? « fragte Peder im Tone der Freude . » Ja . Darum bitten wir dich , uns das Nötige über die Lage des Daraeh-y-Dschib mitzuteilen , damit wir keine Fehler machen . Aber thue das schnell und kurz , denn wir müssen nun zu den Massaban zurückkehren , wenn sie nicht wegen unseres zu langen Ausbleibens mißtrauisch werden sollen . « Ich kann diese seine Instruktionen hier übergehen , weil sich ihr Inhalt aus dem Nachfolgenden ergeben wird . Peder beschrieb die Oertlichkeiten so genau , daß ich eine hinreichende innere Anschauung von ihnen bekam . Auch über die Falle , in welche die Massaban geführt werden sollten , sprach er sich in der Weise aus , daß wir nicht im Zweifel darüber waren , wie wir uns zu verhalten hatten . Dann trennten wir uns von ihm und seinem Begleiter , und zwar in ganz anderer Weise , als wir vorhin mit ihnen zusammengetroffen waren . Sprachlich will ich hier noch bemerken , daß das persische Wort Peder ( Vater ) nicht etwa wie der deutsche Name Peter , sondern mit dem Tone auf der letzten Silbe , also Pedehr , ausgesprochen wird . Als wir hierauf nun Seite an Seite um den nördlichen Fuß des Berges herumritten , sagte Halef zu mir : » Jetzt wissen wir nun endlich genau , woran wir mit diesen Lügnern und Betrügern sind . Wie schwer wird es mir fallen , nun auch Betrüger zu sein ! « » Betrüger ? Wieso ? « » Weil wir ihnen doch nicht merken lassen dürfen , daß wir alles wissen . Wir müssen uns verstellen , müssen uns als Freunde gebärden , und das , das fällt mir ganz entsetzlich schwer , Sihdi ! Wenn ich nicht sagen darf , was ich denke , so sage ich lieber nichts ! « » Ganz richtig ! Ich bitte dich , genau nach diesem Worte zu handeln , doch nicht nur in Beziehung auf das Sprechen . Auch alles , was du thust , muß verschwiegen sein . Du darfst durch keine Bewegung , durch keine Miene verraten , daß du mehr weißt , als du wissen sollst . « » Das ist es ja eben , was mir schwer fällt ! « » Es ist leichter , als du denkst . Man muß sich nur hüten , gesprächig oder gar geschwätzig zu sein . Wir brauchen uns nur genau so zu verhalten , wie wir es gethan haben , seit wir auf die Spuren getroffen sind . Dann wird es einer großen Verstellungskunst gar nicht bedürfen . Auch ich gebe mich nicht gern anders , als ich bin ; aber wenn in diesem gegenwärtigen Falle Klugheit gegen Arglist und Schweigsamkeit gegen Verstellung gehalten wird , so kann das ganz unmöglich eine Sünde sein . - Hat dich unser Eilritt angegriffen , Halef ? « Ich fragte so , weil ich sah , daß er jetzt nicht mehr stramm im Sattel saß . Da nahm er sich sofort zusammen , richtete sich auf und antwortete : » Angegriffen ? Mich ? Wie kann mich ein Ritt angreifen , der die größte Wonne ist , die ich mir zu Pferde vorstellen kann ? Sei doch so gut , jetzt ja nicht an die Krankheit zu denken ! Du siehst doch jedenfalls ein , daß der Hauptteil unseres Erlebnisses mit den Massaban erst jetzt beginnen soll . Meinst du , daß ich da dem alten Weibe erlauben werde , mich von den Thaten , welche geschehen sollen , auszuschließen ? Wir werden es kurz machen . Wahrscheinlich sind wir schon morgen mit diesen Leuten fertig . Und so sage ich dir : So lange wir sie nicht in der Falle haben , so lange würde selbst der Tod nichts über mich vermögen . Und wenn er mich niederwürfe , ich würde doch wieder aufstehen , um ihnen zu beweisen , daß sie sich in uns verrechnet haben . Laß uns machen , daß wir schnell zu ihnen kommen ! « Nicht lange hierauf hatten wir den Berg umkreist und stießen auf die Fährte der Massaban , welcher wir folgten , bis wir den Reiterzug an einer Stelle einholten , wo von dieser und der nächsten Höhe aus sich ein ebenes Tafelland nach Osten zog . In diese Ebene ritten wir nun hinaus , ohne daß uns jemand nach dem Verlauf unserer Reitpartie gefragt hätte . Man verhielt sich still gegen uns , und das war uns nur lieb . Nach einiger Zeit sahen wir auf der Fläche vor uns mehrere Reiter erscheinen , welche , als sie uns erblickten , schnell auf uns zukamen . Nafar Ben Schuri ritt ihnen entgegen und sprach längere Zeit mit ihnen . Dann gab er das Zeichen zum Weiterreiten . Diese neu zu uns gestoßenen Massaban machten nun die Führer . » Ob das wohl die erwarteten Kundschafter sind ? « fragte Halef . » Jedenfalls , « antwortete ich . » Warum meldet er uns nicht , was sie ihm berichtet haben ? ! « » Laß ihn ! Es ist die Laune des bösen Gewissens . Er spielt den Gekränkten , freilich ohne zu wissen , daß dieses sein Schmollen uns sehr willkommen ist . « » Aber , haben wir es uns gefallen zu lassen ? Wir sind nicht seine Untergebenen , sondern stehen über ihm . Er ist doch der Meinung , daß wir ihm helfen sollen , und da hat er uns doch unbedingt zu berichten , welche Meldung ihm gebracht worden ist ! « » Hätten wir uns noch als seine Helfer zu betrachten , so würde ich mir diese Zurücksetzung freilich verbitten . Nun aber , da sich die Sache so ganz anders gestaltet hat , kommt mir sein Schweigen sehr gelegen . Dein Selbstgefühl kann sich beruhigen , lieber Halef . Du weißt ja doch , daß die Strafe nicht auf sich warten lassen wird . « » Das läßt mich allerdings den