noch Muße fand zu Übermut und guter Laune . Selbst zu Wortspielen . Einer der Soldaten hieß Winter . Es war um die Zeit , wo das Tauwetter begann , und die Eiszapfen schmolzen bereits an den Dächern . Winter , der sich schlüssig gemacht hatte , die nächste Nacht zu entspringen , sah seinen Hauptmann im Fenster liegen , der sich , rauchend , der Märzensonne freute . Winter grüßte hinauf und rief : » Herr Hauptmann , ich glaube der Winter geht ab . « » Das glaub ich auch . « Und am anderen Morgen war Winter fort . Er war über den gefrorenen See nach Wuthenow hin entkommen . Ein anderer verkleidete sich als Schornsteinfeger . In rußiger Kleidung , eine schwarze Leiter auf der Schulter , den Besen in der Hand , war er glücklich zum Tor hinausgekommen und schritt geradewegs auf das Mecklenburgische zu . Da kam ihm , zu weiterem Glück , ein Netzebander Bauer nachgefahren und fragte : » Schornsteinfeger wohin ? « » Nach Netzeband , da brennt ein Schornstein , den ich löschen soll . « » Das ist am Ende bei mir . « » Kann wohl sein . « Und der Bauer ließ nun den vermeintlichen Schornsteinfeger aufsteigen und jagte auf Netzeband zu , wo sich der Gerettete für gute Fahrt freundlich bedankte . Sehr ansprechend ist die folgende kleine Geschichte , mit der wir diesen Teil des Kapitels schließen wollen . Ein Mann , der später als Lehrer und Oberküster eine bekannte Persönlichkeit in Neu-Ruppin war , gehörte in seiner Jugend ebenfalls dem Regiment Prinz Ferdinand an . Er war verlobt und wünschte sich zu verheiraten , da man aber ( weil er zu den Bevorzugten zählte ) seines Bleibens im Regiment ohnehin sicher zu sein glaubte , wurde ihm seitens des Obersten der unerläßliche Konsens verweigert . Die Folge davon war : Desertion . Und so schritt denn unser Freund auf Netzeband zu und hatte den halben Weg bereits glücklich zurückgelegt , als er das Prusten von Pferden hinter sich hörte und gleich darauf einen Wagen neben sich sah , in dem , in höchsteigener Person , der gestrenge Herr Oberst saß . Wohin ? fragte dieser . » Nach Netzeband ; ich will mir Tuch kaufen . « » Da will ich auch hin ; setz Dich nur auf den Bock . « Und so fuhr denn der Oberst den Deserteur nach Netzeband hinein . Als sie vor dem Kruge hielten , sprang der Soldat vom Wagen , trat an den Kutschenschlag und sagte : » Herr Oberst , ich melde mich als Deserteur . « Der Oberst wetterte nun durch alle Register durch , legte sich aber endlich aufs Kapitulieren . » Was hilfts ! stell deine Bedingungen . « » Generalpardon , Herr Oberst , und den Konsens zu heiraten . « » Beides sollst du haben ; steig nur wieder auf . « Und so geschah es . Er kam mit seinem Obersten , als ob nichts vorgefallen wäre , nach Ruppin zurück , und empfing , ohne vorgängige Strafe , die gewünschte Heiratserlaubnis . Das Regiment Prinz Ferdinand bei Auerstedt , 14. Oktober 1806 Der Krieg gegen Frankreich war endlich beschlossene Sache . Am 9. August erging die Mobilmachungsorder , und am 31. August verließ das Regiment Prinz Ferdinand Neu-Ruppin , um es nicht wiederzusehen . Nur Individuen kehrten zurück , kein Regiment . Der Marsch ging zunächst auf Magdeburg , das samt Umgegend den Sammelplatz für die märkischen und magdeburgischen Truppen bildete . Der Herzog von Braunschweig , in seiner Eigenschaft als Oberkommandierender , verlegte am 13. September sein Hauptquartier nach Halle und setzte die bei Magdeburg versammelten Truppen , und unter diesen auch unser Regiment Prinz Ferdinand , am 15. auf Naumburg zu in Bewegung . Am 21. und 22. wurden bei letztgenanntem Orte die Kantonierungen bezogen . Die Hauptarmee , 57000 Mann stark , bestand aus den Divisionen Schmettau , Wartensleben und Prinz von Oranien und aus einer abermals zwei Divisionen starken Reserve . Die Schlacht bei Auerstedt ward im wesentlichen mit den erstgenannten drei Divisionen , also mit etwa 30000 Mann geschlagen . Den beiden Reservedivisionen – die zweifellos imstande gewesen wären , die Niederlage in einen Sieg zu verkehren – fiel nur die Aufgabe zu , den Rückzug zu decken . Sie hatten hierbei , einzelne Abteilungen abgerechnet , nur geringe Verluste . Dies vorausgeschickt , wenden wir uns jetzt der so verhängnisvoll gewordenen Bataille zu . Feindlicherseits kommandierte Marschall Davout , unsererseits Herzog von Braunschweig . Hüben und drüben traten drei Divisionen , und zwar echelonartig , in den Kampf ein . Unsere Division Schmettau stieß bei Hassenhausen auf die französische Division Gudin ; dieses Dorf , nach kurzer Besitzergreifung unsererseits , ging wieder verloren , und nun wurde Hassenhausen der Punkt , um den sich ein mehrstündiges mörderisches Gefecht drehte . Wer Hassenhausen hatte , hatte den Sieg . Der Division Schmettau folgend , griff diesseitig die Division Wartensleben ein , aber auch der Feind führte jetzt die Division Friant in den Kampf . Alle unsere Versuche , das Dorf wieder in unseren Besitz zu bringen , scheiterten ; die Regimenter Alvensleben und Kleist , jenes von der Schmettauschen , dieses von der Wartenslebenschen Division , litten schwer . So standen die Dinge , als auf unserer Seite die Division Prinz von Oranien mit den Brigaden Lützow und Prinz Heinrich auf dem Kampfplatze eintraf . Schon vor ihrem Erscheinen war der Herzog von Braunschweig tödlich verwundet worden , und soweit noch in dem überhandnehmenden Wirrsal von Kommando die Rede sein konnte , war dasselbe auf den König in Person übergegangen . Im richtigen Erkennen dessen , worauf es ankam , dirigierte dieser die Division Oranien ebenfalls gegen Hassenhausen und zwar derart , daß die Brigade Lützow am rechten Flügel der daselbst fechtenden und durcheinandergekommenen Truppenteile , die Brigade Prinz Heinrich aber nach vorgängiger Wegnahme des Dorfes Poppel am linken Flügel eingreifen sollte . Bei