gingen herab , heraus , hinein - Türen wurden oben auf- und zugemacht - Treppen berennt . Schwer wars für einen Notar , sich einen Menschen auf der Hausflur auszusuchen , dem die Bitte vorzutragen war , daß er zum General wolle . Eine Viertelstunde stand er , hoffend , einer der Leute wende sich an ihn und frag ' ihn und entwickle dann alles ; - aber man lief vorüber . Zuletzt spazierte er frei in der Hausflur auf und nieder - einmal eine halbe Treppe hinan - hielt sich die größten Männer aus der Weltgeschichte vor , um einen lebendigen besser zu handhaben - und bracht ' es endlich zu einer Frage nach dem General an ein Mädchen . Sie wies ihn an den Portier . Der Himmel hat öfter eine Vorhölle als einen Vorhimmel - tröstet ' er sich - vielleicht die ganze gelehrte Vorwelt hat schon auf ähnlichen Palast-Fluren geschwitzt . Eine Himmelstüre tat sich ihm auf ; heraus trat ein ältlicher gepuderter verdrüßlicher Mann , der ein breites Gehänge über dem Leib und einen Stock mit einem schweren Silber-Giebel trug . Walt , ganz unvermögend , das lederne Bandelier für etwas anders zu halten als für ein Ordensband und den Portier-Stab für einen Kommando-und Generalstab und den Portier für den General , machte ohne viele Umstände einige Verbeugungen und näherte sich dem Türsteher höflich murmelnd . » Das hilft alles nichts « , sagte der Portier , » gegenwärtig schlafen Exzellenz , man muß sich gedulden . « - - Aber niemand braucht aus Walts Verwechslung viel zu machen , wenn man soviel von der Welt gesehen , daß - keine möglich ist , - sondern daß jeder vornehme Inhaber eines Türhüters selber wieder einer ist , nur an einer höhern Türe , entweder an einer kaiserlichen , königlichen , fürstlichen Gnaden- oder an einer Falltüre , entweder als Klopfer , der das Hereinwollen , oder als Klingel , die das Hereinkommen ansagt , und jeder wie Janus als Schwellen-Gott ein anderes Gesicht gegen die Gasse kehrend , ein anderes gegen das Haus . - Sind manche gute Gemüter nur Portiers an blinden Toren : so stecken sie doch ihren Sperrgroschen von Proselyten des Tors so gut ein wie die schlimmsten , die wenigstens den Janustempel wie eine öffentliche Bibliothek gern öffnen . Sehr rot trat der Notar in das lustige Domestikenzimmer , das Geißelgewölbe eines dürftigen Gelehrten . Bediente sind parasitische Menschen an Menschen , Dörfer , wo auf den Briefen die nächste Poststation angezeigt werden muß . Doch die Zablockischen waren gut gelaunt und schön-betrunken vom Küchen-Jubel ; - Walt saß unbeunruhigt da . » Wo ist der Bonsoir , Freund ? « fragte ein eintretender Lakai . Walt glaubte sich gemeint und den Abendgruß vermisset , nicht aber den Licht-Töter ; er versetzte frisch : » Bon soir , mon cher ! « In der Tat kam es endlich dahin , daß ein Bedienter vor ihm vorausging und er hinterdrein , durch Vorsäle voll langer Kniestücke - über glatte Zimmer weg - und endlich vor ein Kabinett , das der Bediente zwar auf- , aber erst zumachte , da er hinein war , bevor ers ihm auftat . Der General , ein stattlicher , männlich-schöner , stark genährter , lächelnder Mann , fragt ' ihn mit freundlicher Miene und Stimme , was Monsieur Harnisch wünsche . » Exzellenz , ich wünsche « , fing er an und hielt die Wiederholung des Zeitworts für Welt , » dem Hrn . Grafen von Klothar einen verlornen Brief zu übergeben , da ich ihn hier zu finden hoffe . « - » Wen ? « fragte Zablocki . » Den Hrn . Grafen von Klothar « , versetzte Walt . » Wollen Sie mir den Brief vertrauen , so kann ich ihn sogleich übergeben « , sagte Zablocki . Der Notar hatte sich viel schönere Entwicklungen versprochen ; jetzt lief alles fast auf nichts hinaus ; dem Vater mußt ' er den Brief der Tochter abstehen und lassen . Er tats , da der Umschlag entsiegelt war , mit den feinen Worten : er bring ' ihn so offen , als er ihn gefunden . Er wollte damit vielerlei leise andeuten - seine eigene Rechtschaffenheit , ihn nicht gelesen zu haben , sein Erwarten der Nachahmung und noch allerhand Gefühle . Der General steckte ihn , nach einem leichten Entzifferungsblick auf die Überschrift , gleichgültig ein und sagte , er habe soviel Schönes über seine Flöte gehört , er wünsche sie selber einmal zu hören . - Große sind ebenso vergeßlich als neugierig ; doch konnt ' es Zablocki auch tun , um reden zu hören . Walten wars angenehm , zu berichtigen : » Ich wünschte « , sagt ' er fein , » ich würde nicht verwechselt , oder vielmehr ( fügt ' er bei , da ihm das gerade einen zweiten , ganz entgegengesetzten Sinn geben wollte ) ich könnt ' es werden . « - » Ich verstehe Sie nicht « , sagte der General . Walt entdeckte ihm kurz , er sei aus dessen Elterleinischem Territorium gebürtig , und sein Vater sei der Schulz . Jetzt glaubte er an Zablocki den wahren menschenliebenden Menschen-Dulder ganz zu erkennen , als dieser sich des Schulzen , der so oft als ein Mauerbock sich an dessen Gerichtsstube die Hörner abgestoßen , vielmehr mit den freundlichsten Mienen und sogar der van der Kabelschen Erbschaft entsann , ja teilnehmend eine genauere Geschichte derselben zu hören begehrte . Die lieferte Walt gern , nett und heiß ; indes halb schwindelte er vor Freude , wenn er von der Höhe und Spitze in die Dörfer hinuntersah , auf der er neben einem Großen stand und ihn so lange anreden und sich gut ausdrücken durfte . Mit Freuden hätt ' er für ein so menschenliebendes Herz , das er nie im Verband eines Ordensbandes gesucht hatte , einen Zacken oder Stein aus der polnischen Krone ausgebrochen , oder