, daß Euer ist meine Habe und mein Leben , daß ich Euch weihe meine Dankbarkeit und den Segen mit dem mich hat überschüttet der Gott Israel . « » Schweig , Hebräer ! « rief Herzog Friedrich , sich aufgebracht stellend : » Lege ein andermal Deine Worte auf die Wage , und bedenke , daß ich kein Kohljunker bin , dessen Dürftigkeit sich von Dir etwas gefallen lassen muß . Geh heim ; es wird schon dunkel , und es ist keine Ehre dabei , mit Deinesgleichen zu solcher Stunde zu verkehren . Mache Deinen Überschlag an Zinsen , an vollwichtigen Zinsen , hörst Du ? Herzog Friedrich will keinen Dienst umsonst und mäkelt nicht um einen Heller . Halte Dich sodann bereit sammt Deinem Gelde , wann die Zeit kömmt , da ich es gebrauche . « - Mit dem stolzen Wesen , das dem Herzog so wohl stand , verabschiedete er den Juden , der sich in gewohnter Demuth und Unterwürfigkeit davon machte . Dagobert trat ein , den schweren vergoldeten Leuchter in der Hand , dessen drei flammende Kerzen das Dunkel des Winterabends aus dem Gemache bannten . - » Ich fürchtete schon , Ew . fürstl . Gnaden hätte sich in geheime Kabale und Sterndeuterei mit dem Juden eingelassen ; « sprach der junge Mann lächelnd : » die Unterredung wollte kein Ende nehmen . « - » Haltet es dem Zufall zu Gute , « versetzte der Herzog herablassend ; » wenn heute der neue Bund vor der Thüre harren mußte , während ich dem alten Gehör gab . Man beschäftigt sich ja manchmal mit Pflanzen , die im Schlamme wachsen , und diese - wahrlich - hat nicht die übelsten Eigenschaften . Dem häßlichen Gesichte wäre es beinahe gelungen , mein Herz zu rühren , das sonst geharnischt ist wie eine Fechterfaust . Weg damit . Wie kömmt ' s aber , guter Freund , daß ich Euch bei mir sehe , heute am ersten Faschingstage ? Rollt das junge Blut wieder langsamer , als es sollte ? Wollt Ihr den Graubart spielen , während Alles sich in jugendlicher Lust ergötzt ? Wißt Ihr nicht , daß es heute auf dem Tanzhause munter hergeht ? daß der Kaiser selbst sich in die Freude mischen , daß er Ketten , Ringe austheilen wird an die Schönsten , die das Fest verherrlichen ? Geht dorthin . Eurer wartet daselbst mehr Vergnügen , als bei mir und meinem steifen Waldmann . Oder , kann ich Euch in etwas dienen ? Fordert . « - » Erlaubt , daß ich einige Augenblicke um Euch seyn darf ; « bat Dagobert mit aufrichtiger Anhänglichkeit : » Euer Anschauen wird mich endlich zum Manne machen . « - » Greift Euern Jahren ja nicht vor ; « erwiederte Friedrich : » sie sind die schönsten , die es gibt , und den vollen Keim des Mannes tragt Ihr in der Brust ; des Mannes wie ich ihn liebe : gerade , frei , froh und eisenhart . « - » Warum darf ich bei Euch nicht Ritterschaft lernen , gnädigster Herr ; « klagte Dagobert . » Wenn ich Euch so kräftig vor mir stehen sehe , gepanzert gegen alle Widerwärtigkeit , umgeben von Ehre , Glück und Stärke , da pocht mir das Herz vor Unmuth , daß ich in die Kutte kriechen , und kein Ritter werden soll , wie Ihr es seyd ? « - » Ihr wart ja nicht Eures Schicksals eigner Schmid ; « versetzte der Herzog achselzuckend : » der Mutter Gelübde ist der Planet , dem Ihr gehorchen müßt . Das tröste Euch . Horch ! « setzte er bei , zum Fenster eilend : » Warum wird denn da unten auf der Gasse so lärmend gepaukt und schalmeit ? « - In der That zog eine Bande von Zinkenbläsern , Stoßpfeifern und Paukern vorüber . Eine Menge Fackelträger folgte ihnen ; in ihrer Mitte der Kaiser zu Fuße , umgeben von angesehenen Frauen der Stadt , mit ihnen freudiglich dahertanzend unter einem unbändigen Zulauf von Larven und Fastnachtsnarren und kreischendem Pöbel ! » Jesus Christus ! « begann der Herzog , unmuthig mit dem Fuße stampfend : » Mein alter kahlköpfiger Lehrer hat mir Vieles von einem alten Kaiser zu Rom erzählt , der seine Würde so sehr vergessen hat , daß er auf einer Bühne vor allem Volk getanzt und den Gaukelspieler gemacht . Unsre kaiserliche Majestät ist das leibhaftige Konterfei des blutgierigen Thoren zu Rom . Er schleppt seine Würde im Staube nach sich , wie einen unbequemen abgetragnen Reitermantel . Pfui ! daß die Ausländer solche Narreteien sehen müssen ! « - » Der Geist des Unmuths kommt über Euch ; « erinnerte ihn Dagobert bescheiden : » laßt Euch doch des Kaisers Thun nicht zu Herzen gehen ! « - » Seht Ihr , junger Gesell , wie übel es um meinen Seelenpanzer steht ? « rief der Herzog : » Der feige Lützelburger trifft mit seiner Pritsche allemal die Blöse . Ich sitze auf des heiligen römischen Reichs Fürstenbank , meine Vorfahren saßen glorreich und würdevoll auf dem deutschen Throne , den Habsburg auch jetzo mit größrer Ehre füllen würde , als die Luxemburger es im Stande sind . Ich darf , ich muß mich ereifern über die sträfliche Unbesonnenheit , die also zur Schau getragen wird . Ist das ein Betragen , eines Kaisers würdig ? Und dieser Faschingsheld will die Christenheit und ihre Kirche zu beßrer Zucht und Ordnung bringen ? Von diesem tanz- und minnelustigen Herrn muß der Statthalter Gottes sich in ' s Joch der Knechtschaft beugen lassen ? Nimmermehr ! - Doch was rede ich da ? « unterbrach er sich : » Guter Dagobert ; Ihr müßt mir meine Laune nicht anrechnen , mich nicht für einen Zanksüchtigen halten . Es thut wehe , eine ganze muthige Nation unter der Sohle eines Gauklers zu sehen . Glaubt mir ,