ich zufriedengestellt . Nämlich , es ist doch eigentlich sehr auffällig , daß Ihr Euch an mich gewendet habt , um zu erfahren , wo der Nugget-tsil und das dunkle Wasser liegen . Es erscheint als fast unglaublich , daß Ihr diese beiden Orte nicht schon längst gefunden habt . Ihr brauchtet Euch in Beziehung auf den Nugget-tsil nur bei den Kiowas zu erkundigen , bei ihrem Häuptling Tangua und seinem Sohne Pida . Und in Beziehung auf das dunkle Wasser war es doch wohl nicht unmöglich , einen der Apatschen zu finden , die damals mit mir dort gewesen sind . « » Das klingt nur so leicht , ist es aber nicht , « entgegnete er . » Ich bin bei den Kiowas gewesen . Der alte Tangua war wohl bereit , mir Auskunft zu erteilen , aber Pida , sein Sohn , hinderte ihn daran ; warum , das weiß ich nicht . Und unter all den Apatschen , die ich nach dem dunkeln Wasser fragte , hat es keinen einzigen gegeben , der mich nicht sofort als Feind betrachtete und mit Mißtrauen von sich wies . Sie sind unendlich vorsichtig , diese Halunken ! « » Diese Halunken sind meine Freunde , Mr. Enters . Beliebt es Euch , nur noch ein einzigesmal ein solches Wort zu gebrauchen , so sind wir geschiedene Leute ! Meine Frau mag jetzt das Abendessen bereiten . Ist das vorüber , legen wir uns schlafen . Und morgen früh bei Tagesanbruch verlassen wir diese Stelle , um nach dem Tavuntsit-Payah zu reiten . Ist euch das recht ? « » Ja . Doch werden wir unser Lager aber nicht hier , sondern ein wenig nach der Seite suchen . Wir sind arge Schnarcher , und es ist eine Lady hier , die wir nicht belästigen wollen . « Das war eine sehr durchsichtige Ausrede . Sie wollten allein sein , um ungestört sprechen zu können . Sogleich kam mir der Gedanke , sie dabei zu belauschen ; aber ich verzichtete darauf , ihn auszuführen . Was ich wissen wollte , konnte ich auf direktere und leichtere Weise erfahren , als durch das unbequeme Anschleichen und immerwährende Horchen und Lauschen nach allen Seiten , welches anstrengender ist , als man glaubt . Die soeben berichtete Unterhaltung war nur zwischen mir und Sebulon Enters geführt worden . Sein Bruder Hariman hatte kein einziges Wort dazu beigetragen . Es schien , als ob die Beiden miteinander uneinig seien , und zwar in nicht gewöhnlichem Grade . Sie vermieden , einander anzusehen oder doch ihre Blicke einander begegnen zu lassen . Ganz ebenso still hatte sich der » junge Adler « verhalten . Er tat so , als ob die Brüder gar nicht anwesend seien . Das eröffnete keine allzu freundliche Perspektive auf unser Zusammensein mit ihnen . Sie sonderten sich so , wie Sebulon gesagt hatte , nach dem Abendessen von uns ab und kamen erst am frühen Morgen wieder , als der Duft des Kaffees ihnen verriet , daß auch wir , schon munter seien . Als die Sonne erschien , war das Zelt abgebrochen , und der Weiterritt konnte beginnen . Hierbei fiel uns erst auf , daß jeder von ihnen einen sogenannten Stockspaten am Sattel hängen hatte . Als Pappermann sah , daß meine Augen verwundert an diesen Werkzeugen hingen , fragte er die Brüder : » Ihr habt euch mit Spaten versehen . Wollt ihr Schätze graben ? « » Vielleicht , « antwortete Sebulon mit einer Betonung , welche Pfiffigkeit bedeuten sollte . » Aber was für welche ? « » Weiß ich noch nicht . Jedenfalls haben wir Werkzeuge zum Graben , wenn wir welche brauchen . Kiktahan Schonka hat uns kein Geld versprochen , sondern Beute , Ware , Pferde und ähnliche Dinge . Auch Metalle , also Silber , Kupfer oder gar Gold . Daß es sich da um Bonanzen oder Diggings handelt , die wir erst untersuchen müssen , versteht sich ganz von selbst ! Darum haben wir die Spaten mit ! « Dieser Mann hatte , wie man sich vulgär auszudrücken pflegt » große Rosinen im Kopfe « . Und bei aller seiner Einbildung stand ihm der Gedanke fern , daß er nur ein Werkzeug war , welches später , wenn man es nicht mehr brauchte , weggeworfen werden sollte . Wir ritten heut genau denselben Weg , den ich damals mit Gates , Clay und Summer geritten war . Und am Abend lagerten wir an derselben Stelle der offenen Prairie , wo wir damals geschlafen hatten . Wir machten kein Feuer . Am andern Morgen sagte ich den beiden Enters , daß wir gegen Mittag den Tavuntsit- erreichen würden . Den Namen Mugworthill hütete ich mich sehr , auszusprechen . Er steht in meiner Schilderung , welche sie gelesen hatten . Sie kannten ihn also und hätten sofort gewußt , daß es sich um den Nugget-tsil handele . Das aber sollten sie , wenigstens jetzt , vorher noch nicht erfahren . Zu meiner Verwunderung wurde ich von Sebulon gefragt : » Kennt Ihr diesen Berg nur von weitem , nur vom Hörensagen , Mr. Burton , oder seid Ihr selbst schon dort gewesen ? « » Schon wiederholt war ich dort , « antwortete ich . » Es sollen einige Gräber dort sein . Drei oder vier . Ist das wahr ? « » Zwei habe ich gesehen , die andern nicht . Wer mag wohl da begraben sein ? « » Einige Häuptlinge der Kiowas . « » Wirklich ? « » Ja . Das wurde mir von Einem erzählt , der auch schon öfters dort gewesen ist . « » Wir werden an den beiden Gräbern , die ich gesehen habe , lagern . Es ist das der beste Platz dazu . « Während dieses Vormittages war meine Frau sehr nachdenklich . Wir nahten uns einem Orte , der für sie von einem nicht nur großen , sondern auch heiligen