Der eine Pflug sei noch beim Schmied , und bei dem andern müsse auch erst das Streichbrett gerichtet werden . Kreuzteufel ! Ob da keine Zeit dazu gewesen wäre den ganzen Winter ? Und jetzt , wo jeder Nachbar auf dem Feld sei , dächte man erst daran , das Zeug herzurichten ? Es war gut , daß der Schormayer wieder einmal selber zum Rechten schaute , und er machte sich auch gleich auf den Weg in die Schmiede . Bei der ersten Straßenbiegung wäre er beinahe an seinen Sohn hingerumpelt , der im eifrigen Selbstgespräch um die Ecke kam . Oha ! Der Lenz schaute seinem Vater , der an ihm vorbeiging , verblüfft nach und richtete erst einmal seine Gedanken auf , die ein wenig übers Kreuz stolperten . Dann lief er dem Alten nach und pfiff ihm . » Halt a wengl ! Vata ! « Der Schormayer blieb stehen . » Dös is grad recht , daß i di siech , « sagte der Lenz , » und jetzt möcht i amal wiss ' n , wann mir mit anand z ' red ' n kemman . « » Vielleicht spata , wann ' s d ' nimma b ' suffa bischt . « » Wo bin i b ' suffa ? « » Na , gar it ! Stinkst auf drei Schritt nach ' n Bier . « » Dös is it wahr ! « » I streit vielleicht mit dir auf da Straß ' n ? Mach ' , daß d ' hoam kimmscht , und schlaf dein Rausch aus ! Dös is schö , beim bescht ' n Wetta blitz ' n und in Wirtshaus hocka , wia ' r a Handswerksbursch ! « Lenz schaute den Vater mit aufgerissenen Augen an , und plötzlich liefen ihm die Tränen die Backen herunter . » Du ... du willscht mi ja it arbet ' n lass ' n , und hoscht ma ' s vor alle Leut g ' sagt , daß i a ... a Lapp bi , hoscht g ' sogt ... « » Geh jetzt zua , und scham di ! I red ' da nix mehr . « Der Schormayer ging weg und schaute sich um , ob niemand sie beobachtet habe . Das war noch das allerschönste ! Mit einem Rausch am hellichten Werktag durchs Dorf gehen und mitten am Weg einen Streit anfangen . Und doch tat ihm der Bursch wieder leid , daß er sich aufführte wie einer , der ganz aus dem Geleise geworfen war ; und es war etwas in seiner Stimme , und auch , wie er so zu weinen anfing , was ihn unruhig machte . Er drehte sich um und sah , daß der Lenz noch immer auf dem gleichen Fleck stand und ihm nachstierte . Das ärgerte ihn wieder , und er brummte im Gehen : » De b ' suffene Sau ! « Lenz ging mit zögernden Schritten heim ; aber bevor er an den Hof kam , packte ihn die Scheu , geradeswegs hineinzugehen , und er schlich hinter den Stallungen vorbei in die Wagenremise . Hier setzte er sich auf eine alte Kiste und brütete lange vor sich hin . Es war ihm zumute , als wenn er nicht mehr auf das Anwesen gehörte , und als wenn hier feindselige und fremde Menschen das Recht hätten , ihn fortzuweisen . Draußen rieselte in allen Furchen das Schneewasser , und starker Erdgeruch drang zu ihm herein . Er frischte ihn nicht auf , sondern machte ihn müde und schläfrig . Von der Dachrinne tropfte es in regelmäßigen Pausen , und es war wie eine eintönige Musik zu seinen wirren Gedanken . Es fiel ihm nur immer wieder ein , daß ihn der Vater zum zweitenmal abgewiesen hatte . » Er mag it red ' n , sagt a. In da Fruah is eahm it recht g ' wen , jetzt is eahm it recht g ' wen ; i bi ' neamd mehr dahoam . « Der Kopf sank ihm tiefer , und er schlief ein . Erst nach etlichen Stunden wachte er auf und fuhr fröstelnd zusammen ; als die Sonne hinter den Hügeln verschwand , blies eine kalte Luft über die Felder . Lenz mußte sich erst besinnen , wie er da in sein Versteck hereingekommen war ; und alles , an was er sich erinnerte , machte ihn zornig gegen sich und die andern . Einen Tag so dumm verhockt und verfaulenzt , bloß weil er in der Frühe nicht hatte reden dürfen ! Aber jetzt wollte er ' s herunter haben , was ihn drückte ; und , gern oder ungern , der Alte sollte ihn heute noch anhören . Er wollte sich nicht mehr abweisen lassen wie ein Bettelmann , dem man die Tür vor der Nase zuschlägt , und vielleicht morgen wieder ums Haus herumschleichen und warten aufs gnädige Gehör . Am End hatte er doch auch ein Recht , das er behaupten konnte . Er horchte . Im Hof klangen Schritte , und dann hörte er den Vater rufen : » Chrischtl ! Woaßt du aa nix , wo da Lenz is ? « » Na ; i hon an den ganz ' n Tag it g ' sehg ' n. « Lenz schlich zur Remise hinaus , ging um die Stallung herum und kam nun mit festen Schritten auf das Haus zu . » Bischt du amal dahoam ? « fragte ihn der Schormayer , als sie nun in der Stube einander gegenüberstanden . » Hoscht dein Rausch ausg ' schlaffa ? « - » I woaß nix von an Rausch . « » No , da red ' n ma ' r it lang drüba . Aba dös sell sagst d ' ma vielleicht , wos dir du ei ' bild ' st ? Selm nix arbet ' n , an Knecht nix o ' schaff ' n , '