, und in mir die Sehnsucht nach dem schönen Himmel meines Vaterlandes , nach Allem , was dort lebte , mit solchem Schmerz erregte , daß ich manchmal wirklich vor Sehnsucht zu sterben fürchtete . O meine Liebe ! Wie schwach , wie thöricht war ich ! Ich fürchtete mich zu sterben ; denn trotz aller Hindernisse nährte ich die Hoffnung der Rückkehr , der jetzt schuldlosen ewigen Vereinigung mit dem Freunde meiner Jugend . Das Leben war mir lieb geworden - um seinetwillen ! Ich zitterte vor dem Gedanken , es jetzt zu verlieren , und in diesem wilden Lande , einsam , von ihm geschieden , zu sterben . Die Wasser verliefen , die Gegend stand im Frühlingsschmuck , die Wege wurden wieder gangbar , und mit ihnen kam uns Kunde , daß Fremde - Christen , Griechen in der Nachbarschaft wären . Den Eindruck , den mir diese Nachricht machte , kann ich dir nicht beschreiben . Ich ward krank vor Freude , denn die entzückende Hoffnung , daß sie um meinetwillen , mich zu suchen , da waren , daß Er unter ihnen sey , brachte mich fast außer mir . Immer hatte ich diesen heimlichen Wunsch gehegt , und ihn , was auch meine Vernunft dagegen einwenden mochte , nie aus dem Sinne verlieren können . Daß es noch nicht geschehen war , schrieb ich der Jahreszeit , und den Stürmen des Meeres zu . Diese schöne Täuschung verschwand bald , aber es blieb noch Stoff genug zur Freude für mich . Es waren Griechen , Landsleute , dieselben , von denen du mir nach Trachene geschrieben , die aus dem frommen Endzwecke , das Christenthum zu verbreiten , sich in diese rauhen Gegenden , unter dieses barbarische Volk gewagt hatten . Die Mühseligkeiten und Gefahren , die sie auf ihren Pilgerfahrten ausgestanden , die Standhaftigkeit , mit der sie Alles ertrugen , der Eifer , mit dem sie ihre Bequemlichkeit , ihr Leben wagten , rührte mich tief , und flößte mir heilige Ehrfurcht vor ihnen ein . Auch waren sie schon so glücklich gewesen , schöne Früchte ihrer Bemühungen zu sehen . Die einfachen Lehren des Christenthums hatten Eingang in die unverdorbenen Herzen gefunden , und die Milde , womit diese frommen Männer ihre neuen Schüler in den Lehren der Religion sowohl , als manchen nützlichen Arbeiten und Künsten unterrichteten , gewann ihnen die Liebe derselben . Sie hatten Ackergeräthe , Handwerkszeug , Sämereien mitgebracht . Sie machten ihnen den Nutzen dieser Dinge , den großen Vortheil des Ackerbaues , und einer steten Lebensart einsehen , und schon waren hie und da kleine Gemeinden errichtet , die dichten Wälder , die dieses Land in feuchte kalte Schatten hüllen , stellenweise niedergehauen , und das frische Erdreich mit nützlichem Saamen gebaut , den die Hand der neuen Christen unter feierlichem Gebete und Segnungen ihrer ehrwürdigen Lehrer in frommem Vertrauen ausgestreut hatte . Man kündigte auch uns ihren Besuch an , und eine entzückende Hoffnung auf Rettung durch sie , und Rückkehr in mein Vaterland durchdrang mein gebeugtes Gemüth , und machte mich unaussprechlich froh . Sie kamen an , es war Heliodor mit noch zwei Gefährten . Nie werde ich den Eindruck vergessen , den der Anblick der Landsleute , der Ton der Muttersprache aus ihrem Munde auf mich machte . Fritiger nahm sie mit Achtung und Liebe auf . Ihr Geschäft gelang auch hier zum Verwundern gut . Ich hatte das himmlische Vergnügen , die Familie meines Wohlthäters in den Bund der Christen angenommen , und so den Keim zu tausend künftigem Guten in diesen Gegenden empor wachsen zu sehen . Heliodor war seinerseits nicht wenig erstaunt , mich hier zu finden . Ich entdeckte ihm mein Schicksal , und bat ihn , mich zu retten , und zu den Meinigen zu bringen . Er versprach zu thun , was er vermöchte ; denn er war ohnedies entschlossen , bald nach Bythynien zurück zu kehren , dem Bischof Nachricht von dem Fortgang seiner Unternehmungen zu geben , und ihn um Unterstützung in seinem Geschäfte , und um mehrere Gefährten zu bitten . Er trug Fritigern meine Bitte vor . Ich hatte nicht den Muth dazu , denn ich wußte wohl , daß man mich nicht gern ziehen lassen würde . Was ich gefürchtet hatte , geschah . Des Gothen ganze Wildheit brach ungestüm hervor , als man ihm von dem Verluste einer Person sprach , an die er sich mit Liebe gewöhnt hatte . Heliodors unwiderstehlicher Beredtsamkeit , seinem ehrwürdigen Ansehen gelang es endlich , das stürmische Gemüth zu besänftigen ; er hörte ihn gelassener an - aber mich fort zu lassen , dazu war er auf keine Weise zu bewegen . Er ließ mich rufen , er schalt , er drohte , endlich bat er mich mit Thränen , ihn nicht zu verlassen . Ach , das war ein harter Kampf ! Es gehörte alle Macht treuer Liebe dazu , um hier zu widerstehen . Ich weinte heftig , ich sank vor ihm nieder , küßte seine Hand , wie die eines Vaters , und wahrlich mit denselben Empfindungen ; ich schilderte ihm Alles , was ich in meinem Vaterlande zurückgelassen hatte , was meiner wartete , ich sprach endlich seine eigne Vaterlandsliebe an , ich bat ihn , sich an meine Stelle zu setzen , und für mich zu entscheiden . Er stand eine Weile stumm - dann sagte er mit heftigem , aber nicht rauhem Tone : » Geh hin ; ich weiß , du kannst hier nicht glücklich seyn , aber wir können dich auch nicht vergessen . « Ich ergriff seine Hand , drückte sie an mein Herz , und wollte ihm danken . In dein Augenblicke sagte Heliodor etwas von dem Lösegelde , das er für mich bestimmen sollte . Ich hatte vorher mit Heliodor darüber gesprochen , und dabei auf die kleinen Schätze , die ich und Evadne gerettet und bisher verborgen hatten , und falls