sich freiwillig zurückzog . Ich achte Das und ehre es . Mesalliancen existiren übrigens für mich nicht - Baron - Ich sage nicht , Rudhard , daß ich aus diesen Konflikten heraustrete ... Der Wunsch des Fürsten ... Meines guten Alexei ... aber selbst wenn ich den andern Ausweg ergriffe und seine Witwe heirathete , wie eine Stimme mir zuruft ... ich käme ja in dieselbe Position . Der blonde Maler verrennt mir ja nach allen Seiten den Weg . Ich kann nicht den Gedanken , den Sie eben ausgesprochen , Baron , befördern helfen , aber was die Stimmung Adelens anlangt , so hoff ' ich auf Besinnung . Ich meine , es war nur eine falsche Form , in der bei ihr ein mütterliches Gefühl der Fürsorge zum Vorschein kam . Zu künstlich erklärt , Pfarrer ! Wirklich ? Doch scheint mir über die Mutter ein eignes Wesen gekommen . Sie ist zurückgezogen , liest , schreibt , beschäftigt sich nur mit sich allein . Das heißt , sie liebt , bester Freund ! Das ist der Frühling , der oft noch nach dem Spätsommer kommt . Es ist eine stille , sinnige Verklärung in der Fürstin ! Ich finde Adelen innerlicher , wärmer . Sie schließt sich von oberflächlichen Menschen ab und sucht nur tüchtige Naturen , wie Anna von Harder und ähnliche rein weibliche , edle Erscheinungen . Das ist die Trauer der Verlassenen , das Schlummern der Wintersaat , die im Frühling gleich am mächtigsten aufschießt . Sie ist mütterlicher denn je gegen Rurik und Paulowna . Achtungswerth , aber bedenklich ... Unverdorbene Frauen wollen das Glück der Liebe durch Güte des Herzens verdienen . Rath ' ich Ihnen denn eine Änderung zu treffen ? sagte Rudhard fast empfindlich . Geben Sie mir die Hand , bester Pfarrer ! fiel Dystra ein . Zürnen Sie mir nicht ! Ich trete da in psychologische Konflikte , die ich nicht erwartet habe ! Weil ich auf Alles dilettire , liebe ich überall das Bedeutende und Eigenthümliche . Aber ich gestehe , ich liebe es mehr als Beobachter . Ergriffen mitten inne stehen , selbst da eine handelnde und leidende Figur in leidenschaftlichen Scenen abgeben , ich gestehe Ihnen , Das ist etwas , was ein Tourist , ein flüchtiger , civilisirter Beduine , ein Mann , der den Vorwurf , unschön zu sein , von seinen breiten Schultern nicht abschüttelt , nicht brauchen kann . Es handelt sich um den Wunsch eines sterbenden Freundes , um ein Gelöbniß , das ich selbst verrichtete , vor allen Dingen um mein Geld , um die bessre Existenz der Fürstin , um die Erziehung und künftige Versorgung der Kinder . Das sind philanthropische Ideen , die ganz in mein Fach schlagen und für die wir nur suchen müssen , eine möglichst anständige , aber auch höchst bequeme Form zu erfinden . Stoff zu einem Roman will ich unter keiner Bedingung abgeben . Hören Sie ! Dagegen sträubt sich meine ganze innre und äußre Natur und ich gestehe Ihnen sogar , ein Rest von Eitelkeit , den ich mir von manchen frühern glücklichen Aventüren erhalten habe , wo man mich liebte quand même ! Bekümmert reichte Rudhard dem Baron , der diese Worte mit liebenswürdiger , schalkhafter , aber doch ernster Freimüthigkeit gesprochen hatte , die Hand und schwieg . Die Verständigung wird schon kommen ! sagte der kleine Kosmopolit . Blicken Sie heiter ! Wir wollen gut diniren - es schlägt fünf - zwei alte Freunde von mir - hochangesehene , wichtige Springfedern der Maschine ... Spartakus trat ein und überreichte Visitenkarten von zwei Herren , die den Baron von Dystra bei etwa gelegner Zeit zu sprechen wünschten . Die eine war gestochen , die andre geschrieben . » Dankmar Wildungen « , » Louis Armand « las Dystra für sich und bedauerte , die Herren jetzt nicht empfangen zu können ... Er wollte , da ihm der Name Wildungen auffiel , selbst in ' s Vorzimmer . Aber die Fremden schienen sich schon eine Antwort gegeben zu haben ; denn als sie einen Offizier in Generalsuniform und bald darauf einen Herrn in Civil mit vielen Orden von den Schwarzen empfangen sahen , waren sie nach Abgabe ihrer Karten verschwunden ... Rudhard wurde den beiden vornehmen Größen als ein Geistlicher aus Odessa vorgestellt . Die Nebenthür öffnete sich . Ein erleuchtetes Zimmer bot ein geschmackvoll servirtes Diner , das nicht ganz so heiter von Statten ging , wie es der Wirth wünschte . Seine beiden Jugendfreunde , General Voland von der Hahnenfeder und Ritter Rochus vom Westen , waren , obgleich Beide in ihrer Art auch wahre Ritter vom Geiste , doch unter sich nicht auf gleichen Ton gestimmt und Rudhard litt unter dem Druck seiner häuslichen Angelegenheiten . Der General führte zwar fast allein die Conversation , allein sie knüpfte nur an Amerika , an die bedienenden Schwarzen , an die Pyramiden , an die Bauten von Niniveh an . Erst am Schluß der Tafel horchte Rudhard auf , als Dystra zufällig wieder die Visitenkarten in die Hand nahm und die Gesellschaft fragte , ob ihnen diese Namen bekannt wären ? Wie , sagte der General , diese beiden merkwürdigen , alle Welt interessirenden Charaktere ? Und ehe noch Dystra Rudhard an den Namen Wildungen erinnerte , der ihn nun erst selbst überraschte , hatte Spartakus angezeigt , daß jene Herren wieder draußen wären , um zu erfahren , wann sie Massa aufwarten dürften ? General Voland hatte schon die Karten , als Sammler , zu sich gesteckt ... Ja , sagte Ritter Rochus , ein feiner , geschliffener Weltmann , die Gebrüder Wildungen sind die Löwen des Tages - Und Louis Armand ... O , Das ist ja der intimste Freund des Premierministers - Darauf hin war Otto von Dystra schon aufgesprungen , um selbst hinauszugehen ... Soll ich sie zum Dessert , zum Kaffee eintreten lassen ? fragte er , der Zustimmung fast gewiß ... Rudhard wollte