des Spielbergs ausgeliefert ... So lohnte ihm die Nemesis ... Er drückte meine Hand , ermahnte mich , wenn ich Aeltern hätte , ihnen Freude zu machen , empfahl sich dem Obersten von Hülleshoven und zeigte nach Südost , zu den jonischen Inseln hinüber . Die Heimat des Ulysses ! sagte er ... Ihm würde keine Ruhe mehr werden , deutete er damit an . Er wollte seiner Weinreben in Campanede warten . Der Gedanke an seine Gattin , die Mutter dieser geliebten Söhne , füllte sein Auge mit Thränen ... Die Herzogin machte eine Miene , als wollte sie sagen : Ah bah ! Was hilft das uns ! Kümmere dich nicht um ihn ! ... Ich erlitt in Ancona eine Verzögerung , fuhr Benno fort , weil gerade damals Grizzifalcone den Weg nach Rom besonders unsicher machte ... Der Eilwagen fuhr in Begleitung eines Detachements Carabiniers ... Ueber den Angriff bei Olympiens Hochzeit , über die Gefahr der Mutter , den Tod des Räubers hatten sich die Briefe genugsam ausgesprochen ... Dennoch kam Benno mit neuem Bedauern darauf zurück ... Dafür kürzte er die Schilderung seines Aufenthalts in Rom ab , der bis zum Carneval und bis zur Ankunft der Mutter gedauert hatte ... Da entflohst du wieder ! ... sagte sie . Bereitetest meiner Sehnsucht die schmerzlichste Enttäuschung ! ... Nun ich von deiner Liebe zu Armgart weiß , versteh ' ich es - und alles das nennst du deutsch ! Deutsch ist euch die Ehrlichkeit - ! ... Dein Vater war nun auch ein Deutscher und dennoch - Doch fahre fort ! ... Ich ahne - sagte die Mutter mit zagender Stimme - du lerntest die Gebrüder Bandiera selbst kennen ... Ich ging nach dem Süden , sprach Benno mit bejahender Miene , sah Neapel , schwelgte in Sorrent , kletterte über die Felsen Capris und Ischias , lernte die Sprache des Volks , die eine andere als die der Grammatik ist , und reiste nach Sicilien ... Ich machte die Reise mit einigen Engländern , die ich in Sorrent kennen gelernt hatte im Hause der Geburt Tasso ' s ... Wir stimmten beim Anblick einer alten Bronzebüste des Dichters überein , daß nach diesem Abbild Tasso die häßlichste Physiognomie von der Welt gehabt haben müßte und dadurch seine Stellung zu Leonore d ' Este eine neue und komische Beleuchtung erhielte ... Ich blieb mit diesen heitern Engländern zusammen ... Wir reisten nach Palermo ... Dort besuchten wir ein englisches Kriegsschiff , das im Hafen lag ... Wir dinirten am Bord desselben ; köstlicher und fröhlicher , als ich seit Jahren auf dem Lande gelebt ... Der Wein floß in Strömen ... Die Engländer meiner Bekanntschaft waren mit dem Kapitän von der Schule zu Eton her bekannt ... Am Tisch saßen zwei junge Männer , Italiener , die bei dieser ausgelassenen Schwelgerei die Zurückhaltung und Mäßigkeit selbst waren ... Sie sprachen Deutsch und Englisch , waren bildschön , hatten Augen von einem glühenden und doch wieder so milden Feuer - ... Wie du ! unterbrach die Mutter wie mit dem Ton der Eifersucht ... Sie weidete sich an Benno ' s Anblick , der ein edler und männlicher war ... Sage , wie - verkleidete Angiolinen ! ... entgegnete Benno ... Die Söhne Bandiera ' s waren wie Castor und Pollux ... Redete man den einen an , so erröthete statt seiner der andere ... Nach Tisch wurde auf dem freien Element bei einem Sonnenschein , der alle Herzen der Menschen mit Liebe und Versöhnung hätte erfüllen sollen , politisirt ... In der Ferne lag das rauschende wilde Palermo mit seinen Kuppeln und Thürmen ; sein Kauffahrteihafen mit Hunderten von Masten ; das englische Kriegsschiff mit achtzig Kanonen lag dicht am Castell und diente zur Unterstützung einer Differenz des englischen Leoparden mit der Krone Neapels 3 ... Dicht lag es an dem abgesonderten Festungshafen Castellamare ... Ich erzählte den Brüdern meine Begegnung mit ihrem Vater und fragte nach dem Resultat ... Sie sehen es , sagten beide zu gleicher Zeit und zu gleicher Zeit füllten sich beider Augen mit Thränen ... Abwechselnd , wie nach Verabredung und doch nur infolge ihrer guten Erziehung und brüderlichen Eintracht , sprach immer der eine und dann erst der andere . Ihr Gemüth schien ein einziges Uhrwerk zu sein . Was auf dem Zifferblatt der eine zeigte , schlug mit dem Glockenhammer der andere ... Sie erzählten , daß sie wol gewußt hätten , welchen Kummer sie dem Vater und der Mutter bereiteten und wie sie des erstern ehrenvolle Laufbahn unterbrächen . Sie hätten aber schon lange keinen freien Willen mehr . Einmal eingereiht in den Bund des » Jungen Italien « müßten sie vollziehen , was ihnen befohlen würde . Die Befehle kämen von London , Malta und Korfu . Nur durch diese blinde Unterwerfung und gänzliche Gefangengabe seiner eigenen Persönlichkeit könnte eine große Zukunft erzielt werden . Italien müßte frei von den Fremden , frei von seinen eigenen Unterdrückern , müßte einig werden und eine große untheilbare Republik . Ich mochte , weil dieser Wahn zu eingewurzelt schien , ihn nicht bekämpfen ... Wahn ? unterbrach die Mutter . Glaubst du , daß diese Ceccones , diese Fefelottis so zittern würden , wenn sie solche Hoffnungen für Wahn hielten ? ... Alle Cabinete Italiens fürchten sich vor diesen beiden Jünglingen ... Die Republik , sagte Benno , ist nur möglich für Völker , die in dieser Staatsform eine Erleichterung für ihre übrige tägliche Sorge , für eine vom Gewinn oder von der Furcht gestachelte einzelne Hauptthätigkeit ihres geselligen Verbandes finden . Sie ist möglich bei einem Volk , das in der Lage ist , sich täglich vertheidigen zu müssen , wie die Republiken Griechenlands ; sie ist bei leidenschaftlichen und den Erwerb liebenden Ackerbauern , wie in der Schweiz , bei leidenschaftlichen Industriellen , wie in den Niederlanden und in England , bei Handeltreibenden , wie in Holland und Amerika möglich . Jede Nation aber , die sich