht . Spaßine und Ernestine kommen gelaufen ; jene bringt einen Apfel , worin ein Gesicht geschnitten , und frägt sie , wem es gleiche ? Gretel fängt an zu weinen : so sehe ihr lieber verlaufener Mann Kasperl aus . Nun lassen sie sich von ihr den Mann beschreiben ; sie erzählt unter andern , daß er vom Reiten auf Abenteuer schöne krumme Beine gehabt , seine Nase dabei als Meilenzeiger , die Augenbraunen als Regenschirm gebraucht habe . Hierauf kommt der Fürst mit Jagdzeuge beladen von der Jagd zurück , er hat einen Zaunkönig geschossen und der soll zum Mittagessen gebraten werden ; dann macht er sich bequem und examiniert seine Kinder , was sie gelernt und getan : » Nun liebe Ernestine « , sagt er , » du hast was auf deinem Gewissen , bekenn es nur , du bist so still heute . Wie ? Du fängst bitterlich an zu weinen , hab ich dich mit dem Kamm gerissen ? Sieh , ich muß mit weinen , und das kostet mir mehr als dir . « ERNESTINE : » Weinen Sie nicht lieber Vater , ich will alles sagen , aber Sie müssen mich nicht so anblicken . « FÜRST : » Sprich nur liebes Kind , ach Gott gib mir Kraft ,