Name mußte genannt werden ... Dieser war ihm keineswegs unbekannt ... Eine Neubekehrte ? warf er ein ... Sie hütete sich ein Wort der Misachtung zu sagen ... Fefelotti kehrte dringender auf Grizzifalcone zurück ... Glauben Sie , sagte er , daß Ceccone jene für den Fürsten Rucca bestimmte Liste in den Taschen des Räubers fand und einsteckte ? ... Ich glaube nicht ... Diese Liste besaß Ceccone ohne allen Zweifel schon vorher in Abschriften genug ... Er brauchte sie ja - Hm ! ... Räthselhaft sind die Aufträge , die dem wilden deutschen Franciscanerbruder gegeben wurden ... Nun sagt man ja , er wäre spurlos verschwunden ... Mit jenem Pilger zugleich ... Hörten Sie davon ? ... Der Pilger und der Mönch sind von den Zollwächtern , die verrathen zu werden fürchteten , ohne Zweifel todt geschlagen worden ... Die Herzogin entsetzte sich ... Und warum » brauchte Ceccone die Liste « ? ... Eine Weile verzog sich der bisherige heitere Ausdruck der Mienen Fefelotti ' s , seine schwarzen Brauen senkten sich auf die kleinen Augen , die ein verderbliches wildes Feuer zu verbergen schienen ... Dennoch suchte er die Stimmung des Scherzes zurückzuführen und sprach lieber von Olympien , die er beschuldigte , in der » Argentina « bei allen neuen Opern die Stellen zu beklatschen , die für die Tausende von Carbonaris , die auch in Rom wären , oft ein Losungswort gäben ... Das Junge Italien hat allein zwölf Logen in Rom ! schaltete Fefelotti ein ... Doch erzählen Sie von Olympien ! ... Die Herzogin hörte nur und hörte ... Fefelotti sah , daß die Herzogin in politischen Dingen nicht mehr Ceccone ' s Vertrauen besessen hatte ... In die Argentina geht Olympia jetzt seltener , sagte sie mit bitterer Erinnerung an den neulichen Spott Olympiens über ihre Beziehung zur Musik ... Sie verlangte von mir , daß ich erklärte : Unsere neuere Musik anhören zu müssen verdiente , daß die Componisten mit den Ohren angenagelt würden ... Diese Strafe trifft in der Türkei die Bäcker , wenn sie schlechtes Brot backen ! ... Dieser Witz wird den alten Rucca geärgert haben , wenn er ihn hörte ... sagte Fefelotti ... In dieser heitern Weise dauerte die Unterhaltung fort ... Auch auf den Cardinal Ambrosi kam Fefelotti zu sprechen ... Ich habe ihm , sagte er , sofort eine Amtswohnung anweisen lassen , indem ich ihn zum Vorstand der » Congregation der Reliquien und Katakomben « machte ... Vielleicht ist er so galant , Olympien mit der Heiligsprechung der Eusebia Recanati ein Gegengeschenk für seine Erhebung zu machen ... Sie wissen doch noch , daß wir einst um die kleine » Wölfin « bei den » Lebendigbegrabenen « auseinander gekommen sind - Sie schlimme Frau , die Sie mir auch in Wien einen noch gottseligeren Priester auf Erden entdeckt haben - Ja Sie ! Sie ! Ich weiß es - Meinen Nachbar bei Coni - den magnetischen Bischof Bonaventura von Asselyn ... Sie haben ihn zuerst Olympien empfohlen ... Der Spott dabei auf mich kam allerdings wol nur von dem kleinen Grasaffen ... Die Herzogin spitzte ihr Ohr ... Jedes Wort in diesen leichten Scherzen und drohenden Neckreden war bedeutungsvoll ... Ihr Palais an Piazza Sciarra stand also noch leer ... Cardinal Ambrosi hatte sich Olympiens Verehrungscultus entzogen ... Bonaventura ' s heiliger Ruf wurde keineswegs von ihr abgelehnt ... Mit einem fast schelmischen Trotz berief sie sich auf das Urtheil der deutschen Kirche ... Gut , daß ich mich an diesem Eindringling auf italienischen Boden habe überzeugen können , wie gefahrvoll diese deutsche Kirche wird , erwiderte Fefelotti ... Kaum in sein Amt eingeführt , begeht der Freche eine Unthat nach der andern ... Der Verbündete einer Ketzerin , die auf dem Schlosse Castellungo haust , wahrt er den durch die Milde der Zeiten übrig gebliebenen Resten einer schismatischen Sekte die Rechte , die sie verbrieft besitzen wollen , bestreitet das ihnen streng eingeschärfte Verbot , Proselyten zu machen , behauptet , die Dominicaner hätten außer diesen gefänglich eingezogenen , dann freigegebenen religiösen Fanatikern noch einen Eremiten eingekerkert , der den Wohlthäter des Volkes machen wollte und nur ein Verbreiter ruchloser Lehren war ... Auch dieser Eremit war ein Deutscher ! ... England und Deutschland ! Das wird unser Kampfplatz werden ! ... In Deutschland ist es schon wieder wie zur Zeit Luther ' s ... Ein Priester ist aufgestanden , der dem Bischof von Trier die Aussetzung des Heiligen Rocks zum Verbrechen am » Geist der Zeit « macht ! ... Die ketzerischen Bewegungen auf dem Gebiet der Lehre , ja des Cultus nehmen überhand ... Erkundigungen , die wir über den Bischof von Robillante eingezogen haben , machen ihn zur Absetzung reif ... Und der blinde Wahn dieses Mannes geht so weit , hieher nicht als ein Angeklagter , sondern als ein Richter kommen zu wollen ... Hieher - ? Er wird berufen ? ... fragte die Herzogin erbebend vor Angst und doch auch vor Freude ... Der Bischof behauptet , fuhr Fefelotti in gesteigerter Aufregung fort , die Nachricht , daß man jenen Eremiten in der Mark Ancona als Pilger gesehen hätte , wäre ein absichtlich ausgesprengter Irrthum ... Dieser Eremit wäre nach Rom überführt worden und säße hier in irgendeinem Kerker ... Der Pilger von Porto d ' Ascoli , erklärte er noch kürzlich , wäre ein anderer ... Seit man jetzt verbreitet , er wäre ermordet worden , hatte ich eine Scene mit ihm , die zu seiner sofortigen Verhaftung hätte führen müssen , wäre nicht die besonnene Vermittelung eines seiner Verwandten von ihm dazwischen getreten ... Des Signore - Benno - ? ... fragte die Mutter nach Gleichmuth ringend ... Der Cardinal bestätigte diesen Namen ... Benno lebt denn also noch ! ... dachte die Mutter und verbarg hinter Bewegungen , die ihr als Wirthin eines so hohen Besuches zukommen durften , das Gemisch ihrer Freude und Besorgniß ... Fefelotti sprach Benno ' s Namen harmlos aus